Moin,
die meisten Segelflieger haben ein BZF, mir fällt im Moment aber kein Segelflugzeug ein bei dem ein Funkgerät zur Mindestausrüstung gehört. Trotzdem sind die nahezu alle mit Funk unterwegs.... Rechtlich ist es aber möglich ohne Funk Segelflug zu betreiben: Augen auf in der Platzrunde.... und auch sonst :-)
Gruß
Herbert
ca-max schrieb:@ BlueSky9:
mal ganz unter uns:
ich habe vor kurzem einen wirklich ernsthaften Versuch unternommen, gegen den komischen Spruch von der einzig wahren „Position“ im Segelfliegerfunk anzugehen. Weil ich ihn für merkwürdig, sinnfrei und unverständlich, ja gerade zu für verschroben gehalten habe (du wirst mich verstehen, denke ich...). Überall in der Welt heißt es Gegenanflug, Downwind, (oder eine landessprachliche Entsprechung von Downwind), nur wir Segelflieger in D. sagen dieses unsinnige Wort.
O.k., wir wissen, daß das Wort Position, allein und ohne Attribut gebraucht, sprachlogisch keinen Sinn macht. Erst mit Attribut („Position Kieskuhle“) wird es allgemein verständlich. Man muß also schon wissen, was mit „Position“ wirklich gemeint ist, nämlich eine „Position im Gegenanflug- querab des Aufsetzpunktes“. Wobei der jetzt sinnhaltige Inhalt natürlich viel zu lang für eine Funkphrase ist. Nur, für den Funkverkehr war die Bezeichnung „Position“ weder in der langen, noch in der kurzen Form jemals gedacht!
Nach und nach hat man aber gemerkt, daß eine Funkmeldung an eben jener Querab-Position eine gleichermaßen nützliche wie sicherheitsfördernde Funktion hätte, und ist man hat – an einzelnen Segelflugplätzen – eingeführt, daß anfliegende Flugzeuge dort eine kurze Meldung absetzen. Es gibt bis heute keine Segelflieger-Regel, daß das so gehandhabt werden muß! Allein die Einsicht in die aufmerksamkeitsfördernde Wirkung der Meldung hat für die weitere Verbreitung dieser Sitte gesorgt.
Und jetzt vergleiche einmal die Länge der von Yossarian so brav und vorbildlich ;) aufgezeigten Meldung – „rechter Gegenanflug (Piste) 04“ – mit ihrem Informationsgehalt, da müßte dir was auffallen: So ein Gegenanflug ist mal locker drei Kilometer lang; was erfährst du also wirklich, wenn du die Meldung hörst? Fast nichts! Zehn Silben für fast keine Information!
Und was ist mit der verruchten „Positiooon“? Ein einziges Wort, und du weißt genau, was los ist, nämlich: ein Segelflugzeug befindet sich im Gegenanflug, es ist jetzt gerade gegenüber der Schwelle, der Pilot wird jetzt seine Landeinteilung abfliegen (ganz sicher, weil er anders nicht kann), und in spätestens zwei Minuten ist er am Boden. Praktisch, nich?
Die NfL-Sprechfunkverfahren fordert, daß Funkmeldungen „einheitlich, knapp und unmißverständlich" zu sein haben. Daraus ist doch nur eine Folgerung abzuleiten: Die Querab-Position gehört verbindlich in das BZF-Wissen und die BZF-Phraseologie!
o.k., an der „Unmißverständlichkeit“ wird man noch arbeiten müssen... :)