Notlandung bei Rheinbach am 10.08.2013

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  • Stephan, da ist jeder Mensch etwas anders gestrickt. Der eine, wie Du oder ich (hab auch schon eine Bruchlandung als Co hinter mir) steigen gleich am nächsten Tag wieder ein, für andere ist das absolut kein Peanuts. Es geht im Moment bei dieser Discussion um die Flugvorbereitung für ca. 2 Stunden Flugzeit...und warum der Sprit anscheinend nicht gereicht hat. Die Landung war doch gut, der Pilot ist ohne Blessuren rausgekommen. Perfekt wäre sie gewesen, wenn die Maschine danach noch zu gebrauchen gewesen wäre...aber wer ist schon perfekt. Die Bemerkung, das man ihm den Lappen abnehmen sollte, halte ich auch für etwas zu frech ;-) .


    ...und nochwas, Stephan, hier in Germanien verteilt keiner, oder nur sehr wenige, Arbeiten für solche Reparaturen...die meisten neuen Flieger, wie diese C42 C  sind wohl (hoffendlich) Vollkaso versichert ;-). ...wichtig ist jetzt nur, das ihm keine Fahrlässigkeit nachgewiesen wird.


    Viele Grüße,


    Volker

  • Eine Landung ist als geglückt zu betrachten, wenn der Pilot das Flugzeug aus eigener Kraft verlassen kann.
    Rüdiger

  • sukram schrieb:
    OK, dann rudere ich hiermit schon mal offiziell von meiner ersten Vermutung (Rechenfehler bzw. kein Vorflugcheck) zurück.


    Sehr schoen. Ich wuerde sehr begruessen, wenn wir diese unsaegliche Spekuliererei und Vorverurteilerei hier in den Griff bekommen.


    Vorschlag:


    - Die Moderatoren gehen mit gutem Beispiel voran.


    - Diesbezuegliche Beitraege von anderen Usern werden konsequent moderiert.


    Das hier war ja vergleichsweise harmlos, aber wenn Tote im Spiel sind hoert es endgueltig auf.


     


    Stephan2 schrieb:
    Ihr macht hier immer wieder ein Theater um eine Notlandung, zu dem noch geglückt...! Sowas ist im Ul Bereich doch sowas von banal.

    Fuer Dich vielleicht. Es mag aber Leute geben, denen ein Schaden im hohen 5-stelligen Bereich nicht banal vorkommt. Den muss schliesslich wer bezahlen... 


     


    Chris


     


     



     

  • Also dann will ich mal auch etwas beitragen zur Diskussion:

    Die D-MIJK und den Halter kenne ich persönlich, sie war vorher bei uns am Platz (EDFL) stationiert und ich bin öfters mit Ihr schon sowohl privat als auch im Schulbetrieb geflogen. Sie ist was den Stand der Technik anbetrifft als nagelneu zu betrachten und wurde Anfang 2013 erst gebaut. Da diese mit allem Schnick-Schnack vollausgestattet ist (Alcantara, Skymap etc.) was Comco derzeit in eine C42 verbaut wird diese natürlich gern auf Messen und Flugtagen ausgestellt. In den ca. 100 Stunden, die sie bereits geflogen ist, war technisch nichts zu beanstanden. 

    Die D-MIJK hat eine Fuelcat, die zuverlässig sowohl den Durchfluss als auch die Restmenge bereits inklusive ca. 5 Liter Reserve anzeigt. Bei unter 10 Litern (also tatsächlichen 15 Litern) fängt die Fuelcat an wie wild LOW zu blinken, bei angezeigten 5 Litern (also immer noch 10 Litern) geht im Cockpit die Master Caution an und selbst dann hätte man immer noch genug Reserve, um am nächstgelegenen Platz irgendwo bequem zu landen.


    Soviel erstmal zur Technik.
    Nun zu der Tankberechnung: 

    Kurz die Eckdaten (Mengen-Aachen) eingegeben und nachgeschaut: Mein Rechner spuckt mir für das Leg mit ca. 385 km Länge allein schon 37 Liter Spritverbrauch ohne Windfaktor, Start/Platzrunde/Rollen und Reserve aus. Im Kopf überschlagen kommt das bei 15 l/Stunde bei 150 km/h Reise auch in etwa hin.

    Am gleichen Tage war ich ebenfalls von Giessen nach Arnsberg unterwegs und weiß, dass ab 3000 Fuss etwa 30-40km/h ziemlich starker Gegenwind in Reiserichtung NW war. Da in der D-MIJK ebenfalls die GS im Skymap anzeigt wird, hätte der Pilot dieses bereits bei Erreichen der Reiseflughöhe sehen können.

    Grob überschlagen also zusammengefasst: 
    37 Liter + 1/3 Aufschlag Windfaktor + 10 Liter Reserve lande ich bei etwa 62 Liter. Persönlich hätte ich die Kiste in Mengen einfach voll gemacht.

    Wie man da mit nur 44 Liter ausfliegen kann erscheint mir leider echt rätselhaft.
    Gott sei dank ist kein Mensch in der Luft oder am Boden zu Schaden gekommen.

    In der Haut des Piloten wollte ich aber nicht stecken egal wie und was die Untersuchungen demnächst ergeben werden.
  • TeeJay schrieb:

     Persönlich hätte ich die Kiste in Mengen einfach voll gemacht.

    Ich auch !
    Vor allem, wenn er alleine unterwegs gewesen ist. Da wäre ja auch das Gewicht kein Thema gewesen. Versteh ich nicht, warum da von machen Piloten Spitz auf Knopf gerechnet wird. Macht die Kiste voll und gut ist. Je nach Höhe kann der Wind dann doch mal etwas stärker blasen und sich die Zeit mal eben um 30 Minuten verlängern.

    Sascha
  • Die D-MIJK hat eine Fuelcat, die zuverlässig sowohl den Durchfluss als auch die Restmenge bereits inklusive ca. 5 Liter Reserve anzeigt.

    Soviel erstmal zur Technik.
    und genau auf diese "Technik" würde ich mich nicht verlassen. Ich war auch an dem Tag
    mit C42 unterwegs. Zeitweise Grundgeschwindigkeiten von 110km/h ?...da merkt man den
    "fliegenden Widerstand" ganz deutlich..(oder auch nicht !?)
    lieber flieg ich mit 10kg überladen als mit ner 5l Restreserve.
    gruß Reinhard
  • Völlig unabhängig von der Diskussion, was hier möglicherweise schief gelaufen ist : ist es tatsächlich realistisch, bei einem 100 PS - Rotax in einer C 42 bei einer geplanten Reisegeschwindigkeit von 150 Km/Std. von eine Verbrauch von 15 Liter auszugehen ? Mein 100 PS - Rotax braucht in der Savannah S jedenfalls mehr, ich rechne mit mindestens 18 l / Std. incl. Warmlauf- Roll- und Startzeit.

    Dietmar

  • ...ist ja alles so richtig, wie ihr es schreibt, aber die tatsächliche Flugzeit wurde mit 2 Std und ein paar Minuten angegeben, was einen Verbrauch von max. 36 Liter ausgemacht hätte, wenn ich mal großzügige 18 l/h ansetze. Das verbraucht mein 100 PS Rotax bei  5000 U/min. Diese Flugzeit hat uns ja hier schon ein Kamerad bestätigt. Wenn laut Pilot bei einer Sichtkontrolle über 40 Liter im Tank waren, sollte man ihm daraus keinen Strick drehen können... ;-)


    Auf Fuelcat oder Benzinuhren würde ich mich auch nicht verlassen...


    Volker

  • DiJoZi schrieb:

    Völlig unabhängig von der Diskussion, was hier möglicherweise schief gelaufen ist : ist es tatsächlich realistisch, bei einem 100 PS - Rotax in einer C 42 bei einer geplanten Reisegeschwindigkeit von 150 Km/Std. von eine Verbrauch von 15 Liter auszugehen ? Mein 100 PS - Rotax braucht in der Savannah S jedenfalls mehr, ich rechne mit mindestens 18 l / Std. incl. Warmlauf- Roll- und Startzeit.

    Dietmar



    Meine gefühlte Erfahrung gerade bei den neueren Kisten, gleich egal ob C42, FK9, WT9 oder andere:
    Je neuer die Kisten, je mehr elektronisches Spielzeug verbaut wird, desto Höher der Verbrauch.

    Ich denke der Verbrauch ist zum Teil auch von der jeweiligen Flugweise eines Einzelnen abhängig. Ich bin mit 15 Litern bei der 100 PS C42 bisher immer gut gefahren, bei der 80 PS würde ich etwas weniger ansetzen, bei einer WT9 würde ich sogar 20 Liter ansetzen.
  • Volker-P schrieb:

    ...ist ja alles so richtig, wie ihr es schreibt, aber die tatsächliche Flugzeit wurde mit 2 Std und ein paar Minuten angegeben, was einen Verbrauch von max. 36 Liter ausgemacht hätte, wenn ich mal großzügige 18 l/h ansetze. Das verbraucht mein 100 PS Rotax bei  5000 U/min. Diese Flugzeit hat uns ja hier schon ein Kamerad bestätigt. Wenn laut Pilot bei einer Sichtkontrolle über 40 Liter im Tank waren, sollte man ihm daraus keinen Strick drehen können... ;-)


    Auf Fuelcat oder Benzinuhren würde ich mich auch nicht verlassen...


    Volker



    Prinzipiell solltest Du Dich auf keines der Fluginstrumente verlassen ;-)

    40 Liter sind aber defintiv zu wenig Volker. 62 wie weiter oben vorgerechnet wäre realistischer, voll getankt die beste und stressfreiste Lösung.
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