Alpenflug und Anfänger

Forum - Unfallprävention
  • Elman schrieb:

    Also die Leewirbel haben Dich nach unten gedrückt aber Du musstest eh sinken? Ich frage mich was in einem Alpental bei Seitenwind ist wenn ich auf meiner Seite Leewirbel habe. Ich kann doch nicht einfach links fliegen? Aber wahrscheinlich bleibt man so hoch wie möglich, vielleicht sogar über den Bergkämmen, die man seitlich sieht. Dann kommt bei im Beispiel LOIJ der Meldepunkt und ich sinke stark und melde mich bei denen. Ab dem Meldepunkt weiß doch LOIJ wer wo unterwegs ist und sagt es mir. Also bin ich dann schon recht tief im Tal drin aber die Gefahr andere zu treffen sinkt.

    Ja genau, die Leewirbel haben mich gut durchgeschüttelt. Das sind ja eher Böen, als konstanter Wind. Es ist halt ruppig. Links im Tal fliegen geht garnicht wegen dem entgegenkommenden Verkehr. Das GAFOR Reference Level liegt dort bei 4.200 ft und der Grund liegt bei 2.100 bis 2.500 ft. Also bleibt man rechts, so weit wie möglich weg vom Hang. Wenn man wie ich, aus Norden LOGO anfliegend, über Mitterndorf Richtung Trautenfels kommt, fliegst man von Nordost, östlich um den "Grimming" herum, nach Südwest in das Tal nach LOGO. Immerhin ist der Grimming 7.713 Fuß hoch und ich wollte ja in LOGO (2.142 Fuß) landen. Unsere Flughöhe war bis Mitterndorf FL 55.

    Man hat eigentlich genug Zeit zum sinken, da es noch gut 3,5 NM sind. Aber hinter dem Grimming gab es aber ordentlich Fallböen bzw. Leewirbel. Die sind in größerer Höhe auch kein Problem aber in Bodennähe wird es dann interessant und zu allem Überfluss kommt dann noch ein Taleinschnitt nördlich von Sankt Martin am Girimming, der wie eine Düse den Wind Cross zur Bahn lenkt.

    Warum die ganze Erklärung? Bei uns im "flachen" Land hast Du Leewirbel oft erst ganz zum Schluß im Final durch Gebäude oder eine Waldkante oder ähnliches, dann machst Du halt einen go-around wenn es nicht passt. In den Bergen ist aber wenig Platz, der Wind ist oft durch lokale Gegebenheiten deutlich anders als vorhergesagt und das auch schon in "größeren" Höhen. Wir hatten 10 Knoten angesagt, die Böen waren aber viel kräftiger.

    Schau dir einfach mal das 360° Panorama an. Ist ein super Platz!

    Insgesamt alles kein Problem, wenn man darauf vorbereitet ist (Thema Flugplanung). Da haben wir aber noch nicht von den Dingen gesprochen wie, über einen Pass fliegen und welches Wetter ist auf der anderen Seite und kann ich umdrehen oder nicht. Oder Wolken die hinter mir sind und mir eventuell den Rückweg versperren usw.

    Bei schönem Wetter alles gut, aber wenn es wolkig und vielleicht auch noch regnerisch ist dann wird es schnell eng.

    Wenn du keine Alpeneinweisung machen möchtest o.K., da kann dich keiner dazu zwingen. Aber das Forum taugt auch kaum als Flugschule ;-) 

    Das stimmt voll und ganz. Ich habe dort gelernt auf die Einheimischen zu hören. Wetterbericht sagte fliegbares Wetter voraus, Gafor grün, Wind mit 10-15 Knoten und die locals haben alle Flieger eingepackt. Hmmm... ich war erstaunt, das Wetter ist doch fliegbar. Eine Stunde später war ich froh im Lokal bei Pizza und Bier zu sitzen und nicht in der Luft zu sein und landen zu müssen. Lektion gelernt ;-)

  • Ich rufe immer vorher in LOGO an, bevor ich hinfliege. Die sagen dann schon ob es ratsam ist oder nicht.

    Einmal war die Auskunft so: Heute nicht ratsam, wegen so einem Wetter haben wir schon zu viele Leute verloren.................

    mfg hb

  • Ich rufe immer vorher in LOGO an, bevor ich hinfliege. Die sagen dann schon ob es ratsam ist oder nicht.

    Anrufen ist grundsätzlich eine gute Idee. 

  • Da kommen ja einige Infos zusammen. Danke @Tambelle und die anderen auch.

    Ich stelle mal fest das die Turbulenzen an den für mich fliegbaren Tagen so sein sollten das mein Flugzeug das schafft und ich bleibe rechts im Tal. Da ich mich auf unbekannten Flugplätzen einen Tag vorher telefonisch melde, mit FIS fliege und dann noch der Flugplatzfunk, dem ich sage das ich Anfänger bin…  ich hoffe irgendeiner würde mir noch sagen das ich an einem anderen Tag kommen soll wegen Wetter oder irgendetwas.

  • "Tag vorher" ist keine gute Idee. Ein paar Stunden vor Flugbeginn wäre besser, da ist das Wetter schon eher einschätzbar.

    mfg hb

    ps:  manchmal kann man aber schon am Tag vorher sagen, dass es wohl nicht gehen wird........

  • ... Da ich mich auf unbekannten Flugplätzen einen Tag vorher telefonisch melde, mit FIS fliege ...

    Am besten vor dem Abflug dort anrufen, ein Tag vorher bringt leider nichts. Das Wetter ändert sich viel zu schnell. Was vor einer Stunde war kann zur Landung schon ganz anders sein. Zumindest wenn man nicht nur bei Sonnenschein, blauen Himmel ohne Wolken und kaum Wind fliegt.

    FIS ist auch super, aber in den Alpen, zwischen den Bergen oft nicht erreichbar. Das hilft dann leider auch nicht. Selbst wenn man beim Einflug in das Tal noch Kontakt hat, kann sich das sehr schnell ändern. 

    All das,  und noch viel mehr bekommt man bei einer Alpeneinweisung erklärt 😉 

  • Ich will gern früh zeitig los, am besten um 7. Da ist dort noch keiner am Telefon, deshalb am Vortag. Ich habe Ausweichflugplätze im Plan, z.B. Pilzen Line, die haben vor um 9 geöffnet. Dann Deggendorf, Eggenfelden, Mühldorf…  Lechfeld bei Landsberg am Lech muss ich auch bald. 

    Einfach ist das nicht mit der Planung für eine Alpeneinweisung. Wetter 12 Stunden ok auf 1000km? Ich hab Zeit? Fluglehrer hat Zeit? Wenn mit Fluglehrer dann weniger Sprit mitnehmen und die zeitaufwändigen Tankstops planen. Und wenn dann der Fluglehrer mal etwas zeigen will - wir haben schon von reichlich Unfällen mit Piloten mit 1000 und mehr Flugstunden gehört.

    Und wenn ich dann doch mal abstürze, bitte nicht lachen. Ich mache mir zumindest einen Kopp und gehe die Sache nicht leichtfertig an.

  • ich hole mir sehr viele Informationen im Netz und taste mich dann ran.  Auch zum Alpen fliegen. Es nützt nichts sich nur einzulesen man muß vieles auch erlebt haben. Bei gefährlichen Sachen kann allerdings das erste Erlebis bereits den Tod bedeuten. Käm ja keiner auf die Idee absichtlich in eine Gewitterwolke zu fliegen.  Aber  Thermik sollte man schon mal erlebt haben. Und Thermik in Italien und den Alpen ist dann noch mal im Hoch- Sommer  eine andere Nummer.  Da lernt man schnell warum man früh oder abends fliegt.  HAtte schon die Situation das in Zell amSee beim Start fast null  WInd war dann aber bei ordentlich Nordwind im Steigflug Saalfelden die Wirbel mich trafen. Wer das zum ersten mal erlebt staunt das die Flügel noch dran bleiben.  Habe die Minuten gezählt bis ich über den Kämmen war.  Jetzt achte ich auch sträker noch auf den Wind in der Höhe in den Meteogrammen bei Alpenflügen.  

    Wer über mehrere Tage und weit,  in oder über die Alpen fliegt,   wird mit dem Wetter auf jeden Fall eine Herausforderung bekommen.   

    Hier mal ein paar nützliche Videos bei denen  Piloten  von ihren Erfahrungen berichten. 

     Alpenquerung bei Schlechtwetter   https://www.youtube.com/watch?v=12q09nQn9aU

    Mauterndorf Anflug   https://www.youtube.com/watch?v=4oRXwcM79Q0

    sehr ehrlicher Bericht, lehrreich bei  19:54 nachfolgend:     https://www.youtube.com/watch?v=z0eUnl9y_Pw&t=1355s

    Freu mich schon auf die nächste Flug -Saison 

    Peter  

  • Wie schon gesagt ist FIS in den Alpen nur eine geringfügige Hilfe. Oft nicht oder schwer erreichbar und sie werden dich sicher nicht für schwere Turbulenzen warnen können, die zum Teil auch nur sehr lokal auftreten können. Kommst du in einem Rotor, wird es echt unheimlich, wenn nicht lebensgefährlich. Und bei Blauthermik sieht man die Rotorwolken als Warnzeichen nicht!

    In Österreich hast du das ′Glück′, dass ein Flugleiter vor Ort ist. Dies hat man in Frankreich oder Italien meistens nicht. (Schweiz auch nicht, aber das Land wird für UL′er eh kein Thema sein.) Da kann dir auch kein Mensch was zu den Wetter über Funk sagen und musst selbst Windsack, Landebahn uzw. checken. Da muss einfach alles sitzen und andere Fliegerkollegen werden von dir erwarten, dass du weisst, was du tust.

    Ja, es stimmt, dass oft auch Piloten mit viele Flugstunden verunfallen. Meistens sind Anfänger auch extremst vorsichtig. Doch wann das nicht so ist, passieren in den Bergen auch sehr schnell tragische und unnötige Unfälle mit Anfänger oder vielleicht erfahrene Flachlandflieger, die dennoch in den Bergen unerfahren sind.

  • Elman schrieb:
    Und wenn ich dann doch mal abstürze, bitte nicht lachen.
    Der einzige Absturz, über den jemand lachen würde, wäre wohl der am abendlichen Lagerfeuer mit zuviel Bier…

    Viel Glück und Erfolg bei Deinem Vorhaben!

    Gruß Lucky

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