Vor ein paar Tagen bei uns passiert:
Checkflug mit einer geliehenen 2-Mot. Wind cross mit 5-7 Knoten. Endanflug stabil mit normaler Sinkrate und Geschwindigkeit.
Abfangbogen zu spät oder zu schwach oder gar nicht angesetzt, Maschine setzt hart auf und springt wieder hoch. Beim zweiten Aufsetzen kommen Bugrad, linkes Hauptfahrwerk und linker Propeller zuerst in Bodenkontakt, dann bleibt die Maschine am Boden und kommt nach einigen Schlingerbewegungen auf der Bahn zum Stehen.
Schaden: Propeller defekt und Shock Load Inspection am linken Motor fällig (5-stelliger Betrag).
Das ist der zweite Vorfall auf unserem Platz mit ähnlichem Verlauf innerhalb eines Jahres. Beim ersten Mal war es eine
1 Mot, die sich beim Springen immer mehr aufgeschaukelte und beim dritten Kontakt Bodenberührung mit dem Propeller bekam. Beteiligt waren jeweils platzfremde Piloten.
Was gibt es zu lernen?
Meiner Ansicht nach grundlegend wichtig: wenn die Maschine nach einem ersten Bodenkontakt wieder weg springt, Höhenruder gezogen halten! (allenfalls ganz kurz etwas nachlassen (nicht drücken!) und sofort wieder ziehen). Bugrad auf jeden Fall hoch! Im Zweifel lieber Gas geben, beschleunigen und neu ansetzen oder gleich durchstarten. Das Bugrad gehört hoch und darf keinesfalls zuerst aufsetzen.
Bei Flugzeugen mit Bugrad sieht man häufiger flache Dreipunktlandungen ohne erkennbar angehobenes Bugrad. Das kann gut gehen, muss aber nicht, insbesondere nicht, wenn die Maschine zu springen anfängt. Spornradflieger haben das auf jeden Fall geübt, bei wegspringender Maschine zu ziehen und keinesfalls zu drücken. Es gilt aber auch für Flieger mit Dreibeinfahrwerk.
Wer es gewohnt ist, flach und meistens sanft aber fast immer mit Überfahrt zu landen, sollte vielleicht mal wieder Full Stall Landungen üben.