Kalkulation von Gesamtkosten eines eigenen ULs

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  • In meiner Rechnung hatte ich nur die Fixkosten berücksichtigt die messbar sind.
    Landegebühren sind von Platz zu Platz unterschiedlich und hängen von der Anzahl der Landungen / Monat ab.
    Da hat so jeder seinen eigenen Duchschnitt. Das kann ich aber einbauen mit einem Multiplikator a la Landungen / Monat x 5€ wenn man davon ausgeht das es im Schnitt 5€ sein sollen. Aber ich denke soviel Kopfrechnen darf man jedem zumuten ;-)

    Ich komme im Schnitt / Monat z.B. auf 12 Landungen. Mir ist das aber auch vollkommen Latte bzgl. der Landegebühren.
    Wenn ich fliege dann tue ich das wegen oder für das Fliegen an sich.
    Und ob mich dann ein Flug 10 oder 50 Euro gekostet hat ist mir egal solange es Spass gemacht hat!
    Die Möglichkiet jederzeit zu meiner Maschine fahren zu können und wann immer es mir passt diese von der Decke zu holen um dann mal eben mit meiner Süssen zur Binz, Idar Oberstein, Koblenz oder wo auch immer hin um nen Kaffee, ein "Sierra" oder Gyros zu futtern ist durch nichts zu ersetzen!

    Wie DAL schon schrieb. Wenn ich das Buchhalterisch betrachte dann ist irgendwann zuviel Limitierung.

    Fliegen ist absolut sinnbefreit und kostet nur! Aber es ist ein geiles Hobby!
  • Moin Steve,

    Flyinflo hat einen sehr schönen Satz geschrieben, nämlich "Sobald sich etwas rechen muß, geht die Leidenschaft verloren". Und Peter (QuaxC42) schreibt zugleich "Eigener Flieger = Freiheit = unbezahlbar".

    Berufsbedingt rechne und spiele ich gerne mit Zahlen, so daß ich Dir trotz meiner Vorliebe und Leidenschaft fürs Videofilmen, Fliegen und Photographieren rein ökonomisch nicht zum eigenen UL raten kann. Rein betriebswirtschaftlich!

    Du mußt ca. 500,oo Euro bis 600,oo Euro p.a. für einen Hallenstellplatz kalkulieren.

    Je nach Versicherung (CSL/Insassen/etc.) können dies zwischen 1.500,oo und 3.600,oo Euro p.a. sein. Hier mußt Du Dich wirklich bei den etablierten Versicherern schlau machen und Angebote vergleichen - ähnlich wie bei der Privaten Krankenversicherung.

    Die Jahresnachprüfung kostet Dich über die DAeC-Prüfer ca. 100,oo Euro.

    Die Ausgaben für die Anschaffung solltest Du dann zumindest mit einem Sparbuchzinssatz als Opportunitätskosten erfassen. Bei ca. 25.000,oo Euro Kaufpreis für eine C42 sind das bei einem Zinssatz von 2,25% immerhin 562,50 Euro pro Jahr.

    Für Wartung und Instandhaltung mußt Du am besten hier im Forum auf die Erfahrung von anderen UL-Eignern zurückgreifen; die können Dir am besten erklären, ab wieviel Betriebsstunden, welche Reparatur- und Wartungskosten anfallen. Kannst Du bzw. darfst Du diese Arbeiten selbst ausführen, bleibst Du bei den reinen Materialkosten hängen. Gibst Du Deine C42 in die Werft, zahlst Du entsprechend mehr.

    Wenn Du Dir nun vor Augen hältst, daß Du an 52 Wochenenden im Jahr fliegen könntest, wovon wetterbedingt ggf. nur die Hälfte fliegbar wäre, bleiben Dir 26 Wochenenden, also 2x26x12 Std. = 624 Stunden, an denen Du fliegen könntest.

    Ich weiß nicht, welche durchschnittliche Flugstundenzahl von den UL-Piloten hier im Forum pro Jahr geflogen wird, aber ich denke, daß es gerade einmal 10% davon sind, also ca. 60 Stunden pro Jahr.

    Wenn Du nun 60 Std. x 80,oo Euro Charterpreis/Std. rechnest, landest Du bei 4.800 Euro im Jahr.

    Naja, und wieviel Jahre brauchst Du nun, um das Vielfache dieser 4.800 Euro mit den Anschaffungskosten, zzgl. der Opportunitätskosten (Zinsen und Abschreibung), Rücklage sowie mit den Flugbetriebskosten (Sprit), Versicherung, usw. aufzuwiegen?

    Ergo: Chartern dürfte betriebswirtschaftlich gesehen das Günstigere sein.

    Aber wie heißt es in der Werbung für einen mir sehr lieben Automobilhersteller: "Ohne Herz wären wir nur Maschinen", soll heißen, laß′ die Rechnerei bei Seite und hör′ auf Flyinflo und QuaxC42 bzw. auf Dein Herz :-)

    Fliegergruß!
    Pennula
  • Schöner, als es Pennula gelungen ist, diese immer wieder kehrende Frage zu beantworten, geht es, glaube ich, bald nicht mehr.

    Natürlich ist die Anschaffung des ersten eigenen Fliegers ein Sprung in's eiskalte Wasser, und dabei hätte jeder gerne ein bischen doppelten Boden. Ich glaube mehr, als bisher zu diesem Thema bereits vorgerechnet wurde, ist kaum möglich, zumindest nicht mehr sinnvoll. Es ist ein teures Vergnügen, aber das Gute daran ist, dass, wenn man von diesem Virus erst mal infiziert ist, gibt es sowiso keinen Weg mehr zurück. Ab dann ist es absolut egal was auf einen zukommt: man wird es bezahlen... und es wird auch gelingen.

    Gruß - Rüdiger

  • So, jetzt komme ich hier auch mal zum antworten.

    Erst einmal herzlichen Dank. Das ganze hilft mir jetzt erst einmal auszurechnen, ob ich mir das leisten kann.

    Wie ich schon geschrieben habe, geht es ja nicht um Wirtschaftlichkeit, denn das ist es ganz klar nicht. Im Moment fliege ich im Verein zwischen 35.- und 39.- Euro die Stunde. Das ganze sogar nass. Klar, da kommt dann halt noch Jahresbeitrag und Arbeitseinsatz dazu. Trotzdem gibt es halt die Nachteile, dass man sich 1-2 Maschinen teilen muss und von wegen mal 1 Wochenende mit dem Flieger weg, das geht halt gar nicht.

    Aus dem Grund überlege ich mir eben, auch einen eigenen Flieger in eine Halle zu stellen.

    Mit den ganzen Daten, die ich jetzt hier bekommen habe, muss ich mich trotzdem erstmal hinsetzen und durchrechnen. Hingegen anderen Personen, die sich auf der Aero so ein Flieger gleich einpacken lassen und mitnehmen, kann ich das mit meinem Geldbeutel leider nicht so einfach.

    Nur aus diesem Grund bin ich gezwungen, mir einen gesamten realistischen finanziellen Überblick zu schaffen.

    Ihr habt mir sehr geholfen.....

    Bis bald...
    Steve

  • rlippok schrieb:

    Schöner, als es Pennula gelungen ist, diese immer wieder kehrende Frage zu beantworten, geht es, glaube ich, bald nicht mehr.


    Natürlich ist die Anschaffung des ersten eigenen Fliegers ein Sprung in's eiskalte Wasser, und dabei hätte jeder gerne ein bischen doppelten Boden. Ich glaube mehr, als bisher zu diesem Thema bereits vorgerechnet wurde, ist kaum möglich, zumindest nicht mehr sinnvoll. Es ist ein teures Vergnügen, aber das Gute daran ist, dass, wenn man von diesem Virus erst mal infiziert ist, gibt es sowiso keinen Weg mehr zurück. Ab dann ist es absolut egal was auf einen zukommt: man wird es bezahlen... und es wird auch gelingen.


    Gruß - Rüdiger


    Hallo Rüdiger,


    genau so ist es. Komme gerade aus Koblenz zurück. Ein wunderbarer Nachmittag. War mal durch die Weinberge nach Winnigen runter gelaufen. Schönes Cafe am Brunnenplatz. Ich könnte Euch stundenlag vorschwärmen was ich in den letzten Wochen erlebt habe. Bamberg ,Coburg , Wangerooge, Mannheim, FFm/ Hahn , Leipzig und und ..


    Ich gebe mein Geld eben für Benzin aus ( und Landegegebühren ;)


    Was soll ich sparen wenn ich mein Hobby gefunden habe. (für andere teure Hobbys bleibt eh keine Zeit)  


    Tipp für die zukünftigen Eigner:


    1.Viel wichtiger ist, dass Ihr einen gescheiten Flugplatz und Hallenplatz in Eurer Nähe habt!


    2. Keine Exoten kaufen


    3. sicherstellen, dass Ihr in der Nähe oder am Platz optimale Wartung auf dem Muster bekommt


    4. den Rat von Experten und anderen Eignern auf dem Muster einholen


    Die Risiken sind dann gering. Hast Du irgendwann keine Lust oder kein Geld mehr, verkaufst Du wieder.


    Die schöne Erfahrung kann Dir keiner mehr nehmen.


    Grüße  Peter

  • Hallo

    Ich kann dem bisher Geschriebenem nur zustimmen. Man sollte sich einen finanziellen Überblick verschaffen, wirklich nachrechnen sollte man das Hobby lieber nicht.
    Wer nach ein paar Jahren mal ehrlich rechnet, kommt auf irgendwas um 100€/h.
    Aber versuch es doch einfach. Wenn sich herausstellt, dass Fliegen doch nicht dein Ding oder finanziell auf Dauer nicht zu stemmen ist, verkauf den Flieger wieder. Denn einen Vorteil haben die gebraucht gekauften ULs auf jeden Fall, sie sind relativ wertstabil.

    MfG
    fly96
  • Hier nochmal meine UL-Kosten aufgeschlüsselt
    (grob aus dem Kopf +/-)

    3-Achser / Rotax 912
    Anschaffung gebraucht: 37.000,-
    Transponder nachgerüstet: 2.100,-

    geflogene Stunden pro
    Jahr ca. 40-50.

    Wenigflieger machen ca. 15-25h
    Vielflieger-Rentner schaffen auch mal 100-120h ;)

    ------------------------------------------

    Hallenmiete 12 x 150,-    = 1800,- p.a.


    Kombinierte Halter u.
    Passagier-Haftplicht (CSL)
    über Adrian Gutzweiler        = 380,- p.a.


    Jahresnachprüfung           = 120,- p.a.


    Rettung Packen alle
    6 Jahre ca. 900,-          = 150,- p.a.


    100 St.Kontrolle mit
    Filter/Kerzen/Öl usw.
    alle 2 Jahre ca. 200,-     = 100,- p.a.


    Ersatz/Verschleissteile/
    Kleinteile/Reifen/Bremsen
    /Gummis ect.
    mal ganz grob               = 250,- p.a


    Vollkasko für 37.000,-
    mit 5000,- SB bei einem
    Piloten waren ca. 1400,- p.a.
    Habe ich aber nicht mehr.
    (war mir zu teuer)


    Weitere Rücklagen bilde ich nicht.
    Wenn was kaputt geht, wird es gemacht.
    Bisher (ca. 6 Jahre) war es nur
    Kleinkram s.o.


    Direkte Betriebskosten
    ca. 50 x 12 Liter Super Bleifrei   =  900,- p.a.

    Langegebühren
    ca. 35 x 5,-                       =  175,- p.a.

    Kaffee & Kuchen am Zielflugplatz   =  200,- p.a. :))


    -------------------------------------------

    Zinsen bzw. Kapitalbindung werden nicht
    gerechnet - das ist m.E.totaler Quatsch
    bei einem Hobby!

    Alles in allem kostet Dein eigener Flieger im
    Jahr etwa genau soviel, wie viel Rauchen.

    Ich rauche nicht, also bekomme ich meinen
    Fliegerunterhalt quasi "geschenkt"  :)))


    Und nie vergessen: Fliegen *lohnt* sich
    Betriebswirtschaftlich *nie* - egal ob
    Charter oder eigener Flieger - aber es
    ist einfach nur GEIL!!!

     :-)

    BlueSky9


    P.S. ich hoffe, ich habe nichts Entscheidenes vergessen.
    Wenn doch, bitte melden 
  • @Osrambirne: 

    35 bis 39€ NASS die Stunde?

    Das ist mit Abstand das preiswerteste was ich je gehört habe !

    Ist Freiburg ein Spritsteuerparadies? ;)

    Denke mal da sind vieeeele Arbeitsstunden fällig oder?

    _____

    Die Frage beim eigenen Flieger ist doch sicher auch, wie sehr man sich dann noch an den zeitintensiven Dingen am Platz beteiligen muss. 

    Ich persönlich habe für mich entschieden (nachdem ich jahrelang gesagt hab, "ich spare auf ein  Flugzeug"), dass es eben doch mindestens 3000€ im Jahr sind, bevor man auch nur eine Minute in der Luft war.

    Was noch interessant sein könnte ist die Kombination "Charter, wenn die Frau mitwill" und ein 120KG Gerät, was auf den Hänger passt für abends zwischendurch.

    Was meint Ihr dazu?

    Ist das so viel billiger, wie ich mir erhoffe?

    ~35PS = 3-7 Liter die Stunde. Kein Hangar, weil Garage (die ist kostenfrei vorhanden)...

    Evtl. sogar elektrisch in ein paar Jahren? 

    Was meint Ihr?

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