Hallo zusammen,
ich befinde mich aktuell in der Ausbildung PPL und werde diese, sofern das Wetter mitspielt, in den kommenden Wochen abschließen. Ich möchte gerne ein eigenes Flugzeug haben und mir ist klar, dass das in den meisten Fällen teurer sein wird als chartern - darum soll es hier gar nicht gehen. Mir geht es um die ständige Verfügbarkeit.
Nun bin ich nach meinen Recherchen ganz gut im Bilde, was mich so ein 40 Jahre altes Geräte wie PA28 oder C172 sowohl in Anschaffung als auch Unterhalt kosten wird - im Standardfall, wenn nichts ungewöhnliches "dickes" passiert. Mich interessiert sehr, wie sich diese Punkte bei einem UL ändern... und ich meine da speziell die Richtung WT9 oder VL3 und ähnliches... mir persönlich sagen C42 und ähnliches optisch nicht so zu... mir ist schon klar, dass man in dieser Kategorie bei der Anschaffung deutlich tiefer in die Tasche greifen muss (und damit der Wertverlust in Summe wohl auch deutlich höher ist, oder?)...
Wie verhalten sich folgende Punkte, die ich für PA28 Archer recherchiert habe, wohl ungefähr bei UL wie VL3?
Fix
- Hangar: 4.000 Euro p.a. (ist bei UL natürlich sehr ähnlich, zumindest hier am Platz)
- Versicherung: 2.700 Euro p.a.
- Jahresnachprüfung: 3.000 Euro bis 5.000 Euro p.a.
- Camo Vertrag: 1.000 p.a.
Summe: 10.700 Euro bis 12.700 Euro
Variabel bei 40 Flugstunden p.a.:
- AVGAS 2,80 pro Liter
- Verbrauch 35 Liter pro Stunde = 112 Euro pro Stunde
- Öl: vernachlässigbar
Summe: 112 Euro x 40 Stunden = 4.500 Euro etwa
Macht pro Stunde irgendwas zwischen 380 Euro und 430 Euro. Das dürfte im Jahresmittel ganz gut hinkommen - zusätzlich natürlich noch ne Rücklage für wilde Geschichten, außerhalb der Reihe - zB Motorüberholung: 50.000-60.000 Euro mal so als "Worst-Case" Beispiel (bei 2000 Stunden also rechnerisch nochmal 27,50 Euro pro Stunde im Mittel).
Wie sieht es bei UL aus?
Versicherung?
Jahresnachprüfung?
Verbrauch kann ich natürlich selber ausrechnen...
Wertverlust? Klar, kann keiner genau vorhersagen....
Ich würde mich sehr freuen über realistische Erfahrungsberichte, insbesondere von Eignern. Und wenn mich mal irgendwo jemand in Norddeutschland probe sitzen lassen will (noch nie in einem UL gesessen... (naja, 2012 mal kurz, aber das ist lange her)... nur für das "Cockpit-Gefühl" - den Unterschied zur Echo-Klasse fühlen :)
Und ich will hier wirklich keine Diskussion über Echo vs UL führen - ich denke, da darf jeder machen, wie es ihm beliebt und ich frag mich halt gerade, was mein Weg werden soll. Zwei Sitze reichen mir - Stand heute und das Thema Gewicht hab ich im Blick.
Danke!
Moin,
die Kosten dürften bei einem UL etwa Faktor 3 - 4 günstiger sein, wenn man über den Daumen kalkuliert.
Beim UL kommt noch der Punkt hinzu: "Was kann ich selber machen?" Im Gegensatz zur Ecko, darf man eine ganze Menge. Dieser Punkt hängt von den eigenen Fähigkeiten ab und eben auch davon, ob man jemanden qualifizierten hat, der einem auf die Finger schaut. Denn "mal basteln" geht in dem Bereich gar nicht.
Bei nur 40 anvisierten Stunden im Jahr, verstehe ich nicht, warum es eine VL-3 oder WT-9 sein muss? Eine C-42 muss es nicht unbedingt sein, aber es gibt noch Zodiac, Breezer und Co. für einen deutlich schmaleren Taler, die günstiger zu warten und zu unterhalten sind.
Für eine JNP zahle ich ich um die 100,-- Euro. 500,-- Rücklage p. a. für das RG, plus einen Tausi für den Motor. Dazu ein paar hundert für Kleinkram (Reifen, Öl, Filter, etc.) Versicherung, 300,-- Euro, denn eine Kasko spare ich mir (mein Vogel hat nur einen Wert von 25 K). Bei ebenfalls durchschnittlich 40 Stunden im Jahr, liege ich insgesamt, bei rd. 130 - 150,-- Euro die Flugstunde im Jahr.
Danke für die Antwort. Ne, nicht falsch verstehen - es MUSS keine VL3 sein, ich fand das nur als Vergleichsobjekt interessant. Auch die 40 Stunden sind nicht in Stein gemeißelt - aber aus dem Hörensagen, dass die meisten weniger fliegen, als vorher gedacht, dachte ich mir: Ich kalkuliere mal erstmal grob damit und irgendwas muss ich ja ansetzen um zu vergleichen.
Aber das ist schon einmal super spannend... JNP 100 Euro - das überrascht mich. Auch die Versicherung - aber die würde mit Kasko und einem 200k-Flieger natürlich deutlich härter zuschlagen.
Also - bei einem günstigeren UL kann das bei 130 bis 150 pro Std landen und das wären bei angenommenen 40 Stunden um die 6.000 pro Jahr - das ist natürlich schon ein Unterschied. Was zahlst Du für den Hangar?
Ich würde eher von halben Kosten ausgehen.
- Halle kostet für beide gleich viel. Hängt eher von Standort ab als von UL - Echo
- Versicherung (Vollkasko) geht nur nach dem Versicherungswert. Da ist ein 200.000 Euro UL deutlich teurer als ein 60.000 Euro altes US-Blech
- JNP (UL) ist sicher deutlich billiger als das ARC bei Echo. ARC etwa 1000 plus was so anfällig gewechselt werden muss.
- Auch Echo (ELA1 und ELA2 nach Part M und ML) kann man eine Menge selber machen. Ist nur etwas mehr Papierkram als bei UL
- Ersatzteile sind bei UL meist deutlich günstiger.
- 100 PS UL so 20 l/h Mogas. 150 PS Echo kann man auch für 30 l/h Mogas fliegen.
Gefühl im Cockpit: Das ist sehr individuell. Ich habe einen langen Oberkörper und kurze Beine:
C172: kann ich super sitzen
PA28: passe ich nicht rein, stoße mit dem Kopf ans Dach. Zudem mit nur einer Tür Einstieg sehr unkomfortable
DR400: Kann ich gut sitzen, wenn auch nicht mehr viel Platz überm Kopf ist
TB10: Keine Chance. Viel zu niedrig
Breezer: geht gut
Z602 (mein eigener bzw HG): einfach und spartanisch ausgestattet aber super Sitzkomfort.
VL3: keine Chance. Haube zu nur mit eingezogenem Kopf
WT9: geht ganz gut
....
Wie du siehst: Das musst du ganz persönlich für dich rausfinden.
Diesen Vergleich nur auf der monetären Ebene zielt viel zu kurz, eine z.B. C172 kann man zwar stumpf von der Kostenseite mit einer C42 vergleichen wenn man unbedingt will, aber was soll das? Egal welches UL, man bekommt nie 4 Personen rein...
Aber auch wenn man sich in der D-E Klasse auf Zweisitzer beschränken will, ist es kaum vergleichbar, man hat in dieser Klasse einfach mehr Möglichkeiten. Und das nun gegen Geldbetrag XY aufzuwiegen ist höchst individuell, wenn überhaupt sinnvoll möglich.
Kurz: Frage macht keinen Sinn, ausser man fliegt nur max. mit 2-Sitzer VFR Tag und in ausgewählten Ländern in Europa herum (flieg mal mit einem 600 kg-UL nach Frankreich...).
Chris
Chris_EDNC schrieb:Doch, macht sie. Denn um den höchst individuellen Vergleich der erweiterten Echo Möglichkeit gegen deren Aufpreis zu machen, muss man erst wissen wie hoch dieser ist.
Kurz: Frage macht keinen Sinn.
Und wenn das eigene Profil so ist, dass es keinen/kaum Unterschied gibt (VFR tagsüber mit max 2 Personen innerhalb Deutschlands...), kann man es sogar direkt vergleichen.
Nordex schrieb:Wenn es so ist (und bleibt...). Das hat der Fragesteller aber (bis auf 2 Sitze) so nicht präzisiert.
Und wenn das eigene Profil so ist, dass es keinen/kaum Unterschied gibt (VFR tagsüber mit max 2 Personen innerhalb Deutschlands...), kann man es sogar direkt vergleichen.
Chris
Einen schönen Anhalt zur Kostenkalkulation hat Pilot Alex unter
https://www.youtube.com/watch?v=8Hxb1H5on9Y
gemacht.
oder hier vom Delta Mike Heavy:
https://www.youtube.com/watch?v=8DMn2-RJCug
ebenfalls sehr hilfreich.
Viel Erfolg - Bernhard
Danke! Die Videos sind 2 und 4 Jahre alt - passt das noch einigermaßen oder tendenziell eher +20% / +30%?
Aus meiner Sicht kannst du schon 20% dazurechnen. Nimm dir von Delta Mike Heavy das Excel Sheet und trag Deine Realdaten ein. Meine C 42 ist z.B mit ca. 60.000 versichert und kostet 1250 Vollkasko CSL + ca. 300 Haftpflicht. Mein Hangar steigt gerade von 190 auf 210 /Monat. Super 98 2,10 / Liter. , Mein Club will 360 Euro im Jahr sehen. So führt nichts darum herum dass Du Deine individuelle Berechnung machen musst.
Grundsatz 1 - Es wird immer etwas teurer als geplant
Grundsatz 2 - der "Wert/Spaß" des eigenen Fliegers ist immer etwas höher als geplant - merkt man besonders dann, wenn er mal nicht zur Verfügung steht.
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