Moin,
technisch gesehen halte ich einen simplen 2-Achs-Autopilot für machbar und im Rahmen eines legalen UL-Betriebes für einen Sicherheitsgewinn. Ein Problem habe ich mit den Benutzenden.
Es gibt einmal diejenigen, die das System auch jenseits des legalen UL-Betriebes msisnutzen, indem sie z.B. ( mehrfach mit angesehen ) den Autopiloten nach dem Abflug zum Ausflug aus der Platzrunde nehmen, weil die Sichten es nicht hergeben, um dann 5 Minuten später " herrlichstes Wetter on Top " vermelden. Die gibt es in der E-Klasse genauso, und genauso dumm ist es auch dort. Beim UL kommt dann noch hinzu, das es eigentlich kein Autopiloten geben darf, ist dann aber eigentlich auch schon egal.
Es gibt ebenfalls die Neigung, sich in gewisse Probleme so zu verbeissen, das die eigentlichen Aufgaben nicht mehr erledigt werden. Das gibt es selbst in der Airliner-Gruppe immer wieder bei Unfällen. Auch hier kann ein Autopilot so viel Kapazität binden, weil man sich nur auf den doofen Kasten konzentriert, das das Fliegen quasi nicht mehr stattfindet. Resultat geht bis zum Totalverlust mit Toten.
Ein Autopilot kann Arbeit erleichtern, macht aber auch zusätzlich Arbeit. Je nach Einsatz kann es dazu kommen, das man sich in eine Position begeben hat, aus der man nicht mehr herauskommt. Wer sich nicht wohl fühlt beim Durchflug einer Kontrollzone findet die Hilfe durch einen Autopiloten dort sehr angenehm. Autopilotausfall nebst schwachen Grundfähigkeiten kann da schnell zu einer Überlastung führen ( auch schon beim Anflug auf Stuttgart miterlebt, der Lotse meinte nur, sie hätten einen Orientierungslosen im Luftraum, deswegen sollten wir durchstarten. Am Ende war es im Prinzip stressbedingter Kontrollverlust in einer 182er ).
Meine Beispiele deuten es an: ohne eine vernünftige Routine beim Fliegen lädt ein Autopilot dazu ein, aus kleinen Problemen Große zu machen. Deswegen ist nicht der Einbau oder die Bedienung, sondern die mentale Vorbereitung die Schwachstelle in dem System. Bei ULs kommt noch hinzu, das der Wille auf Fortbildung eher schwach bis gar nicht vorhanden und damit ein höheres Niveau eher schwierig zu erreichen ist. Das klingt jetzt maximal arrogant, aber als Gegenfrage: wer hat denn die letzten 24 Monate irgendeine Fortbildung zum Thema Fliegen mitgemacht? In meinem privaten Fliegerumfeld sind sich viele selber genug als Lehrer, und somit stagniert das Wissen und die Fähigkeiten.
Autopilot sehr gerne, aber unabhängig davon brauchen wir etwas mehr Trainingstiefe...
Und jetzt Feuer frei!
Gruß Raller