Betrachten wir die Werbung doch mal zuerst konsequent aus Sicht des Werbungtreibenden:
Tchibo verkauft eine Produktpalette, die von langer Unterwäsche über gutbürgerliche Klamotten bis zum Eierschneider vor Biederkeit strotzt. Da ist es (uralte Marketing-Praxis) nicht schlecht, wenn man das das etwas langweilige eigene Image mit einem gerade für Normalbürger faszinierenden, wenn auch für die Kernzielgruppe exotischen Produkt ein wenig aufpeppen kann.
Der Kunde kauft zwar weiter den Eierschneider. Aber immerhin bei einem Anbieter der auch geile Flieger verkauft. Damit wird auch der Eierschneider ein ganz klein wenig attraktiver. Das wird ja regelmäßig gemacht, ist in diesem Fall nur etwas extrem und daher schrill. Ob da eine Breezer verkauft wird, ist dabei aber völlig unwichtig und auch gar nicht beabsichtigt.
Umgekehrt ist der Publizitätsgewinn für Breezer mehr als zweischneidig. Denn er koppelt sein "sexy" Produkt mit dem Mief von langen Unterhosen. So bleibt zu hoffen, dass man bei Breezer nur gegen sehr viel gutes Geld bei dieser Aktion mitgemacht hat. Doch auch dann hätte die Mehrzahl der Marketing-Berater wohl eher abgeraten: Weil man den eigenen Markennamen verkauft. Tchibo dagegen kauft sich einen Attractor ein.
Kurz: Tchibo hat m. E. - mal wieder - alles richtig gemacht. Umgekehrt wäre es uns allen wohl lieber gewesen.
Viele Grüße,
Mike