C42 UL Absturz am 09.10.2015 in Iserlohn - Flieger stürzt bei Prüfungsflug in Feld

Forum - Unfallprävention
  • Eine Idee hätte ich noch: Eine Ziellandeübung. Die kam jedenfalls bei meiner Prüfung als Abschluss. Das würde die niedrige Höhe, die (vermutliche) Umkehrkurve und das fehlende Eingreifen des Prüfers erklären. In diesem Fall wäre die Prüfung vorbei gewesen.

    VG

    Thomas

  • Schnickes schrieb:

    Dann wäre das Abkippen aber über den inneren Flügel passiert. 

    https://www.boldmethod.com/learn-to-fly/aerodynamics/slip-skid-stall/

    Schade.

    Mal wieder eine sehr gute Erklärung, leider nur für gut englisch sprechende Menschen. Dummerweise versteht das die Mehrheit unserer Mitglieder nicht.

    Grüße

    Tom

  • Lindoriel schrieb:
    Eine Idee hätte ich noch: Eine Ziellandeübung.
    Ich weiss ja nicht, ob du den Bericht gelesen hast, aber es wird mehrfach drauf hingedeutet, dass vermutlich eine Notlandeübung durchgeführt wurde.
  • Zusammenfassung:

    welche Steuerausschläge verstärken dieses Absturzrisiko in der "Krampfkurve"?

    Um den Kurvenradius "mit Gewalt" zu reduzieren (Anfangs kann dabei die Geschwindigkeit noch durchaus o.k. sein), steht man in Kurvenrichtung im Seitenruder. Man erhöht dabei die Querlage und hat dann das "Gefühl", in dieser Lage den Flieger "herumziehen" zu können, also durch Ziehen des Höhenruders ebenfalls den Kurvenradius reduzieren zu können.

    Der Flieger beginnt abzukippen, dann kommt noch die typische Fehlreaktion: Gegenquerruder. Damit besiegelt man dann sein Schicksal. Betrachtet doch mal, wie sich der Anstellwinkel im Querruderbereich bei Gegenquerruder ändert: an der kurveninneren Tragfläche erhöht er sich, an der kurvenäußeren Tragläche reduziert er sich also. Genau so unterstützt man beginnendes Trudeln !!! Diese "Weisheit" geht leider nur schwer in die Köpfe rein und die falsche Instinktreaktion bewirkt ja gerade diesen prekären Gegenquerruder-Ausschlag.

    Jeder Pilot sollte aus diesen einfachen Erkenntnissen seine Schlüsse ziehen!

  • BlueSky9 schrieb:
    Dem verletzten Flugschüler kann man eigentlich nur raten, die Riege der
    verantwortlichen Funktionäre zu verklagen, bis diesen das Wasser
    in den Augen steht...

    (das ist nur meine ganz bescheidene und vermutlich wenig Konsens
     erfahrende, persönliche Meinung)
    "Herzlichen Dank" für deine unmaßgebliche Meinung, aber du hast "unbewußt" etwas was ganz wahres angesprochen: Du sprachst vom einem "Schmierentheater" und das kann ich bestätigen. Es gibt einiges in dem Bericht, was "vergessen" wurde.  Es wurde z.B. "vergessen", dass der Fluglehrer/Prüfer selber Mitarbeiter der BfU war. Vergessen wurde, das die BfU das Wrack erst einen Tag später, bereits abtransportiert in einer Halle zum ersten Mal gesehen hat. Die Wägung durch Laien vor Ort gemacht wurde. Bis dahin konnte alles mögliche Verändert worden sein. Er vergaß auch dass der FI Vorträge gehalten hat, was überladenes Fliegen in der Praxis bedeutet (nicht nur bei ULs!). Er hat vergessen, dass der Fluglehrer maßgeblich an ein Kennzeichungssystem bei ULs für Rettungskräfte gearbeitet hat. Er "vergass" auch, dass der FI daran gearbeitet hat, den Verbänden die Hoheit über die Prüfung für Luftsportgeräte abzuerkennen. Er war einer der wenigen, die es kritisiert haben, dass Zulassung und Nachprüfung von Luftsportgeräten in "einer Hand" liegen und hat sich aktiv Gedanken um die Sicherheit im UL-Bereich gemacht. Auch vergessen hat der feine Herr Knoll, dass er und besagtes Opfer seit Jahren in einem persönlichen motivierten Clinch befunden haben. Ihm fehlte völlig die gebotene Neutralität bei den Ermittlungen. Lieber wird in ausufernder "Prosa" darüber ausgelassen, wie "Unfähig" dieser Fluglehrer doch war und gefährlich für die Menschheit. Das Verband und Funktionäre all dies "fördern" würden. Da wird darauf rumgeritten, dass Checkflüge mit dem Ausbildungsleiter gemacht wurden und in einem Licht gestellt, als wenn das was "Anrüchiges" hätte (war doch sicher eine Gefälligkeit, unter "Ganoven," wie das halt im Filz so ist, zumindest ließt es ich im kontext so).... und dann, welch ein Zufall, dass ausgerechnet drei Tage vor dem ersten Zivielprozess dieser Bericht, der seit Jahren still und heimlich in der Schublade schlummert, veröffentlicht wird. Dazu divergiert er völlig vom eigentlichen Entwurf. Gegen jede Regel, wo die Beteiligten eine Woche Vorlauf bekommen, um mögliche Interessen wahren zu können. Eine Stellungnahme war gar nicht möglich, offensichtlich gar nicht gewollt. Man wollte "Fakten" schaffen.

    Sicher, es ist sehr viel Falsch gelaufen, an diesem Tag, das steht außer Frage. Nur mein lieber BueSky9, zu leiden haben jetzt die Witwe, die hinterbliebenen Kinder, die haben jetzt ein Problem. Warum fragst Du? Weil es der erste Unfallbericht ist, der eine Bewertung und eine Schuldzuweisung ausspricht. Dies ist ganz klar die Aufgabe von Richtern und nicht die der BfU. Diese hat "Neutral" die Fakten festzustellen..... und nicht sich posthum am Erzfeind zu rächen. Du spendest also "Ablaus" an die BfU, die sich mit diesem Bericht zum Handlanger der Versicherungen gemacht hat, die sich jetzt die Hände reibt und denen nun das Wasser in den Augen steht, vor Lachen.

    Ich für meinen Teil habe selten bis nie ein solches, vor allem auch inhaltlich falsches "Pamphlet" gelesen und ist der eigentlichen Arbeit der BfU, die ich bisher sehr geschätzt habe, nicht wert. Ich bin erschüttert.

  • @Carlson:    100 % Zustimmung !!   Ich kann die "vergessenen Details"  nur bestätigen

  • Der Bericht hebt sich mit seinen ständigen Seitenhieben tatsächlich klar vom üblichen eher neutralen Ton der BFU-Berichte ab.

  • Hallo Carlson,

    ich habe schon einige BFU Berichte gelesen, indem
    genau auf diese Art und Weise die Fakten zusammen-
    gefasst, aufgezeigt und dargelegt wurden.

    Ob man genau in _diesen_ BFU Bericht nun "mehr" oder "weniger"
    hineininterpretieren möchte oder nicht, bleibt jedem
    selbst überlassen.

    Und ob irgendwelche Beteiligten gegenseitig im "Clinch"
    liegen oder nicht, dass interessiert mich im Grunde
    nicht die Bohne.

    Der Bericht spricht - m.E. vollkommen zurecht - seit
    Jahrzehnten praktizierte Vorgehensweisen und "Verfahren"
    an, die "zum Himmel stinken".

    Und was die Verbände mit ihren Muster-Prüf- und Zulassungsgebaren
    über die Jahrzehnte getrieben haben und noch treiben, und welche
    Auswirkungen das alles hat und wie damit umgegangen wird, das
    kann man meiner Meinung nach schon als Schmierentheater bezeichen.
    (wenn man es noch gemäßigt ausdrücken möchte)

    Und dann stellt sich die BuKo-UL in ihren Publikationen
    noch hin und jammert opferrollengerecht herum, dass
    ja alle ULs zu schwer seien!
    Vermutlich aufgrund gemeiner und böser außerirdischer Umstände...

    Man kann garnicht so viel essen, wie man kotzen möchte!

    Und nebenbei, sollte der hier leider verunglückte FI
    doch in dem von Dir geschilderten Maße "Kämpfer für Ordnung
    und Sicherheit" gewesen sein, dann hätte er mit ganz weit
    uber 100kg Eigengewicht verdammt noch mal auch kein
    verantwortlicher Prüfer auf einem >300kg** Luftsportgerät
    sein dürfen.

    ...ich hör′ jetzt auf... sonst bekomm′ ich noch einen Herzkasper...

    BlueSky9

    P.S.:
    **
    vielleicht hat ja bei der Wrackwiegung wirklich noch
    jemand eine 20kg Hantel "dazugeworfen" um auf die 320kg
    zu kommen...


  • Was der Autor von der Vorbildfunktion eines Prüfers und der Vorgehensweise der Verbände hält und was er sich unter Sicherheitskultur vorstellt, hat im Bericht nichts verloren. Darüber kann sich die BFU in separaten Sicherheitsmitteilungen auslassen oder direkt an die Verbände treten. In diesem Zusammenhang wird die Feststellung, dass "Die Überladung zum Unfall beigetragen hat", nur zu gerne als Totschlagargument genutzt. Eine C42 ist selbst bei 50 kg Überladung noch lange keine Diva.  Hier geht es um das völlig falsche Einschätzen einer Übungssituation.

    Und bevor wir als UL-Flieger wieder auf den menschenverachtenden Verbänden rumhacken, sollten wir uns drüber im Klaren sein, dass die UL-Fliegerei ohne diese fiesen Tricks wohl in der Versenkung verschwunden wäre, denn dann gäbe es genau zwei Optionen: entweder das UL-Fliegen würde sich auf Saurier wie die C22 beschränken, so dass es für den Großteil der heutigen UL-Piloten unattraktiv gewesen wäre oder es hätte sich ohnehin erledigt, weil der Löwenanteil der UL-Piloten auf dem, was wir heute als typisches UL bezeichnen nicht einmal legal die Ausbildung hätte abschließen können.

  • Der Bericht spricht - m.E. vollkommen zurecht - seit Jahrzehnten praktizierte Vorgehensweisen und "Verfahren" an, die "zum Himmel stinken".

    Die BfU hat gefaelligst(!!!) neutral zu sein, sonst gehoert dieser Laden dicht gemacht!

    Chris



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