Podiumsdiskussion "Flugleiter" auf der AERO

Forum - Allgemeines & Aktuelles
  • Thomas Borchert schrieb:
    Falls ich damit gemeint bin: was sollen „diejenigen“ denn noch sagen außer dem, was hier und im Podcast schon gesagt wurde?
    Ich freue mich, dass Du dich angesprochen fühlst. Dann wären ja Teile der Medien schon mal aktiviert.

    Die Metapher "zu Wort melden" war so gemeint, dass nun Kommunikations/Entscheidungsebenen bedient werden sollten, welche im Hinblick auf Greifbares mit Sicherheit wirksamer sind, als die im Podcast und Forum hinlänglich geführte, öffentliche Auseinandersetzung. Letztere ist sicher sinnvoll, um ein Meinungsbild zu erlangen, die Umsetzung in Regeländerung ist etwas Anderes und läuft eben nicht offiziell, sondern i.d.R. hinter verschlossenen Türen.

    Welchen Teil davon verstehst Du jetzt nicht?

    Thomas

  • Vor ca. 30 Jahren war die Intention zuzmindest des Münsterschen Regierungspräsidenten ganz klar Kontrolle und Überwachung: Begründung war unabdingbare Notwendigkeit der lückenlosen Führung des Hauptflugbuches. Der Wunsch nach Fliegen ohne Flugleiter war Renitenz in Hochpotenz und eigentlich Majestätsbeleidigung, nicht nur in NRW und Oberfranken.

    Bevor das nun ausuferte, sorgte Heiko Teegen mit seinem 2-mot. Geschäftsreise- und Redaktionsflugzeug für ein Gegengewicht zur Flugsicherung in und mit seinem Fach-Magazin Pilot und Flugzeug. Als er einmal vom Turm nach seinem Flugziel gefragt wurde, antwortete er über Funk mit Kalkutta. Er sah nicht ein, daß jeder Kokurrent mühelos erfahren und somi verorten konnte, wo seine Geschäftsinteressen lagen. Nun, der Türmer stellte umgehend den Feuerwehr-LKW auf die Bahn, um Teegen am Starten zu hindern. Das brachte einen im Landeanflug befindlichen Flugschüler in ernste Schwierigkeiten. Geahrenabwehr nach Nazi-"Recht" sage ich dazu.

    Wenn wir Teegen *nicht* gehabt hätten, wäre hier per dt. Gründlichkeit ein legales Luftgefängnis nach Gutdünken und Gutsherrnart entstanden. Wehret also nach wie vor den Anfängen.

    Edit 12.5.19, 12:50 Uhr, durch hob:

    Daß Nazi-"Recht" hierzulande - bis in die Justiz hinein - noch gilt, mag der Fall verdeutlichen, der in Schwarze Heide vor ein paar Jahren gelaufen ist. Dort waren sich zwei luftaufsichtende Kollegen spinnefeind. Der eine erteilte dem anderen Startverbot mit einem UL, an dem das gar nicht als notwendige Ausrüstung  sein müssende Beakon defekt war. Der Kollege startet trotzdem und bekam eine Meldung via RP. Das ergab eine empfindliche Geldstrafe, die auch vor Gerichct nicht gecancelled wurde.

    Vermerk: Es war *kein* Jude, der Deutschland unerlaubt auf dem Luftwege verlassen wollte.

    hob

  • Medien haben in dieser Hinsicht nur eine einzige “Macht”: ihre Leser zu aktivieren. Das sind also potenziell alle hier. Jeder hier kann Mitglied in der AOPA werden, die seit vielen Jahren für die Abschaffung der ICAO-Vorschrift kämpft, mit der Flugleiter in Deutschland derzeit begründet werden - mit Erfolg. Verbände und Interessenvertretungen sind die richtigen, um auf Gesetzgeber einzuwirken. Wir können durch Darstellung der Optionen und Fakten zur Meinungsbildung in der Pilotenschaft beitragen - aber zu Gesetzesänderungen sicher nicht (direkt). 

    Zu glauben, es würde irgendeinen Amtmann beeindrucken, wenn ich mit ihm rede, ist, nun ja, gewagt. Zumal, wenn er vorher die Diskussionen zum Beispiel hier verfolgt hat. Dann sagt er schlicht: ich bin nicht sicher, dass Sie die Mehrheit der Piloten hinter sich haben. Und er hat recht...

  • Ich denke, der Brocken ist erst mal zu groß um kurzfristig auf allen unkontrollierten Plätzen den Flugleiter abzuschaffen.

    Das liegt m.E. zum einem daran, daß es (noch?) zu viele Piloten und auch Platzbetreiber gibt die glauben "Sicherheit" zu vermissen oder "Macht" einzubüßen, und zum anderen auch an der vielzahl unterschiedlicher Plätze, so von der gemähten Wiese mit Windsack und nur für Ul zugelassenem Sonderlandeplatz,  bis zum vollausgestatteten für Platz mit ILS Ausstattung.

    Es wäre schon ein großer Fortschritt oder besser Erfolg, wenn es den "Wiesenplätzen" ermöglicht würde eigenverantwortlich FOF zu machen und damit zu den praktischen Beweis zu erbingen das es geht!

    Bei uns ist jeder mal dran Fl zu machen. Letztlich habe ich mal versucht zu schweigen. Die startende Maschine "DXXXX Rollhalt Piste xx ablugbereit rolle in die Bahn und starte" hm ...... nichts ??? "kannste wenigstens den Wind sagen das wir wissen ob der Funk geht" zur Bestätigung 2x die Taste gedrückt. (In den Schulungsunterlagen ein absolutes no go! wird aber selbst an kontrollierten Pätzen praktiziert - schont halt die Frequenz).

    Otto

  • Moin, bis auf die Erlaubnis, das nicht am Platz stationierte Flieger ohne Flugleiter starten und landen dürfen, haben wir FoF. Wie mit dem FL umgegangen wird, kann auch auf der Jahresversammlung des Platzes thematisiert werden. Das ist der m. M. n. beste Moment für eine Korrektur bzw. Vereinheitlichung in der Gruppe.

    Gruss Raller 

  • Thomas Borchert schrieb:
    Medien haben in dieser Hinsicht nur eine einzige “Macht”: ihre Leser zu aktivieren. Das sind also potenziell alle hier.
    Ich kann nicht einschätzen, wie repräsentativ dieses Forum ist, aber vermutlich stellt es eine wahrnehmbare Schnittmenge der Gruppe dar, für die FL ja/nein relevant ist.
    Thomas Borchert schrieb:
    Jeder hier kann Mitglied in der AOPA werden, die seit vielen Jahren für die Abschaffung der ICAO-Vorschrift kämpft, mit der Flugleiter in Deutschland derzeit begründet werden - mit Erfolg. Verbände und Interessenvertretungen sind die richtigen, um auf Gesetzgeber einzuwirken.
    Das sehe ich ganz ähnlich.
    Thomas Borchert schrieb:
    Zu glauben, es würde irgendeinen Amtmann beeindrucken, wenn ich mit ihm rede, ist, nun ja, gewagt.
    Das habe ich auch nicht gemeint. Eher, deine Möglichkeiten zur Meinungsbildung und Meinungsforschung zu nutzen. Die Verbände werden ja dadurch nicht plötzlich überflüssig, haben aber den Input der Basis, siehe weiter unten.
    Thomas Borchert schrieb:
    Zumal, wenn er vorher die Diskussionen zum Beispiel hier verfolgt hat. Dann sagt er schlicht: ich bin nicht sicher, dass Sie die Mehrheit der Piloten hinter sich haben. Und er hat recht...
    Ob er damit recht hat oder nicht, wäre zu prüfen. Oder weißt Du da mehr?

    Warum kämpft dann die AOPA dafür? Hat die Ihre Mitglieder nicht hinter sich? Kann ich mir nicht vorstellen. Und so viel anders wird das Meinungsbild bei denen auch nicht ausfallen.

    Ich würde die Kanäle nutzen, in denen Meinungen ausgetauscht und damit auch erarbeitet werden. Z.B. dieses Forum, oder die Zeitung für die Du arbeitest, oder parallele Foren, whatever, und über diese Kanäle mal ein Meinungsbild in Form einer Umfrage abfragen. Wobei hierin auch eine Gefahr liegt: Das man zum falschen Zeitpunkt die richtige Frage stellt. So ne Art RO 80 Effekt.

    Aber: Mein - zwar sicher subjektiver - Eindruck der Diskussion hier ist der, dass von einigen sehr polarisiert argumentierenden Piloten mal abgesehen, ein Kompromiss wie @Lindoriel und/oder @Rüdiger angedeutet haben,  für viele der Schritt in die richtige Richtung sein könnte.

    Wann sind wir bereit für eine Umfrage zu diesem Thema in diesem Forum, in der die Fragen gut gestellt sind und die Diskussion die richtige Reife hat?

    Thomas

  • Ich glaube nicht, das Umfragen in Internetforen oder Zeitschriften irgendeinen Sinn haben. Valide Meinungsforschung geht anders.

    Letztendlich geht es ja auch nur begrenzt um "Meinung". Die Faktenlage in Sachen Flugleiterpflicht ist umfangreich und eindeutig. 

  • Eine automatische Aufzeichnung des Funks ist dazu keine Lösung. Wer hört sich zur Kontrolle zwei Stunden "Qutschen" an?

    Die BfU, wenn‘s der Aufklärung dient.

    VG

    Thomas

  • Als erster und wichtigster Schritt gehoert die Pflicht abgeschafft.

    Ich denke aber, dass zu viele Piloten das nicht wollen und da reichen schon 10%, um das zuverlaessig zu verhindern.

    Chris

  • Neulich an einem gut frequentierten UL-Platz:  es war ein Flugleiter mit der „Quetschn“ da, hatte aber quasi nie reingefunkt. Alle Piloten, die von auswärts kamen, haben das schnell geschnallt und funk-seitig auf Selbstkoordination umgeschaltet. Also Blindmeldungen und ggf. sich untereinander abgestimmt. Fand ich recht interessant.

    Auch bei mir selbst habe ich die Beobachtung gemacht, daß ich viel aufmerksamer den Funk verfolgte, um mir daraus  ein Luftlagebild zu machen.

    Bei den ULlern mache ich mir daher weniger Gedanken, ob die wohl diese Umstellung auf flugleiterloses Fliegen hin bekommen. 

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