Alpen, Verkehrsdichte

Forum - Unfallprävention
  • Nicht oft und deshalb geht das auch nicht oft fuer jemanden ohne jede Erfahrung. Imho. Kann natuerlich jeder machen, wie er es fuer richtig haelt.


    Chris

  • Genau, und deshalb halte ich eine Alpeneinweisung für sehr wichtig.

  • Eine Alpeneinweisung aendert daran nicht wirklich was. Auch danach fliegt man tunlichst nur bei sehr gutem Wetter ein und baut erstmal Erfahrung auf. Nach einer Alpeneinweisung (welche sehr oft bei gutem bis sehr gutem Wetter gemacht wird) hat man mitnichten die Skills, die es bei grenzwertigem Wetter braucht. Imho. 

    Chris

  • Chris_EDNC schrieb:
    und baut erstmal Erfahrung auf.
    Das ist wohl ein Teil des Kerns um den es geht. "Teil" deshalb weil Erfahrung allein nicht reicht. Wissen gehört auch dazu. Nicht zuletzt geht es aber auch um die Selbstdisziplin, das eigene Tun an das eigene Können und die Möglichkeiten seiner Maschine anzupassen. Das eigene Können wiederum realistisch einzuschätzen, das ist so eine Sache für viele.

    Es gibt von der SUST einen Unfallbericht der beleuchtet, dass Erfahrung allein nicht reicht. Der Pilot hatte Erfahrung und ist fast nur in den Bergen geflogen. Er hat aber, wohl aus Selbstüberschätzung und fehlender Selbstdisziplin, absolut fahrlässig gehandelt. Er hat sein Verhalten mit dem Leben bezahlt. Zwei der drei mit ihm fliegenden jungen Leute sind bei seinem Idiotentum ebenfalls gestorben – bei einem Flug, krasseste Ironie des Schicksals, der einen Eindruck davon geben sollte, wie schön es sein kann in den Bergen zu fliegen.

    Es lohnt sich, diesen Bericht genau zu lesen: Über den Unfall des Motorflugzeuges Piper PA-28-181, HB-PER, vom 4. August 2017 rund 300 m nördlich der Diavolezza, Pontresina (GR).


    Ich sage es mal ganz deutlich: IMO ist es ein Teil mangelnder Selbstdisziplin, die zu solchen Unfällen führt, wenn man einem völligen Anfänger aus dem Flachland suggeriert, Zell am See sei mal eben so einfach anzufliegen. 

  • Chris, bei einer guten Alpeneinweisung lernt man Dinge, die auch das "Erfahrung sammeln" danach überlebbar machen. 

    Mit dieser Einstellung könnte man jede fliegerische Aus-/Fortbildung streichen: "IFR? Erst Mal Erfahrung sammeln"

  • Nur um das klarzustellen: Ich bin nicht gegen eine Fortbildung, nie im Leben. Aber ;)

    Eine Alpeneinweisung kann nur ein Baustein sein. Kann. Es gibt viele Faktoren, die das Fliegen im Hochgebirge schnell gefaehrlich werden lassen. All diese Faktoren kann so ein Training natuerlich nicht abbilden.

    Ich moechte nur nachdruecklich und hier nun nochmals darauf hinweisen, dass auch nach dem Training man sich bei Schlechtwetter besser aus den Bergen raushaelt, wenn man nicht schon einige dutzend Stunden Erfahrung hat. Schlechtwetter: Wolken druecken einen in die Taeler runter und/oder Wind >20kt. und/oder Wetterlage nicht stabil im Tagesverlauf. Wenn das nicht gegeben ist: Wegbleiben, mit oder ohne Einweisung.

    Chris

  • Sehr hilfreich, der Bericht.

  • Es bleibt ja unbestritten, daß man bei schlechtem Wetter besser aus den Alpen heraussen bleibt, vor allem, wenn man wenig Erfahrung hat.

    Für mich bleibt aber ebenso unbestritten, daß eine gute Alpenflugeinweisung durch NICHTS zu ersetzen ist. Es gibt, völlig wetter-unabhängig, schon Einiges zu beachten, was in der Summe einen Anfänger nunmal überfordert.

    Das fängt bei Kleinigkeiten an, z.B. dem absolut verändertem Horizontbild. Mal demonstriert zu bekommen, wie sich das Fliegen in größerer Höhe auf Leistung sowohl des Flugzeuges als auch des Piloten auswirkt, kann auch nicht schaden.

    An- bzw. Überfliegen von Pässen gehört ebenso dazu wie das Üben einer Umkehrkurve. 

    Auf die Windrichtung zu achten, zu wissen, was ein Luv- oder Leehang ist, zu wissen, wo evtl. Rotoren stehen könnten, das alles muss man sich nicht unbeding Alleine aneignen.

    Dann gibt es da noch einen "Softfaktor": Ich erlebe bei Alpeneinweisungen (besonders im Segelflugzeug) immer wieder, daß die Leute bei Ihren ersten Flügen im Gebirge von den Eindrücken schier erschlagen werden und teilweise echt Froh sind, auch mal ein paar Minuten nur geniessen zu können, ohne selbst fliegen zu müssen.

    Grüße

    Thomas

  • Ich bin 47, habe ca. 30 Schulflugstunden, bischen mehr als 250 Landungen. Ich fühle mich langsam sicherer. Keine Eile, auch wenn 40h werden. Bergfliegen erfordert Wissen usw., aber für mich als Flugschüler ist bemerkenswert das man theoretisch nach 30h und Flugschein und Bzf1 durch ganz Europa fliegen darf, mit vielen CTRs, vielen größeren Flughäfen, die UL erlauben. Da allein schon ist viel. Ich möchte nur nach St.Johann und LOWZ zuerst und werde mich vorbereiten, auch mit diesem Forum.

    Ich weiß jetzt durch Euch auch was ich im neuen Flugzeug brauche: Ich lasse aus den bekannten Gründen Dynon und alles weg was zu viel ist. Einzelgeräte und Uhren kommen. Ausser Kollisionswarnung, da nehme ich Air Traffic von Air Avionics plus eine kleine Anzeige plus komplette Antennenausstattung für aussen. Mittels GDL90 Protokoll wird der Verkehr auch auf einem Tablet mit Sky Demon angezeigt. PowerflarmCore ist wahrscheinlich genauso gut und genauso teuer, aber man muss viele Funktionen erst zusammen stellen, z.B. Gerät für GDL90 oder zweiter Flarmkanal. Beratung per E-Mail war gut dazu.

  • Ich hab jetzt nochmal nachgesehen: das ursprüngliche Verbot im Luftraum C,D für ausländische ULs laut Gästeflugverordnung gibt es in der aktuellen Fassung nicht mehr!

    Also mit BZF auf nach Innsbruck..

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