Leider schon wieder ein Unfall :-(

Forum - Unfallprävention
  • Die WT09 ist nun wirklich kein Problemflieger, mir haben 3 Platzrunden gereicht. ebenso die CT, einmal erklärt bekommen, 5 Platzrunden und es ging ohne Probleme. Wenn hier Leute von 10h Einweisung reden, sollen sie doch machen, ich finde es unnötig. Anders bei einer FK12 oder andere Spornradflieger mit kleinen Seitenrudern z.b., da musst wirklich bisschen mehr üben. Aber CT oder WT sind überhaupt kein Problem, jeder der die UL-Lizens besitzt, sollte im Notfall eine CT oder WT auch ohne Einweisung beherrschen können. Wenn eine CT so einfach vom Himmel fällt, dann muss schon was Technisches passiert sein. Hoffentlich war der Brandhan nicht geschlossen, das wäre wirklich blöd. Denn die Aufregung ein eigenes Flugzeug das erstemal zu fliegen ist gewaltig. Weiß noch wie mir die Muffe ging beim erstenmal.

  • Was als Einweisung ausreichend ist hängt von vielen Faktoren ab. Pauschalvorschriften durch den Gesetzgeben halte daher nicht für sinnvoll und würde lieber sehen, wenn es dem Piloten selber überlassen bleibt - aber das setzt eben auch eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst voraus. Und einen gesunden Respekt vor Unbekanntem!

    Aus meiner eigenen Erfahrung vor ein paar Jahren:

    Nach schon mehrjähriger aktiver (Vereins-) Fliegerei und dreistelliger Stundenzahl auf TMG, Echo, UL incl. Sponrad, hatten ich die spontane Idee zusammen mit einem Vereinskameraden ein Wocheende in Sichtweite der Alpen zu verbringen und uns dort von einer 1-Mann-Flugschule auf eine C22 (Ja, C22, der fliegende Gartenstuhl), in dem Fall  eine Aero mit Verkleidung, einweisen zu lassen. ...hei, was haben wir uns beide schwer getan!! Selbst nach, keine Ahnung, 3 Stunden oder so, konnte ich das Ding vernünftig nach wie vor nur mit etwas Gas landen. Hätte ich vorher niemals mit gerechnet, dass das doch so anders ist beim landen. Wir reden da immerhin von einer C22.... So ganz ohne Ausschweben....

    War ein schönes Wochenende damals, aber ohne FI wäre ich auch nach dem Wochenende niemals in einer C22 in die Luft gegangen.

  • uxor schrieb:
    Hoffentlich war der Brandhan nicht geschlossen
    Wenn der zu ist, bekommste den Schluessel nicht ins Schloss, das ist clever gemacht.


    Chris

  • uxor schrieb:
    Aber CT oder WT sind überhaupt kein Problem, jeder der die UL-Lizens besitzt, sollte im Notfall eine CT oder WT auch ohne Einweisung beherrschen können.
    Uh, ne, das ist mal garnicht so. Meine Erfahrung: Es gibt welche, die können das, es gibt aber auch welche, die brauchen zig Starts. Es sind nicht alle Piloten gleich. Die einen haben Talent und Gefühl, die anderen fliegen nach Handbuch. Beides geht. Aber wer grundsätzlich ehr wenig Erfahrung hat, wird sich schwer tun, ob mit oder ohne Erfahrung. Wenn der Unglückspilot auf C42 gelernt hat und noch nie ein richtiges Flugzeug geflogen hat, dann werden ein paar Platzrunden mit der CT sicher nicht reichen.

    Ich habe die letzten 5 Jahre ein paar Flugzeuge verkaufen dürfen. Was man da von angeblich gut ausgebildeten Piloten so erleben durfte, ist zum Haareraufen (so ich denn noch ein paar davon hätte). Eine gute Einweisung wird nicht unter 10 Platzrunden und 2 Stunden Airwork gehen, zumindest wenn man einem Anfänger ein neues Fluggerät näherbringen möchte. Dazu braucht man nur ein wenig seinen Verstand einzusetzen, dann kommt man von selbst drauf. Dazu braucht man keine strengeren Regeln. Die sind nur nötig, wenn man seinen Kopf nicht mehr gebrauchen möchte...... und selbst dann sind die bei Echo geforderten Starts und Stunden nur eine "Mindestanforderung". Wer es dann nicht verstanden hat, darf (muß) auch mehr machen. Eine Spornradeinweisung auf einer Do 27 wird sicher länger dauern als auf eine PA18. Die Mindestanforderung ist aber bei beiden Flugzeugen gleich. Ja selbst wenn ich Spornraderfahrung auf PA18 hätte, würde ich mich auf ein neues Spornradmuster einweisen lassen. Das sollte doch selbstverständlich sein. Gleiches gilt für ein mir unbekanntes UL.  Wir brauchen keine strengeren Regeln, wir brauchen mehr Verstand! Ich weiß, ist ja auf politisch Ebene nicht mehr gefordert, aber wir Piloten zumindest leben damit länger.

  • Chris_EDNC schrieb:
    Was mich noch stutzig macht: Ein Augenzeuge sagte, dass das Flugzeug „seltsam flog“. Er schildert: „Es wirkte so, als würde es senkrecht nach oben oder nach unten fliegen.“
    Ich spekuliere mal ein wenig: 

    Es könnte natürlich eine Umkehrkurve gewesen sein

    wahrscheinlicher aber war die Klappe voll draußen. ( Demoflug zuvor ? ) Wird ein stark beschleunigter Flieger beim Start da "hochgezogen" kann sich die Nase steil nach oben stellen. Wird da nicht sofort gegen stärker werdende Steuerkräfte  nachgedrückt ( oder vor Schreck noch das Gas rausgerissen) kann es zu dieser Art Strömungsabriss kommen.
    (Das Gas wird ja auch vollkommen anders  bei C42 als bei CT bedient) 

    Das hat auch nichts mit der CT zu tun das gab es auch schon fatal mit C42. 

    Hatten wir hier alles schon mal besprochen. 

    QDM 

  • Mir ist mal beim Abheben mit der CT die Sitzhoenverstellung komplett nach unten hinten gerauscht. Das brauchte im ersten Moment rechte Disziplin, nicht am Knueppel zu ziehen (mir kam sofort der Grundsatz „fly the airplane“ in den Sinn und blieb laenger praesent), zudem war das gewohnte Horizontbild weg... Sowas kann natuerlich auch passiert sein....

    Chris

  • Hallo,

    er war unser Freund, der leider tot ist.

    Er war ein erfahrener Gleitschirmflieger mit Berechtigung Passagiere zu befördern. Er war umsichtig und kein riskanter Typ. Vielleicht hat er einen Fehler gemacht, wir wissen es nicht. Die Auswirkungen sind fatal. Er ist auch mit dem Motorschirm unterwegs gewesen. Alles nie mit irgendwelchen kritischen Situationen, die einen Retterauslöser, Kollisionen, Verletzungen etc. bedingt haben. Wir sind viel miteinander geflogen und haben uns fast wöchentlich in einer Flugschule gesehen.

    Beim Gleitschirmfliegen gibt es keine Einweisung in ein neues Gerät. Wenn diese ULs tricky sind und dauern vom Himmel fallen, dann müsste eingewiesen werden oder? Sie fallen aber nicht so oft, also ist eine Einweisung anscheinend nicht notwendig. So wie bei den Gleitschirmen. Es ist allerdings ein Weg, darüber nachzudenken. Regelungsflut, Leben, was ist wichtig und notwendig. Die Zeit wird es zeigen.

    Die Ursache herauszufinden wird sicherlich schwer. Schuldzuweisungen sind auch schwer, insbesondere wenn es keine rechtliche Handhabe gibt. Ich kenne den ganzen Hintergrund auch nicht. Viele offene Fragen, die hoffentlich beantwortet werden können.

    Er hat den Schein 2 Wochen gehabt und hat sich gefreut und war stolz. Letzte Woche hat er meinem Mann noch ein Foto von dem UL geschickt.  Er wollte noch das BZF I machen.

    Es ist tragisch und extrem traurig. Die Familie und der Freundes- und Bekanntenkreis sind fassungslos und schockiert.

    Ich wünsche allen viel Kraft das durchzustehen.

    Ich wünsche Euch Fliegern immer viel Luft unter dem Hintern, paßt auf euch auf.

    Sabine

  • @sabine

    Danke, dass du dich hier gemeldet hast.

    Es liegt in der Natur dieses Forums, dass hier vor allem die möglichen Unfallursachen diskutiert werden. Der menschliche Aspekt tritt dabei häufig in den Hintergrund. Dein Beitrag macht deutlich, worum es bei diesem Unfall auch geht: Um den Tod eines Menschen, der Familie und Freunde hatte und um den Schmerz und die Trauer, die ein solches Unglück bei den Betroffenen auslöst.

    Zu den möglichen Ursachen: Die BFU wird den Absturz untersuchen. Der Unfallbericht wird irgendwann in der BFU-Datenbank abgerufen werden können. In der Regel dauert das 4-12 Monate bis der Bericht verfügbar ist. Im Einzelfall kann es aber auch deutlich länger dauern.

  • Hallo Sabine

    Ich bin nicht gut im Verfassen von Messages mit diesem Hintergrund. Aber eine Sache kurz dazu:

    diewaltraut schrieb:
    Wenn diese ULs tricky sind und dauern vom Himmel fallen, dann müsste eingewiesen werden oder? Sie fallen aber nicht so oft, also ist eine Einweisung anscheinend nicht notwendig.
    Eine Einweisung ist sicher sinnvoll und in manchen Faellen auch absolut notwendig, je nach Vorkenntnissen mit aehnlichen Mustern und fliegerischem Anspruch des Musters selbst. Wie umfangreich die sein sollte, ist individuell verschieden.

    Was man hier nachdem, was "man so hoert" sagen kann ist: Der Unglueckspilot hat sich einweisen lassen. Er ist mit dem Verkaeufer geflogen und hat sich so mit dem Flieger vertraut gemacht. Insofern kann man ihm ein vernuenftiges Handeln attestieren. Ganz sicher sind irgendwelche Unterstellungen, dass er "einfach so" und ohne jede Erfahrung auf dem Muster gestartet ist, falsch.

    Ob die Einweisung umfangreich genug war? Bis zum Beweis des Gegenteils unterstelle ich ganz klar ja.

    Ich fliege dieses Muster nun schon ein paar Jahre und muss sagen, dass es ein absolut harmloser Flieger ist. Das Ueberziehverhalten ist brav (da gibt es ganz andere Kaliber), es liegt gut im Ruder, hat keinerlei Ueberaschungen parat. Und ganz sicher ist die Flugphase, in der das Unglueck passierte, vollkommen harmlos. Das beherrscht jeder Pilot ohne Probleme, Einweisung hin oder her.

    Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass der Pilot (und sein Einweiser) verantwortungsbewusst und korrekt gehandelt hat. Ein technisches Versagen (was auch immer) als Ausloeser halte ich fuer wahrscheinlich.


    Chris

  • Leider schon wieder ein schwerer Unfall bei Bensheim.



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