sozusagen schrieb:So geht/ging es mir aber auch. Alleine war bzw. ist entspannter. Wo ich insb. immer die Krise bekam war, wenn es noch Kommandos im Endanflug gab. Denn ja, wenn ich da sowas höre wie "mehr rechtes Seitenruder" und "linke Fläche hängen lassen", neige ich schonmal dazu rechts und links zu verwechseln. Da im Endanflug hatte ich besonders als Flugschüler keine Kapazitäten mehr frei, um mir auch noch Gedanken darüber zu machen was der FL auf dem rechten Sitz von mir da jetzt will. Wo ist rechts?waldopepper schrieb:Spricht für dich, aber nicht für den Fluglehrer.
ich war wesentlich entspannter wenn ich alleine geflogen bin als wenn der FI neben mir sass.
Irgendwann habe ich mich dann nur noch gefragt: "Wer von uns fliegt denn jetzt das Flugzeug? Ich oder er? Wenn er fliegt, soll er es gefälligst auch selber tun. So lange nicht ′I have control′ von rechts kommt, fliege ich... und dann fliege ich auch (ohne mich von dem Typen rechts ablenken zu lassen)!"
Wie ich hier an anderer Stelle ja schon mehrfach geschrieben habe, slippe ich gerne im Endanflug. Wenn da dann von rechts der Spruch kam: "Du brauchst nicht zu slippen, wir haben auch Klappen, ich fahr sie dir mal rein", nur um 3 Sekunden später den nächsten Spruch zu kassieren: "Ja, also für diese Klappenstellung bist du jetzt aber viel zu schnell", habe ich mir immer nur gedacht: "Ja danke, wer hat denn eben die Klappen rausgefahren?"
Ein anderer FL hat das meiner Meinung nach wesentlich besser gelöst. Der hat mir vorher erzählt, was ich gleich machen soll, also was er sehen will, und dann hat der mich machen lassen oder ist, wenn es ganz schiefging, eben selber geflogen. Aber im Endanflug war immer Ruhe. Oder wenn doch ganz selten mal Ansagen kamen, dann sowas wie "Fahrt halten" oder so, aber keine komplizierten Sachen mit rechts und links, Seiten-, Quer-, Höhenruder, ....
Was ich auch immer richtig nervig fand: Die Fluglehrer haben den Flugstil des/der anderen FLs als gefährlich hingestellt. Da hieß es immer nur: "Das hast Du bei x gelernt. Bei mir machst das aber nicht!" Slippen, Klappen im Landeanflug wieder einfahren, enge Kurven, ... jeder hatte da seine Spezialitäten. :-(
So hat mir ein Fluglehrer z.B. beigebracht auch ruhig im Landeanflug bei ausreichendem Tempo die Landeklappen wieder einzufahren. Auf meinem ersten Solo-Streckenflug habe ich das dann auch gemacht, weil ich mich mit der Größe der Platzrunde verschätzt hatte und den Verkehr hinter mir nicht aufhalten wollte. Also Landeklappen im Gegenanflug wieder eingefahren und auf Manöver-Geschwindigkeit beschleunigt.
Die Reaktion eines anderen Fluglehrers (Stingflyer) sah so aus:
--> https://www.ulforum.de/ultraleicht/forum/3_pilotenausbildung-spl/2775_korrekte-funksprueche/seite-7.html
Wenn es darum geht, daß der Flugschüler sich sein Lehrer aussuchen soll, würde ich vorab mal fragen "Nach welchen Kriterien denn? Und wie soll er das vorab beurteilen?"
Bei mir war es z.B. so, daß ich mit dem FL, mit dem laut Berichten anderer Piloten eigentlich alle gut klarkommen, irgendwie verdammt heftig aneinander gerasselt bin (siehe oben). Umgekehrt gilt aber genau das Gleiche: Mit dem, vor dem mich alle gewarnt haben, hatte ich keine Probleme. Da bin ich zwar fast immer schweißgebadet ausgestiegen, aber das lief, auch wenn der Typ herber war als ein Jever Pils.