Großspurige Luftsportgeräteführer mit Schmalspurwissen

Forum - Allgemeines & Aktuelles
  • Hallo,

    einer unserer bekannteren Kollegen von hier ist kürzlich im PilotundFlugzeug Nachbarforum beim Thema Halbkreisflughöhen leider mit absolutem Nichtwissen (und auch persönlichen Defiziten) ziemlich unangenehm aufgefallen. Er hat damit erneut wieder mal die Diskussion über die angeblich großspurigen Luftsportgeräteführer mit Schmalspurausbildung bzw. -Wissen angefacht. Seit dem sind diesbezüglich teilweise schon drastische Aussagen - auch hinter vorgehaltener Hand - gefallen.

    Nachdem in Puf nicht nur Piloten aller Richtungen, sondern auch Mitglieder von Verbänden, Behörden, der Flugsicherung etc. europaweit mitlesen und schreiben, wirken solche Entgleisungen wie eine Lawine, die immer mal wieder und leider immer öfter von irgendeinem Ahnungslosen ULer losgetreten wird. Ich frage mich, wie lange sich "Verantwortliche" solche Schwächen zu wirklich elementaren Dingen des Verhaltens in der Luft noch anschauen werden bevor sie Konsequenzen ziehen, wenn wir das nicht selbst in den Griff bekommen.

    Daher mein Aufruf an alle:

    Statt hier über Elekroautos, Flugzeugträger oder sonst irgendwelche dem Fliegen fremde Themen zu diskutieren, sollten wir uns z. B. mehr über Luftrecht (u. a. Sera), Anflugverfahren, Funkverkehr, good airmanship, Macken einiger Muster, Wartung etc. austauschen und so unser Wissen ausbauen. Auch in der Ausbildung.

    Sicher gibt es auch hier im Forum einzelne, die in solchen Themen echtes Fachwissen besitzen und dieses auch weitergeben möchten. Ich meine damit z. B. Fluglehrer, Musterbetreuer und Verbandsangehörige, aber auch in bestimmten Themen sattelfeste Kollegen und "alten Hasen", die wirklich was zu sagen haben.

    Wir sollten uns dabei auch wieder auf die im Luftverkehr gültigen Regeln besinnen, die dazu geschaffen wurden, das Miteinander zu verbessern. Darüber zu diskutieren, wie man diese möglichst leicht umgehen kann, halte ich in einem Fliegerforum, ja sogar in der gesamten Luftfahrt für unangebracht und eines guten Piloten für unwürdig. Mal abgesehen davon, daß auch für die hier mitlesenden "Verantwortlichen" solches Gerede vielleicht irgendwann das Zünglein an der Waage sein könnte, unsere bis dato gewährten Freiheiten einzuschränken.

    Es wäre doch gelacht, wenn wir nicht mithilfe dieses Forums anerkannte Partner der Piloten anderer Flugzeugklassen sein könnten. Gerade jetzt, wo die ULs im Zuge der 600 kg Auflastung zu "vollwertigen Flugzeugen" aufgewertet werden, sollten deren Steuerer ebenso mitwachsen ...

    Grüße

    Der Leichtflieger

    P. S. Natürlich werden jetzt einige wieder einwenden, daß die Diskussion über die angeblich unwissenden Uler immer mal geführt wird und da absolut nichts dran ist bzw. es auch PPLer gibt, die keine Ahnung haben. Klar gibt es in jedem Lager solche Fälle. Aber daran sollte man sich nicht orientieren. Und sorry, die Praxis zeigt leider täglich, daß nicht Piloten, sondern Luftsportgeräteführer beim Nichtwissen und bad airmanship meist ganz vorne mit dabei sind. Leider! 

  • Der Leichtflieger schrieb:
    Und sorry, die Praxis zeigt leider täglich, daß nicht Piloten, sondern Luftsportgeräteführer beim Nichtwissen und bad airmanship meist ganz vorne mit dabei sind. Leider! 
    Kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen.

    Außerdem: Vom gelegentlichen Mitlesen weiß ich, dass im PUF-Forum mindestens ebensoviel Bullshit abgesondert wird, wie hier (und zwar von Echo-Piloten, nicht von ULern).

    Andererseits: Besser werden kann man natürlich immer. Die Motivation sollte dann aber eine intrinsische sein und nicht das Ziel, vor den vermeintlich "besseren" Echo-Piloten oder vor irgendwelchen Verbandsfunktionären zu glänzen.

  • Der Leichtflieger schrieb:
    Ich frage mich, wie lange sich "Verantwortliche" solche Schwächen zu wirklich elementaren Dingen des Verhaltens in der Luft noch anschauen werden
    Diese Frage und die Bewertung einer Unwürdigkeit weiter unten ist genauso typisch wie die Demonstration blanken Unwissens und hat im Grunde die gleiche Ursache - nur ist es eben irrelevant. Ich selbst bin nicht für den kollektiv-Eindruck verantwortlich und mit diesem Eindruck wird mich auch niemand reglementieren. "Diese Mickey" - das gab′s auch in den 80ern "diese Schnapsglas-Eierfeile" in der Zweirad-Fraktion (Ich bin mal mit ′ner Hercules zum Elefantentreffen gefahren, weil Man ja ...).

    Der Apell an den "Ruf der Piloten (Mickey, Dies, Das, Jenes)" ist übrigens genause typisch in der Öffentlichkeit wie auch das blamieren mit selbsternannten Spezial-Kenntnissen. Die Sache eskaliert auch etwas über die Jahre. Es ist ein wenig wie die Anpassung des Witzes "Woran erkennt man einen Piloten?". Die 70er Antwort: "Garnicht, er wird es Dir im ersten Satz erzählen." ist mittlerweile einem "Garnicht, er diskutiert in Foren Themen, die ..." gewichen. Jeder normale Mensch hätte dem bewußten Power-Poster schon lange mal die Frage gestellt, warum er bei soviel Ängsten und Bedenken überhaupt fliegt? Das hat was Masochistisches, oder?

    Lass ihn quatschen, lass ihn sich blamieren, ich glaube, darunter wird keiner von uns leiden und ein bischen was zu lachen brauchen wit hier ja auch alle.
  • @ Der Leichtflieger

    - Googel doch mal nach dem bekanntesten Zitat von Rosa Luxemburg.

    - Sicher ist es erstrebenswert sich auszutauschen und zu vebessern. Auf gehts.....

    - Aber warum soll ich nicht in der Pauderecke plaudern, worüber auch immer? Alles sollte gehen, aber an seinem  Platz!

    - Und im Notfall gehört zur Freiheit auch das Recht zur Dummheit. Auch das ist Demokratie, und wer hat gesagt, dass die

      immer Spaß macht?

    Müssen wir alles so bierernst nehmen? Dann sind wir bald wieder bei einem verordneten wöchentlichen Veggi-Tag .

    Ich habe hier auf ernste Problem-Anfragen immer eine ernszunehmende Antwort bekommen.

    Tom

  • Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendwas gut ist. Das gute an Bullshit-Posts ist, dass viel mehr Leute sie verstehen.

  • Ich kann das mit der Herabwürdigung von Uls,  mit Ausnahme des Elitär- Clubs in Egelsbach, nicht nachempfinden.   Immer mehr kommen auch neue Echo Uls auf den Markt und die sehen dann auch genauso aus wie die anderen Uls haben den gleichen Rotax.  Die einzige Diskriminierung findet dann noch beim Autopiloten statt. 

    Außerdem werden die ECHO stark diskriminiert da sie ja nicht auf den vielen UL Plätzen landen dürfen. 

    Viele Echo Piloten fliegen sowieso gerne  Ul weil es eben doch bisschen  günstiger ist und für den Hobby Bereich völlig ausreicht. Die 600 KG passen jetzt und wer Performance haben will bekommt das mit UL auch. 

    Viele ULs haben mittlerweile auch den so wichtigen künstliche Horizont  :)     (  Habe ich natürlich auch um da als vollwertiger Flieger anerkannt zu werden :)   )  

    Was bleibt  ?   Geschwindigkeit in Meilen oder Km/ h ?    das M oder E ? 

    Ich finde die gegenseitige Akzeptanz steigt eher.  

    QDM 

  • Erst seit relativ kurzer Zeit bin ich UL-Flieger, nachdem ich Jahrzehnte als Echo-Pilot unterwegs war. Minderwertigkeitskomplexe habe ich deswegen noch keine entwickelt und ich kann auch bestätigen, dass man bei den E-Piloten auch seeehr große Unterschiede bezüglich der fliegerischen Qualifikation feststellen kann..🙄

  • Hat mal einer ‚nen Link? ;)

    Chris

  • Chris_EDNC schrieb:
    Hat mal einer ‚nen Link? ;)
    Gerne doch. Der Streit im PuF ging darum los, welche Gesetzestexte ein Pilot für die Flugvorbereitung alle beachten muß und wie tief er zu graben hat. Konkret ging es um Halbkreisflugregeln und darum, ob die Veröffentlichungen der DFS hinreichend amtlich sind oder die SERA selber zu durchforsten ist?

    Oder genauer, laut DFS gibt es folgende VFR-Flughöhen:

    • Ostwärts: FL 55, FL 75, FL 95
    • Westwärts: FL 45, FL 65, FL 85

    Wobei FL 45 je nach Luftdruck auch noch über der Transition Altitude von 5.000ft liegen kann.

    Entsprechende Angaben findet man hier (Seite 4) und auf der Rückseite aller ICAO-VFR-Karten, guckt einfach mal nach. Die Vorderseite der Karten sind ja amtlich, sind es die Rückseiten auch?

    In der SERA findet man unter "5005.g" (Seite 22):

    Soweit  in  Flugverkehrskontrollfreigaben  oder  Vorschriften  der  zuständigen  Behörde  nichts  anderes  bestimmt  ist,  sind  Flüge  nach  Sichtflugregeln  im  Horizontalreiseflug,  wenn  sie  oberhalb  900  m  (3  000  ft)  über  dem  Boden  oder  Wasser  oder  einer  gegebenenfalls  von  der  zuständigen  Behörde  festgelegten  größeren  Höhe  durchgeführt  werden,  in  einer  Reiseflughöhe  durchzuführen,  die  entsprechend  dem  Kurs  über  Grund  in  der  Tabelle  der  Reiseflughöhen  in  Anlage  3  festgelegt  ist.

    Ist die DFS jetzt die "zuständige Behörde", die durch ihre Veröffentlichungen auf der Rückseite der ICAO-Karten und an anderen Stellen festgelegt hat, daß die Halbkreisflugregel in Deutschland nur auf Flightlevels (also oberhalb von 5.000ft msl) gilt und damit die SERA ausgehebelt wird, weil sie etwas "anderes bestimmt", oder nicht?

    Die DFS sagt über sich selber ja: "Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH mit Sitz im hessischen Langen ist für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig. Sie ist ein privatrechtlich organisiertes Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Bund gehört."

    Würde die SERA direkt gelten, würde laut Anlage 3 (Seite 59 des oben verlinkten Dokuments) gelten:

    • Flug ostwärts: 3500ft, FL 55, FL 75, FL 95
    • Flug westwärts: 4500ft, FL 45, FL 65, FL 85

    Also was gilt zwischen 3.000 und 5.000 ft msl? Halbkreisflughöhen oder alleinige Entscheidung des Piloten?

    Meine Lesart des Ganzen: Die Veröffentlichungen der DFS hebeln die SERA aus und zwischen 3.000 und 5.000ft ist freie Wahl der Flughöhe.

    Und ja, entschuldigung, daß ich kein Fachjurist bin und mich die Widersprüche in den Unterlagen dann doch etwas mehr als nur fordern, wenn es um die juristischen Feinheiten geht. Daher auch meine obige Frage, wie tief ein Pilot sich in den Wust an Bestimmungen einzuarbeiten hat.

  • Ich habe das dort (noch) nicht gelesen, aber wer glaubt, dass deutlich mehr Echo- als UL-Flieger solcherlei Fragen spontan beantworten koennen, dem sei versichert: Dem ist garantiert nicht so.

    Chris

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