Leider schon wieder ein Unfall :-(

Forum - Unfallprävention
  • Wir haben hier auch eine CT am Platz, deren Eigner vorher auf C42 gelernt hat. Nachdem er sich das Bugrad samt Motorträger verbogen hatte und die Luftaufsicht die Kiste gegroundet hat, wurde ihm langsam klar, dass er Hilfe braucht. Inzwischen kommt er mit dem Vogel wohl ganz gut klar.

    bb

    hei

  • Chris_EDNC schrieb:
    1-2 Stunden reichen vollkommen aus bei einem Muster wie der CT.
    Das mag für eine CT reichen, für eine WT9 z.B. reicht das mit Sicherheit nicht. Schon gar nicht, wenn man vorher nur C42 geflogen ist. Außerdem: Nicht die Vercharterer verlangen die 8-10stündige Einweisung, sondern die Versicherungen.

    Im Übrigen muss man in diesem Fall auch noch die Gesamtflugerfahrung des Piloten in Betracht ziehen. Wenn ein Pilot eine 3stellige Stundenzahl nach Lizenzerhalt hat und schon 3-4 unterschiedliche Muster geflogen ist, können ein paar Platzrunden als Einweisung u.U. ausreichen. Der verunglückte Pilot hatte den Schein aber gerade mal eine Woche.

  • Nach meiner Vorstellung liegt die Anzahl der benötigten Stunden für eine Einweisung in der Eigenverantwortung eines jeden Piloten. Das können sicher 1 - 2 Stunden sein, in der Regel dürfte das aber deutschlich mehr sein. Für mich ist dabei das Maß auch immer eine mögliche Notsituation, nicht bloß, dass man mit dem Ding rauf und runter kommt ohne was kaputt zu machen.

    Aber anscheinend gehen die persönlichen Sichtweisen bei dem Thema stark auseinander - was es natürlich mit der "Eigenverantwortung" des Piloten sehr schwierig macht!

  • Zet schrieb:
    Aber anscheinend gehen die persönlichen Sichtweisen bei dem Thema stark auseinander - was es natürlich mit der "Eigenverantwortung" des Piloten sehr schwierig macht!
    Ich habe mich ja bereits für eine Musterberechtigung im UL Bereich ausgesprochen. Eben aus solchen und vergleichbaren Gründen. Ich würde keine Mindeststundenzahl o.ä. vorschreiben. Die Mindestbefähigung muss durch einen FL oder ggf. durch eine (zu definierende) qualifizierte Person (sowas wie type rating instructor/validator) bestätigt werden. Wenn der nach 2 Platzrunden sagt das passt, der Pilot bekommt die Maschine sicher in die Luft und runter und kann ab jetzt sich eigenverantwortlich mit der Maschine weiter Erfahrung sammeln, ist das ja ok. Wir müssen regelmässig zum Überprüfungsflug, aber hier haben wir "amerikanische Verhältnisse" (lies das Handbuch setz Dich rein und versuch zu überleben - mal plakativ gesagt). Und dieser Pilot tötet vielleicht ja nicht nur sich selbst sondern auch einen Passagier der ihm vertraut weil er es gar nicht beurteilen kann. Theoretisch hätte es auch sein können dass der Pilot auch gleich dort mal einen Rundflug anbietet. Aber Passagierberechtigung müssen wir machen (die ich wiederum  für eine Überregulierung halte).

    Gut, die Meinungen sind unterschiedlich wie wir sehen.

    VG Mike

  • Einweisung ist sowas wie: Paar Platzrunden, bis Landung sitzt und Ablaeufe passen. Ziellandeuebung bis auch das passt. Langsamflug, etwas airwork.... Das ist in eben diesen 1-2 Stunden erledigt und ich wuerde einen so vorbereiteten Piloten fuer befaehigt halten, sowas harmloses wie eine CT sicher zu fliegen. Schliesslich kann so jemand ja bereits fliegen, da geht es nur noch um etwas Feinschliff und musterspezifische Eigenheiten. Und gerade jemand, der frisch von der Ausbildung kommt, steht noch voll "im Saft", viel besser als jemand, der seinen Schein paar Jahre hat und letzte Zeit nur die Mindeststunden geflogen hat.

    Was soll man da in 8-10 Stunden(!) noch sinnvolles ueben? Totaler Kaese, wenn Versicherungen sowas pauschal fordern. Bug- zu Spornrad, ok. Aber irgendein Bugradflieger zu CT?

    Ich glaube nicht, dass dieser Unfall etwas mit mangelnder Einweisung etc. zu tun hat. Schon garnicht, wenn man bedenkt, dass er wenige Sekunden nach Abheben schon im Acker lag. Eine CT mag im Landeanflug etwas speziell sein (ich mag sie hier nicht), aber einen Anfangssteigflug bekommt auch ein weniger erfahrener Pilot problemlos hin....


    Chris

  • Chris_EDNC schrieb:
    ch glaube nicht, dass dieser Unfall etwas mit mangelnder Einweisung etc. zu tun hat. Schon garnicht, wenn man bedenkt, dass er wenige Sekunden nach Abheben schon im Acker lag. Eine CT mag im Landeanflug etwas speziell sein (ich mag sie hier nicht), aber einen Anfangssteigflug bekommt auch ein weniger erfahrener Pilot problemlos hin....

    Meiner Meinung nach ist das durchaus möglich. Ich hab nach mehreren hundert Stunden C42 in meiner ersten oder zweiten Stunde in einer anderen Maschine dann mal im Start (in einer ohnehin gerade stressigen Situation) das Gas (kurz) rausgezogen. Eigentlich wollte ich (glaube ich) die Nase hochnehmen, aber meine rechte Hand war wohl noch auf "steuern" konditioniert. Ich habe schnell reagiert (und wenn nicht hätte es der FL neben mir getan). Er hat das gleich geschnallt und mich gefragt ob wir dann nach der Runde mal eine Pause einlegen sollten, was wir auch gemacht haben. Mir ist "so was" nie wieder passiert. Es zeigt aber: es *kann* passieren. Dann noch alleine, geringe Höhe, Panikstarre  => stall => crash.

    Ob es bei dem Unfall so war weiss keiner. Spielt in dieser Grundsatzdiskussion auch keine Rolle (mehr).

    Mike

  • Ich bin ja auch ein großer Befürworter von möglichst wenigen Vorschriften. 

    Aber es wird oft an den falschen Stellen reglementiert.

    Ein Unterschied zwischen Luftsportgerät oder Flugzeug ist völlig unsinnig denn der Pilot muss sich da oben in VFR zu gleichen Bedingungen und Regeln, gemeinsam in der gleichen Suppe bewegen können. Auch die Physik wirkt da oben auf alle gleich. 

    Leider gibt es Vorschriften/Lizenzen die da einen Graben schaffen. 

    Besser wäre eine durchgängige Lizenzmöglichkeit die eher die Ratings auf Muster oder Mustergruppen beinhaltet.
    Vom 120 KG UL bis zur 2 Mot. 

    Der Unterschied ist immer nur das Muster und deren Eigenschaften.  Der Luftraum ist immer gleich ( IFR mal ausgenommen) .  Aber der Pilot muß immer sich massiv mit dem Muster und den spezifischen Charakteristiken (schnell/ schwer / komplex/ agil / Passagiere / etc) befassen damit er sicher fliegen kann. 

    Die Einweisungen / Ratings sollten dann flexibel der Anforderung vorgeschrieben sein. Von 3 Landungen ( ähnlich 90 Tage Regel) bis meint wegen mehrere Monate und zig Std für eine Cirrus etc.  

    Und für Luftsportler, das ist nach meiner Meinung der =Kunstflug =  (welchen Sport betreibt denn ein UL Flieger?), gibts  auch den passenden Eintrag in die Lizenz das dieser Ausbildungsteil erfolgt ist. Ist doch schon so , oder ?

    Die Lizenz sagt nur das man am fliegen teilnehmen kann, das rating oder der Muster / Mustergruppen Eintrag( Wie wir es auch immer nennen wollen )  gibt einem dann die passende  Praxisberechtigung.   

    Ist das nicht sehr erfolgreich bei den großen Jets so ? Warum nicht auch für alle? Gräben zuschütten und sich auf die wichtige Praxis konzentrieren und da Erfahrung einfordern.

    Ich denke man könnte damit bei weniger Vorschriften ein mehr an Sicherheit erreichen. 

    Vielleicht hätte es sogar unseren Fliegerfreund gerettet.     (ist Spekulation, ich weiß) 

    QDM 

  • Was mich noch stutzig macht: Ein Augenzeuge sagte, dass das Flugzeug „seltsam flog“. Er schildert: „Es wirkte so, als würde es senkrecht nach oben oder nach unten fliegen.“

    Mich erinnert das an den Unfall beim Forumstreffen, auch hier gab es eine komische Flugbewegung der CT (erst senkrecht hoch, dann senkrecht runter).

    Ich fand es damals sehr schade, dass der Unfall nicht eingehend untersucht wurde und sich gleich auf den Piloten als Verursacher festgelegt wurde. Als Erklaerung dafuer den Versuch zu nehmen, dass er die aufgesprungene Tuer schliessen wollte, leuchtete mir nicht ein, denn so eine verrueckte Steuerbewegung (im Anfangssteigflug ruckartig volle Granate ziehen bis Stillstand) macht man nicht einfach mal so.

    Weiterhin erinnert mich das an diesen Bericht. Nicht dass das alles irgendwie zusammen haengt....


    Chris

    dass ein Flugzeug „seltsam flog“. Er schildert: „Es wirkte so, als würde es senkrecht nach oben oder nach unten fliegen.“

    Quelle: http://www.mainpost.de/regional/main-spessart/Ultraleichtflugzeug-stuerzte-am-Saupurzel-ab;art772,9903575
    © Main-Post 2018
    dass ein Flugzeug „seltsam flog“. Er schildert: „Es wirkte so, als würde es senkrecht nach oben oder nach unten fliegen.“

    Quelle: http://www.mainpost.de/regional/main-spessart/Ultraleichtflugzeug-stuerzte-am-Saupurzel-ab;art772,9903575
    © Main-Post 2018
  • Noch was von meiner kurzen CT Episode:

    Kurz vor der Landung ließen sich die Steuerungselemente plötzlich nicht mehr bewegen

    Der FI übernahm ebenfalls in ziemlicher Panik die CT und bediente alles eben mit roher Gewalt. Nach der Landung feierten wir Geburtstag. Was war passiert!? Ich kam offenbar an den Knopf des Autopilot und schaltete diesen ein!!!! 

    Soviel ich weiß ist der inzwischen anders platziert!? 

    OF

  • Chris_EDNC schrieb:
    Was soll man da in 8-10 Stunden(!) noch sinnvolles ueben? Totaler Kaese, wenn Versicherungen sowas pauschal fordern. Bug- zu Spornrad, ok. Aber irgendein Bugradflieger zu CT?
    Als Vercharterer steht es dir natürlich frei, darauf zu verzichten (auf die Mindestweinweisung und damit auch auf die Versicherung). Nennt sich Vertragsfreiheit. Macht aber keiner. Warum wohl?

    Und nochmal: Von "nur C42 geflogen" auf "WT9" reichen 1-2h Einweisung mit Sicherheit nicht. Wie es bei "nur C42 geflogen" auf "CT" aussieht, kann ich nicht beurteilen.

    Mein Fazit (läßt sich natürlich nicht Belegen): Die Vorgaben der Versicherungen haben schon das eine oder andere Leben gerettet.

Jetzt anmelden

Passwort vergessen

Umfrage Archiv

Lasst Ihr Euch bei Überlandflügen von FIS begleiten?

Ja, immer!
43.6 %
Ja, unregelmäßig!
28.2 %
Ja, aber nur selten!
18.8 %
Nein, nie!
9.4 %
Stimmen: 149 | Diskussion
Anzeige: Roland Aircraft
Statistik Alle Mitglieder

Aktuell sind 27 Besucher online, davon 1 Mitglied und 26 Gäste.


Mitglieder online:
Eric 

Anzeige: VFR Sprechfunk Simulator


Anzeige: Pocket FMS