Des deutschen UL-Piloten liebstes Thema scheint das fatale Ende zu sein, das sein ach so gefährliches Hobby nehmen kann. Diesen Eindruck muss man zumindest hier im Forum gewinnen.
Der Thread "schreckliche Unglücksfälle" führt in unglaublicher Weise mit bald einer halben Million Aufrufe und knapp fünfhundert Beiträgen nun schon sehr lange die Hit-Liste an. Ein Ende ist noch nicht abzusehen. Es scheint für einen Großteil der Forumsteilnehmer "schrecklich interessant" zu sein, über Absturz und Tod zu lesen und zu schreiben. Aber warum?
Hat hier vielleicht insbesondere der Absturz eines prominenten Kunstfliegers eine Schleuse geöffnet, durch die sich nun die in Hirnen und Herzen vieler Piloten angesammelte Beschäftigung mit Absturz und Tod nach außen in die Öffentlichkeit Gleichgesinnter ergießt?
Ich kann das als überzeugter, reiner "Lust-Flieger" nicht nachvollziehen.Würden mich fatale Unfälle so beschäftigen, wäre mir das entspannte, ungetrübte Glücksempfinden nicht möglich, das ich bei den ersten Frühlingsflügen gerade endlich wieder im offenen "Parasol" empfinden durfte. Und: Mir stehen Menschen / Piloten näher, die viel Positives über Erlebtes und Geplantes sprechen. Und weniger über das, was dabei schiefgehen und tödlich enden kann.
Um etwas Öl ins Feuer zu werfen: Eine Fokussierung auf das Fatale - und damit direkt oder indirekt auf die Gefahr, der sich jeder Pilot "mutig" aussetzt - kann ich mir weder bei Franzosen und Italienern noch bei den Engländern und schon gar nicht bei den Amerikanern vorstellen. Dort hat man am Sezieren von Unfällen - wie übrigens auch von Vorschriften (!) - nach meiner Erfahrung ganz einfach weniger Freude.
Das Gesagte soll gleichermaßen fürs Motorradfahren, Bergsteigen, Segeln etc. gelten.
Beste Grüße, in Erwartung emotionaler Gegenreden
Mike