FIS - JA oder doch lieber Squark 7000

Forum - Unfallprävention
  • HB-YIV schrieb:
    und weshalb "oder doch lieber squawk 7000". Wenn du einen Transponder im Gerät hast, musst du ihn immer einschalten. Das eine hat mit dem anderen eigentlich nichts zu tun.
    doch indirekt schon, von FIS bekommt man ja dann einen anderen Squawk als 7000
  • aviatrix schrieb:
    ...und es heißt "squawk", was im Englischen soviel wie "schreihen, kreischen" bedeutet.
    Das ist vollkommen richtig, @aviatrix, und dazu habe ich eine kleine Geschichte, wie es zu dem Ausdruck gekommen ist.

    Im WW II haben die Engländer ein Gerät entwickelt, das es dem Radar möglich machen sollte, feindliche von eigenen Flugzeugen zu unterscheiden. Bis dato konnte man die rückkehrenden Bomberverbände nicht von den ihnen folgenden deutschen Jägern unterscheiden. Dieses Gerät war der Vorläufer des späteren IFF (Identification Friend Foe) und lief unter dem Projektnamen ‘Parrot’ (Papagei).

    Bei der Überquerung des Ärmelkanals bekamen die englischen Bomber dann von Radar die Anweisung das IFF einzuschalten mit den Worten “Let your parrot squawk” (Lass deinen Papagei kreischen).

    Bis heute hat sich der Ausdruck in der Fliegerei gehalten.

    Gruß

    Eric

    P.S.: Ich fliege außerhalb der Platzrunde immer mit FIS, außer wenn’s zum Nachbarplatz geht (10 Min. Flug)

  • Auf Strecke immer mit FIS, die sehen auch nicht alles, aber eine Informationsquelle mehr. Habe auch schon erlebt, dass sie einem sagen konnten, ob die Gewitterzelle besser im Osten oder im Westen zuumfliegen ist. Schadet auf keinen Fall.

  • Transponder ein? Klar immer (ist jetzt ja auch vorgeschrieben).

    Melden bei FIS? In Platzrunden oder kurzen lokalen Flügen nicht. Auf Überlandflügen fast immer, bei langen Überlandflügen oder über See grundsätzlich.

    Ansonsten versuche ich die FIS-Frequenz durch mithören und kurze Funksprüche zu entlasten und mitzudenken. Bei besonderen Wetterphänomenen auch mal ein Report abzusetzen, zB die Position einer Gewitterzelle oder wesentliche Höhenänderungen gebe ich auch kurz bekannt.

    Near miss kommt immer wieder mal vor, das ist garnicht so selten. Der FIS  warnt davor effektiver als mein TRX, das nicht selten stumm bleibt. Dafür bin ich dankbar, und auch für Warnungen vor Kontrollzonen oder EDR's falls ich mal unaufmerksam war. Kommt selten vor aber passiert eben auch mal.

    Deswegen kommt der Dank für den Service nicht als Floskel sondern von Herzen.

    Gerd

  • Günter N schrieb:
    Mich würde jetzt brennend interessieren welche Argumente die „FIS- Nichtnutzer“ haben. Mir fällt keines ein.
    Mir auch nicht, damals schienen die bei einem vormaligen Verein so unnahbar und es gab Befürchtungen die wollen und werden einen bei kleinsten Vergehen anpissen....aus gleichen Grund wurde auch der Transponder (die meisten hatten nicht mal einen) ausgelassen.....was für ein Quatsch.

    @CBK hatte mal eine Liste (weiß gerade nicht ob hier oder im PuF) warum FIS doch nicht der Burner ist, mich hatte aber kein Argument überzeugt

  • Hallo,

    ich gehöre auch der großen Mannschaft, die immer nach Verlassen der Platzrunden die FIS anruft. Es schadet nicht, man hat sofort ein QNH, ist auf dem Schirm vom Lotsen und kriegt sofort Hinweise, Warnungen und auf Anfragen auch Wetter (das letzteres habe ich mehrmals geholt! Oft ist leider so, dass die Wolken immer was machen, was nicht vom DWD gedacht war...).

    Außerdem, in meinen Gegend (Kamenz/Dresden) gibt es ein paar ED-R, die nicht immer aktiv sind. Auch nur deswegen: Kontakt mit der FIS!

    Anderer Vorteil: beim Bedarf, kriegt man auch Navigationshilfe!

    Ich erzähle immer meinen Schüler, was mir bei meinem ersten Solo-Überlandflug bei der Ausbildung passiert ist. Sofort nach dem Start in Welzow mit Ziel Großenhain habe ich die FIS (damals noch München) angerufen und gesagt, dass ich nach Großenhain fliegen wollte.
    Kurz danach habe ich mich komplett verfranzt, so dass ich überhaupt nicht mehr wusste wo ich war. Die gute Frau vom München hat das auch gemerkt und hat mich gerufen:
    > D-Mxxx, können Sie mir bitte Ihr Ziel Großenhain bestätigen? Sie sind wirklich auf dem falschen Kurs. Brauchen Sie Navigationsunterstützung?
    Ich glaube, die gute Frau erinnert sich immer noch an meine Antwort:
    > D-Mxxx, wenn Sie da wären, würde ich Sie küssen! Ich brauche dringend Navigationsunterstützung!!

    Anderer Beispiel: vor zwei Wochen bin ich mit einem ehemaligen Schüler nach Bayern geflogen, über Tschechen.
    Auch hier waren wir sofort bei der zuständigen FIS (bei Grenzüberschreitung ist, meines Wissens nach, auch Pflicht).
    Bei dem Hinflug haben wir eine andere Maschine gehört, die noch größere Probleme hatte, als ich vor 7 Jahren: Transponder ausgefallen, Navigationsgeräten ausgefallen, Avionik ausgefallen, glücklicherweise noch der Funk (und der Motor) ging. Über einer geschlossenen Wolkendecke...
    Der gute Mann vom FIS Praha hat ihm ganz brav nach Brno geleitet.

    Lange Rede, kurzer Sinn: immer FIS anrufen. Es bringt nur Vorteile und kostet keinen Cent! ;)

    Viele Grüße
    Luca

  • Ich höre auch zumeist nur auf der FIS-Frequenz mit, einfach weil es auf der Frequenz verdammt voll ist. Manchmal wird es mir aber auch zuviel und ich schalte FIS gezielt ab. Hintergrund ist, daß man das Rauschen auf dem Funk, wenn niemand sendet, mit dem Squelch gut weg bekommt. Aber das ewige Gefiepe, wenn ein anderer Pilot oder die FIS am Senden ist, bekommt man damit ja leider nicht weg.

    Wenn dann, wie in Norddeutschland üblich, die Frequenz sehr voll ist, klingeln mir nur noch die Ohren und ich schalte den Funk ab. Was nutzen einem Kopfhörer mit Active-Moise Canceling und allen Rafinessen, wenn man dann am Ende doch zu 80-90% der Zeit Gefiepe auf den Ohren hat, weil praktisch durchgehend irgendjemand am Senden ist und die Verständigung 2 oder vielleicht 3 ist? Warum haben sie bei der Umstellung auf 8,33kHz Frequenzraster nicht gleich auf Digitalfunk umgestellt?

    Wenn sie jetzt schon TMZs und Listening Squawks haben, warum hat dann die FIS keinen eigenen Squawk und sobald man den Code sendet, wissen sie, daß man auf ihrer Frequenz ist? Diese ewigen langen An- und Abmeldungen verstopfen die Frequenz doch ganz gewaltig.

    Oder anders: Wenn ich mit Flugplan unterwegs bin und meine AIS Positionsmeldungen über die FIS loswerden will, kann es dann schon mal passieren, daß ich funke: "D-Mxxx vor 8 Minuten 2300ft über GASTU", einfach weil durchgehend auf der Frequenz gesabbelt wurde mit "D-E von bla nach blubbs, erbitte Verkehrsinformation" und die Krönung ist dann noch das gestammelte Englisch. Die Frequenz ist auch werktags einfach komplett verstopft.

  • cbk schrieb:
    Die Frequenz ist auch werktags einfach komplett verstopft.
    entspricht auch meiner Erfahrung.

    Über den Sinn von FIS, Transponder usw. zu diskutieren ist unnötig. Diese Hilfsmittel sind sinnvoll und die Rechtslage ist eindeutig.

    Aber das System FIS ist nicht mehr zeitgemäß. Wenn wenig Flugzeuge in der Luft sind, kommt man gut durch. Wenn aber viel los ist und die Wichtigkeit von Verkehrsmeldungen besonders hoch ist, kommt man kaum noch durch.

    Und das man dieses Problem bei der DFS nicht anerkennt und durch geeignete Maßnahmen (listening squak ) verbessert, ist ....

  • FIS nein, ich finde es total entspannend, wenn mein Flieger auf Strecke vor sich hin schnurrt, bei dem Gequatsche auf FIS und die Infos kann ich irgendwie nicht entspannen.

    FIS ja, zum Flugplan öffnen und schließen

    Peter

  • cbk schrieb:
    Wenn sie jetzt schon TMZs und Listening Squawks haben, warum hat dann die FIS keinen eigenen Squawk und sobald man den Code sendet, wissen sie, daß man auf ihrer Frequenz ist? Diese ewigen langen An- und Abmeldungen verstopfen die Frequenz doch ganz gewaltig.
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