Vielen Dank,
für die vielen positiven Rückmeldungen zu meinem Editorial (nachfolgend „unser Projekt 600“ genannt). Auch die kritischen Stimmen sind es wert gehört zur werden. Dazu möchte ich ein paar Klarstellungen und evtl. Wiederholungen einbringen, auch wenn sie schulmeisterlich klingen. Stephan hat z.B. an einer anderen Stelle die Angst einiger französischen Kollegen eingebracht, die um ihre Freiheiten fürchten und deshalb zum Erhalt ihres liberalen Regimes an den 450 kg festhalten wollen. Dazu gleich mal eine Erläuterung, was der Annex II eigentlich macht: Er bestimmt im Prinzip nur die Flieger, um die sich die EASA nicht kümmert. Das heißt, diese sind in nationaler Zuständigkeit belassen.
Merksatz 1: Annex II – lediglich Freistellung in national Zuständigkeit.
Damit soll unser Projekt 600 quasi den europäisch definierten maximalen Fensteröffnungswinkel von 45° auf 60° erhöhen. Dabei ist niemand gezwungen, das Fenster so weit zu öffnen (wenn er sich z.B. vor Zugluft fürchtet).
Merksatz 2: 600 kg im Annex II ist lediglich die Drittel Miete.
Die Anpassung der nationalen Bestimmungen steht dann noch aus und die Auflastung älterer ULs muss machbar und vom Hersteller gewollt sein.
Hier im Forum beschreibt das Für und Wieder lediglich die Wiederholungen alter Argumente. Es geht doch jetzt darum, die Sprache und Funktionsweise der Politik zu lernen. Da spielen ELT und Glascockpit keine große Rolle, sondern Arbeitsplätze, Innovation, Marktzugangshindernisse, Verhältnismäßigkeit etc. In dieser Sprache müssen wir Argumente finden.Man muss sich das mal praktisch Vorstellen: Man hat das Glück dem örtlichen EU-Parlaments-Abgeordneten mal die Notwendigkeit der Änderung des Annex II zu erläutern. Leider stehen dafür nur 15 Min. zur Verfügung. Wenn wir dem nun Glascockpit erklären wollen und ELT dazu, dann ist die Zeit verbraucht und der EU-Parlamentarier fasst zusammen, dass das Zeug aber doch nur 5 kg wiegen wird. Wo ist da das Problem?
Aber wenn wir es schaffen, im zu erklären, dass sich Europa mit den 450 kg vom Weltmarkt fegt und eine Erhöhung auf 600 aber der Anschluss an den selben für die „Erfinder“ dieser Kategorie bedeutet, dann haben wir für Arbeitsplätze geworben. Das spricht ihn an. Dazu fühlt er sich verpflichtet.
Das Gezanke über die Festlegung des Mindestgewichts überzeugt mich wenig. Klar ist doch, dass wir nicht einfach für schwere Maschinen kämpfen, sondern für mehr Zuladung. Dazu muss ein angemessenes Leergewicht definiert werden (ob das unbedingt in den Annex II gehört oder auch in den nationalen Bauforderungen bestimmt werden kann, sei mal noch dahingestellt).
Freundliche Stimmen sichern uns Unterstützung zu. Auch dafür Dank.Also: Wer kann bei Übersetzungen in europäische Sprachen helfen? Wer kennt jemand, der gut Englisch, Italienisch, Französisch aber evtl. auch Polnisch oder Lettisch spricht? (am besten Native Speaker). Wer könnte sinnvoll an einem Positionspapier für unsere EU-Parlamentarier mitwirken? Wer übersetzt das dann in die Landessprache? (auch Parlamentarier in Europa lesen die Sachen in der Landessprache lieber und aufmerksamer).
Aber auch: Wer kennt die Spielregeln in Europa (Kommission, Ministerrat und Parlament)? Wer kennt sich in Lobbying aus?Ich denke, wir werden für dieses Projekt nicht alle mitnehmen können. Aber die Willigen sollten jetzt an der „Allianz der Willigen“ arbeiten und ganz einfach nach vorne schauen. Diese EU-Verordnung wird demnächst ins Gesetzgebungsverfahren gehen und wenn wir jetzt unseren Einsatz verpennen, dann sind die Chancen für die nächsten 5-8 Jahre vertan.
Jo Konrad