raller schrieb:Diese unternehmerische Strategie macht solange Sinn, wie das Konzept trotz der Modifikationen im wahrsten Sinne tragfähig bleibt. Der Eingriff in die flugdynamischen Eckpunkte durch die Verlegung der Triebwerke scheint aber kein trivialer mehr zu sein, sonst wären die oben drauf gestöpselten Systeme ja nicht nötig.
1: um ein komplett neues Flugzeugmuster zuzulassen, braucht man sehr viel Zeit und noch mehr Geld. Flugzeuge, die schon zugelassen sind, fallen unter Bestandsschutz. Deswegen lässt Boeing die 737 leben und versucht, alle Änderungen in die ursprüngliche Musterzulassung hineinzubekommen. Das ist ganz klar und eindeutig ein massiver Vorteil und sie wären blöd, es nicht zu nutzen. Auch die Betreiber haben weniger Aufwand und Kosten etc. Wird auch bei der Autoindustrie genutzt, bei Kraftwerken etc. Bevor etwas komplett neu angemeldet und zugelassen wird, wird eher eine Ergänzungszulassung angestrebt.
Der A320 war von Anfang an um diese Triebwerke mit den großen Durchmessern konstruiert, die 737 nicht. Airbus dürfte also an dieser Stelle deutlich weniger Probleme haben, aktuellere Triebwerke in das bestehende Grundmuster einzurüsten als Boeing mit der 737. Deswegen fragte ich vorhin per Metapher, ob nicht ab dem Punkt X die Grundkonstruktion am Ende ihrer Evolutionsmöglichkeiten ist und in den wohlverdienten Ruhestand gehen sollte.
raller schrieb:Hätte Boeing das im obigen Sinne beherzigt, wären sie jetzt möglicherweise nicht in dieser mißlichen Situation.
Getreu dem Motto: "if you think, safety is expensive, try an accident" wurde das schon in diversen Industrien probiert und auch jedesmal als nicht probat befunden.
Hier mal ein - politisch vermutlich unverfänglicher - Artikel, der sich mit den technischen Hintergründen beschäftigt:
airfactsjournal.com/2019/03/can-boeing-trust-pilots
Thomas