Beschriftungen für Instrumententafel - Wer macht sowas?

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  • Hallo Johnny3011,

    Das Ergebnis, welches bei dem ersten Foto zu sehen ist, kann man z.B. im Siebdruckverfahren herstellen, völlig unwirtschaftlich bei Losgröße 1 oder man macht sich das Leben einfach und greift zu Letraset-Anreibebuchstaben. Steffen_E hat dir eigentlich die Lösung schon gesagt.

    Letraset Ist etwas in Vergessenheit geraten seit es elektronische Beschriftungsmöglichkeiten gibt aber die Anreibebuchstaben (es gibt nicht nur Buchstaben, auch grafische Symbole, Linien, Bögen...) sind nach wie vor verfügbar. Das Anreiben ist selbst für den absoluten Laien sofort machbar, man braucht nur eine sichere Hand damit die Buchstaben schön auf Linie sind (Schriftsetzen muß man nicht studiert haben, es reicht wenn man weiß, daß unten runde Buchstaben geringfügig tiefer zu setzen sind), aber mit wenig Übung hat man den Dreh raus. Falls du anreibebuchstaben noch nicht kennst: sie sind auf einer Trägerfolie. Man legt diese auf das zu beschriftende Objekt auf, durch das nahezu klebfreie Verhalten kann man diese einfach positionieren. Erst wenn man mit den Anreiben beginnt verklebt sich durch den Anreibedruck der Buchstabe mit dem Untergrund.

    Je nach Untergrund sollte man nur den Buchstaben selbst (das Symbol, die Linie...) anreiben (geeignetes Werkzeug wie z. b. einen stumpfen stabilen Stift oder dergleichen verwenden, der Fingernagel ist schon zu groß und unsensibel), nicht wild drum rum reiben weil durch den Anreibedruck ggf. der Untergrund durch das Andrücken matter oder glänzender wird. Einfach mal ausprobieren was du bei den Beschriftungsfolien ja auch gemacht hast - immer gut wenn man erst mit einem Dummi was probiert.

    Besorg dir Letraset-Anreibebuchstaben (Anreibebuchstaben sind was anderes als Aufklebebuchstaben), das Internet ist voll von ähnlichen Produkten - teilweise auch unklar benannt, ich kann nicht sagen ob die Letraset-China-Nachbauten gleichwertig sind. Um sauber arbeiten zu können, muß das Armaturenbrett auf deiner Werkbank liegen, das ist im Gegensatz zu einer bedruckten Folie (z.B. aus einem handelsüblichen Beschriftungsgerät) ein Nachteil. Freihändig an einem montierten Armaturenbrett rumzurubbeln geht zwar, es wird aber deine Qualitätsansprüche nicht erfüllen - außer du bist ein absoluter Könner. Ja und dann noch das wichtigste: Die angeriebenen Buchstaben sind auf Dauer nicht verschleißfest. Man muß also immer noch einen geeigneten (am besten 2-K) Klarlack drüber sprühen. Natürlich damit es gleichmäßig aussieht über das ganze Armaturenbrett bzw. über das zu beschriftende Teilpanel. Alles vorher ausprobieren. Ggf. muß man das Armaturenbrett/Panel schon vor dem Anreiben der Buchstaben leicht anschleifen damit der Klarlack später hält, auch der Glanzgrad des Klarlacks sollte zum Rest passen oder deinen Wünschen entsprechen. Also vorher alles probieren.

    Die Bänder der Beschriftungsgeräte sind im Prinzip nicht schlecht, mit den transparenten Trägerfolien habe ich keine guten Erfahrungen, die funktionieren (wegen der Optik, sonst halten die gut) nur auf absolut glatten Untergründen und sind durch die Lichtbrechung immer noch irgendwie zu sehen. Ich hatte mal schwarze Bänder mit weißer Schrift eingesetzt. Sieht um Klassen besser aus, vor Allem wenn man die abgeschnitten Bänder an den Ecken etwas anfast. Allerdings nur, wenn auch das Armaturenbrett ähnlich oder gleich schwarz ist und der Glanzgrad ebenfalls ähnlich ist. Auf Carbon könnte es auch noch akzeptabel aussehen. Die Buchstaben werden m.E. hierbei mittels Thermotransfer auf die Klebefolie gedruckt. Diese Buchstaben sind etwas abriebfester als bei Letraset und bräuchten nicht überlackiert zu werden. Vor Allem weil das neu Erstellen so einer Beschriftung kein Akt ist und man diese leicht gegen eine neue austauschen kann.

    Auch wenn es kleine Buchstaben zum Aufkleben gibt, wirst du beim Aufkleben verzweifel, außer du bist Uhrmacher, wenn die Folien der Buchstaben noch so dünn sind, werden sie etwas vorstehen. Im Laufe der Jahre wird dann der eine oder andere Buchstabe anfangen sich an den Ränderen abzulösen - ausser du berührst sie nicht oft und sie bekommen auch keine direkte Sonne/Wärme ab.

    Also mein Favorit ist trotz des Aufwands Letraset, damit kommst du der Perfektion bei Losgröße 1 am Nächsten. Das ist eine Dauerlösung, aber erkauft mit hohem Aufwand und einmal gemacht so gut wie nicht änderbar. Als zweiten Favorit würde ich bei dunklem Armaturenhintergrund schwarze Beschriftungsfolie eines Beschriftungsgeräts (P-touch oder gleichwertige Geräte) nehmen mit weißer Schrift. Der Aufwand geht fast gegen null, läsßt sich leicht ändern, die Möglichkeiten der Schriftgröße und Schriftfonts sind aber begrenzt - vielleicht einfach damit mal anfangen.

  • Hi Johnny,

    das wird mit diesen Dymo druckern nix, grundsätzlich ist der Ansatz aber auch falsch. Ich bin seit 30 Jahren im Umfeld der Etikettiertechnik unterwegs und mein Arbeitgeber baut solche Industriedrucker (Thermotransfer). Es ist gerade bei schwarzen Untergründen mit Klebstoff ein Thema das kleinste Blasen oder Staub, aufglasen. Du kannst das versuchen zu verbessern indem du die Klebestelle vorher penibel reinigst und dann mit Glasreiniger die Oberfläche benetzt und das Etikett dann nass aufrakelst.

    Ohne nasses aufrakeln wird es so oder so nix.

    Bei deinem Ceran Beispiel sieht man das der Untergrund dreckig war und das Etikett zuvor schon aufgeklebt war?? Dann ein paar Stunden in Ruhe lassen. ggf. wird es etwas milchig, das geht aber zumeist nach ein paar stunden weg.  Ansonsten eine Flüssigkeit mit Spülmittel ansetzen und aufrakeln. trocken wird es mit den verwendeten Acrylatklebstoffen der Dymobänder nix werden.

    Der richtige Ansatz wäre der Inversdruck. Also Du hast eine weisse Folie und alles was nicht weis bleiben soll, wird schwarz gedruckt. Bei Deinem Carbonbrett führt das aber unweigerlich zu strukturverlust der Oberfläche, weil das Etikett ja blickdicht drüber liegt und das Sichtcarbon überdeckt wird. Das kann man aufhübschen indem man einen weissen Rahmen von wenigen 1/10 Millimetern stehen lässt. Es bleibt dann immer noch ein Kompromiss.

    Ansonsten Alternativ der Weg über Ralle Schneider (www.tailormadedecals.com). Ralle und ich kennen uns über 20 Jahre und er macht schon seit Ewigkeiten Decals für Modellflugzeuge, früher mit Alps Thermoublimationsdruckern und Wassertransferfolien (so einen habe ich hier rumstehen) aber nachdem Alps die Produktion eingestellt hat und der aftermarket auch keine Farbbänder mehr produziert, hat er nun andere Techniken mit Druckern die im Prinzip Aufreibebuchstaben erzeugen. Er macht die Dinge für Dich so wie gefordert zu guten Preisen in perfekter Qualität. Einige Modelle der Jet WM wurden mit seinen decals Weltmeister.

    Da es bei Dir ja auch nur simpler Text ist wird er da sicherlich nicht teuer sein.

    Professionell wäre der Siebdruck oder Lasern. Dafür müßte Dein komplettes Panel aber ausgebaut werden...

  • MOIN schrieb:
    Ansonsten Alternativ der Weg über Ralle Schneider (www.tailormadedecals.com)
    Ich werde hiermit mal beginnen. Vielen Dank euch allen für die tollen Beiträge!
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