Tiefflieger "aus dem Nichts"

Forum - Allgemeines & Aktuelles
  • Gestern sind über meiner Arbeit (Krankenhaus) in kurzen Abständen zweimal Tiefflieger gedonnert, das passiert hier öfters mal, aber gestern waren sie extrem laut, schnell und tief. Ich weiß, dass sie das dürfen, aber der Schreck war enorm. Die waren sehr laut (noch kein Überschall), sehr tief (ich glaube bis 150 Fuß dürfen sie, ich würde schätzen es waren eher 2-300 Fuß) und sie kamen aus dem "Nichts". Die sind so schnell, dass man keine Sekunde Vorwarnung hätte, etwa ein zunehmdes Geräusch.

    Mir ist Angst und Bange geworden bei dem Gedanken, dass ich gerade in meinem UL sitzen könnte und bei lautem Motorengeräusch rein gar nichts mehr höre.

    NOTAMs gecheckt: Nichts angegeben.

    Fliegerhorst angerufen: "Wir haben keine Ahnung, wo unsere Piloten heute fliegen, die entscheiden das selbst."

    DFS angerufen: "Sie können eine Flugverbotszone über Ihrem Krankenhaus beantragen..."

    Auch wenn die Chance gering ist, dass mich so einer wirklich exakt in der Luft trifft, so möchte ich doch auch nicht in seine Wirbelschleppe kommen. Sehen die mich mit meiner C42 auf Ihrem Primärradar und können mich umfliegen? Empfangen die meinen Transponder?

    Viele Grüße

    Pisolo

  • Pisolo schrieb:
    Mir ist Angst und Bange geworden bei dem Gedanken, dass ich gerade in meinem UL sitzen könnte
    Sacht ma, Leute, was ist hier eigentlich los? Glaubst Du wirklich, dass die über Jahre ausgebildeten Piloten in einem Jet mit einem Einzelstückpreis von um die 122 Millionen Euro ihren eigenen Hintern und den Stückpreis plus Millionenschäden am Boden auf′s Spiel setzen, weil sie zu faul sind, den Luftraum einzuschätzen oder einfach mal Bock haben, wilde Sau in 200 Fuss zu spielen? Ist wirklich so wenig Vertrauen in die Fähigkeiten Anderer mittlerweile unter uns, dass wir Angst davor haben, von Jets vom Himmel geholt zu werden, in der Platzrunde abgesemmelt, bei einer Landung zu kurz zu kommen, ins Ausland zu fliegen, die falschen Phrasen in der Kontrollzone, keine LP ... egal was, es ist immer jemand da, der vor irgendwas Angst hat. Alle anderen sind offenbar komplette Idioten, nur man selbst hat ja Bedenken, also ist man der Gute?

    Mir wird Angst und Bange bei dem Gedanken, jemand schaltet mal die Schwerkraft ab, während ich in der Luft bin. Nicht auszudenken, was .... Was hat bloß Eva damals gedacht, als sie in den Apfel biss.

    Frank

  • Die werden von der Einsatzleitung vor Dir gewarnt, wenn die Dich auf dem Schirm haben. Deshalb nie ohne Transponder fliegen und unter der Woche das Tiefflugband meiden. Mehr kann man nicht machen.

    Der Pilot im Kampfflieger hat ausser seinen Augen und den Hinweisen der Leitstelle keine weiteren Hilfen an Bord.

    Chris

  • Oh Mann Frank,

    irgendwie findet sich doch auch immer wieder einer, der erstmal losätzt, anstatt auf eine freundliche Frage freundlich zu antworten. Warum muss das sein?

    Hier sind gestern zwei Tiefflieger rübergedonnert, der nächste Privat-Flugplatz ist 200m entfernt, ist die Frage, wie ich vor denen gewarnt werde, wenn ich kein NOTAM finde, wirklich so absurd? Was hat das mit "Angst vor Schwerkraft-Abstellen" zu tun?

    Viele Grüße

    Pisolo

  • Das Problem ist leider nicht wirklich unrealistisch. Ich habe im Internet zwar nur diesen Hinweis auf folgende Zwischenfälle gefunden:

    https://www.gleitschirmdrachenforum.de/archive/index.php/t-9131.html

    Mir ist aber der Fall der Tornado-Kollision mit einem durchstartenden UL (ich glaube das war der Fall 1998 - mit einem Trike) im Gedächtnis geblieben, weil es eine Fernsehreportage dazu gab, wo klar wurde: Die Familie des vom Tornado runtergeholten UL-Piloten konnte der Bundeswehr natürlich kein Versäumnis nachweisen. 

    Ich finde es gut, dass Pisolo hier seine Erfahrung berichtet. Die Gefahr ist klein, aber real.

    Mir ist völlig unklar, was Menschen antreibt, die Erfahrungen anderer mit Spott zu überhäufen. Ich hoffe, es liegt nur an zu langer "ground-time".

    Bernhard

  • BravoEcho schrieb:
    Mir ist völlig unklar, was Menschen antreibt, die Erfahrungen anderer mit Spott zu überhäufen.
    Das ist kein Spott und die Überzeichnung meines Beitrag ist ebenso das Kernproblem wie das Abschalten gesunden Menschenverstands. Wenn Du damit nicht umgehen kannst, wirst Du damit leben müssen. Und wenn Du damit gelebt hast, wirf doch mal wieder einen Blick in die Ausbildung zum Thema "human performance and limitations in aviation". Niemand will hier dem Testosteron-Macho-Ich-Weiß-Alles-Typen das Podium eröffnen, diese Angsthaberei und die an den Haaren herbeigezogene Angstbegründung in der Fülle im Forum IST bemerkenswert. Auch wenn es wirklich niemand teilt - kann ja sein - mir macht der Wandel in der Persönlichkeit meiner Mitbürger wirklich sorgen. Wie kann man mit den Ängsten rückwärts vom Grundstück fahren?

    Noch schlimmer finde ich die sich daran anschließenden Begründungen wie "200 weiter ist ein Flugplatz". Das legalisiert so schön die eigene Empörung oder Angst. Ich bezweifle den Wahrheitsgehalt dieser nachgeschobenen, moralischen Begründung. Aber gut, sei es drum. Dann nehmt doch einfach mal die ICAO Karte und seht euch doch mal an, wieviele Flugplätze es in militärischen Sicherheitsbereichen gibt, wieviele unter Tiefflugstrecken. Frankreich, ooh Gott, ooh Gott, nur Militär, wo man hinsieht. Alles ignorante Idioten, die da fliegen, verantwortungslose Hazardeure. Statt hier Betroffeneheits-Postings zu pflegen, würde ich empfehlen, dringend an der eigenen Wahrnnehmung zu arbeiten und sich selbst die Frage stellen, inwiefern man eigentlich in der selbst gewählten Gefährdungslage (vom Aufstehen über das Auto über den Chlosgas-Unfall im Krankenhaus über KrankenhausKeime bis zu RamboMilPilots) noch ein echtes Leben führen kann, ohne von Angst zerfressen zu werden. Ist die Angst immernoch da? HPL: Schein abgeben, Ende. Angst begegnen, in dem man die Quelle der Angst beseitigt, das Fliegen an sich. Das gefällt niemand? Ist doch klar, lieber das Ganze als Spott klassifizieren und danach schreiben, dass doch Controlller und Radaristen die Verantwortung übernehmen und wie auf einem Schachbrett die Piloten dahin schieb, wo keine Dame sie je erreichen kann. Wir errichten UL-Reservate für die angsthabenden ULer. 20 Meilen um 6-7 Kirchtürme in Deutschland.

    Ganz klar: Wenn Euch das Wetter unsicher erscheint, bleibt am Boden. Ihr DÜRFT fliegen, müsst es aber nicht. Den Spruch kenn jeder und niemand opponiert. "Wenn ihr Angst habt, bleibt am Boden. Ihr DÜRFT fliegen, müsst es aber nicht." Das soll Spott sein?

    Frank

  • Hallo,

    lieber Frank, ich finde deine beiden Postings unmöglich.

    Mit solchen Beiträgen verleidet man den Kollegen hier jeden noch so gut gemeinten Beitrag und

    begründet so das Ende eines Forums.

    Gruß Jörg

  • JPenner schrieb:
    lieber Frank, ich finde deine beiden Postings unmöglich.
    Liieber Jörg,

    ich finde das Herbeireden von abstruser Angst unmöglich. Mit solchen Beiträgen verleidet man den Kollegen hier jeden noch so gut gemeinten Beitrag und begründet so das Ende eines Forums.

    Gruß Frank

    Und nun?

  • Chris_EDNC schrieb:
    Der Pilot im Kampfflieger hat ausser seinen Augen und den Hinweisen der Leitstelle keine weiteren Hilfen an Bord.
    Das ist absolut falsch ! Selbstverständlich verfügt ein militärisches Flugzeug über alle "Hilfsmittel" zur Ortung anderer Flugzeuge, incl. TACAS.
  • Hallo Frank

    Es hat ein Kollege ein konkretes Erlebnis gehabt und ihm ist bei dieser Situation "Angst und Bange" geworden. Weder hieraus noch aus meiner Ausführung lässt sich eine allgemeine Lebensangst vor Chlorchemie (ich habe mal in Bophal gearbeitet - die haben auch eine andere Wahrnehmung) oder Meteoriteneinschlägen o.ä. herleiten.

    Du erwähnst modernes Risikomanagement: Die Auseinandersetzung mit real schnell tieffliegenden Objekten über dem eigenen Platz darf m.E. dazugehören. 

    Ist es möglich, dass Du einen allgemeinen Angriff auf die Piloten der Bundeswehr vermutest und hier vielleicht Kollegen verteidigen willst? Keine vermutet hier dass diese nicht hochprofessionell ausgebildet sind und auf alles trainiert werden. Aber gerade das Risikomanagement lehrt uns, dass jeder Fehler machen kann - auch wenn er noch so erfahren und professionell ist. Ich vergrabe mich nicht in Angst. Ich wurde im Beitrag von Pisolo auf ein Risiko hingewiesen. Das kann jeder für sich gewichten. Und wenn ich nur ein geringes Risiko minimiere, ist es eins weniger. Nicht mehr und nicht weniger.

    Entspannten Winterflug

    Bernhard



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