Darf ich mal höflich fragen, warum das UL gegroundet wurde und welche Sicherheitsbedenken dem zu Grunde liegen ?
Moin Roland,
damals gab es mit dem Flugzeug ein Problem mit der Tragfläche. Konkret kam es dort zu Material- bzw. Produktionsfehlern, die dazu führten, daß ein Flugzeug im Reiseflug eine Tragfläche verloren hat. Da das Flugzeug (in Dänemark zugelassen?) über kein Rettungssystem verfügte, war der Schaden für die beiden Personen an Bord tödlich.
Aufgrund des damaligen Unfalls wurden zumindest an allen ev97 Maschinen in Deutschland die Tragflächen getauscht. Wir haben auch die Tragflächen zum Hersteller eingeschickt und neu konstruierte im Austausch bekommen. Der Fehler wurde also wirklich gründlich ausgemerzt. Die Bedenken sind damit wohl heute unbegründet.
Wie mit Maschinen außerhalb Deutschlands verfahren wurde, kann ich nicht sagen.
Tja, den lohnt es sich auszudrucken. Er ist zweifellos auf dem Niveau eines RWTH-Aachen Absolventen.
Nun versteht man auch, warum die Schweizer lange Jahre so gegen ULs waren. Es scheint mehr mit technischem Grundwissen und mangelndem Vertrauen in die rechthaberischen dt. UL-Vorschriften zu tun zu haben und weniger mit unterstellter Intoleranz oder sonst was.
Es wird auch klar, warum das Voll-Alumium-Segelflugzeug BLANIK nach einer gewissen Anzahl von Flugstunden der Verschrottung zugeführt werden MUSS.
Es gilt: Wer ein bißchen immun gegen Alumnium ist, hat eine Aluminiumminimumimmunität.
hob schrieb: Es wird auch klar, warum das Voll-Alumium-Segelflugzeug BLANIK nach einer gewissen Anzahl von Flugstunden der Verschrottung zugeführt werden MUSS.
Bei der Blanik ging es um Ermüdungsbrüche. Bei der ev97 kam es zu einem Gewaltbruch.
Steve_R schrieb: Immer schön darauf achten, dass die Haube gut verschlossen ist.
Ja... die Haube hat extra einen zweiten Riegel bekommen. Die Gasdruckfedern sind nämlich bei dem Flieger so stark, daß sie die Haube auch im Flug entgegen der Flugrichtung aufdrücken können. Die Turbulenzen führen dann zum Versagen des Leitwerks und Absturz.
Und wenn wir schon dabei sind:
Immer drauf achten wo die Füße sind. In der ev97 sind das rechte Seitenruder-Pedal des Piloten und das linke Pedal des Co-Piloten sehr nah nebeneinander. Gerade wenn man etwas kleiner Füße hat und zum Bedienen der Fußspitzenbremse nicht mit dem Haken auf dem Kabinenboden stehen bleiben kann, rutscht man am Boden schnell mit dem rechten Fuß etwas weiter nach rechts. Ergebnis: Das Seitenruder (und damit die Bugradlenkung) blockiert, weil man mit seinem rechten Fuß gleichzeitig ins rechte Seitenruder des Piloten und ins linke Seitenruder des Co-Piloten tritt. Gibt zwar vom Hersteller extra eine Nachrüst-Platte zwischen den Pedalen, um genau das zu verhindern, aber die Nachrüstung ist nur optional, leider!
Und vor dem Anlassen immer auf die Parkbremse achten. Zum Einlegen der Parkbremse mit Kraft in den Fußspitzenbremsen stehen und gleichzeitig den Hebel der Parkbremse umlegen. Manche haben hier schon den Parkbremshebel umgelegt ohne in der Fußspitzenbremse zu stehen. Damit ist die Bremse tot. Beim Anlassen kann man dann voll in den Fußspitzenbremsen stehen und es tut sich nichts. Man tritt mit voller Kraft nur gegen das Ventil der Parkbremse, fühlt sich an den Pedalen auch so an, als würde man gegen die Bremsbeläge treten, die Bremse bleibt aber offen. Die einzige Möglichkeit, die man dann hat: Sofort Motor abstellen!
gelöschter User am 16.02.2018 um 19:31 Uhr
Also ich habe die Eurostar 2 Jahre lang geflogen, bei dem Flieger wurden die Flächen eingeschickt und nichts getauscht, denke mal die waren ok! Er fliegt auch ganz anständig, allerdings ging bei uns mehrmals die Haube auf und der 1. EV 97 landete im Acker und mein Fliegerkollege hatte richtig Glück das er noch unter uns weilt, es gibt einen Unfallbericht, war in EDNO. Danach wurde seltsamerweise wieder ein Eurostar angeschafft und auch bei dem ging die Haube auf, mein Fluglehrer blieb aber ganz cool und ist dann mehr oder weniger ein Händig gelandet, denn die Haube bekommst Du niemals im Flug wieder verschlossen und wenn diese zu weit geöffnet ist, dann geht es abwärts weil Du nicht mehr steuern kannst, wie schon erwähnt gibt es keine Anströmung des Leitwerkes mehr. Was ich kürzlich erfahren habe, die Kiste ist nicht für die 600 kg gemacht und somit kann man sie nicht auflasten (600kg). Dazu braucht es zu viele große Änderungen! Und der Tank ist ein Witz, reicht gerade für den Kirchturm um die Ecke.
stefanf79 schrieb: Was ich kürzlich erfahren habe, die Kiste ist nicht für die 600 kg gemacht und somit kann man sie nicht auflasten (600kg). Dazu braucht es zu viele große Änderungen!
Ja, wir haben hier eine Eurostar (UL-Zulassung) und Sportstar (600kg LSA, Echo-Zulassung) im Hangar nebeneinander stehen. Wenn sie nicht unterschiedlich lackiert wären, man könnte sie nicht unterscheiden. Aber unter dem Blech sind sie komplett anders. Das fängt schon damit an, daß die Sportstar dickere Steuerseile hat.
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