Moin Kindas,
da im letzten Thread so intensiv über die letzten Vorkommnisse diskutiert wurde, wollte ich die traute Runde nicht stören und habe ein neues Thema eröffnet. Es geht hier nun um den Absturz der CTSW in Großrückerswalde, EDAG.
Leider lässt sich nicht viel Information aus dem Netz fischen. Was mich aber stutzig macht, sind die Informationen, die man da dann doch herausfinden kann.
Ein Segelflieger stößt im Landeanflug mit einem UL zusammen.
Warum muss das sein?
Ohne irgendjemand zu nahe treten zu wollen - vor allem den Verunglückten und deren Angehörigen - stellt sich mir die Frage, was da falsch gelaufen ist und vor allem anderen: wie man das in Zukunft vermeiden kann.
Der Pilot der SW war (so vermute ich nach meinen Recherchen) Eigentümer derselben und gemäß sehr interessanter Tourenbeschreibungen in einigen Jahren auf etlichen, auch ausländischen Flugplätzen unterwegs. Ich würde ihm aus der Ferne eine sehr gute fliegerische Erfahrung zuschreiben, zumal er anscheinend auch am Platz stationiert war bzw. aus der unmittelbaren Umgebung sicherlich öfter den Platz angeflogen hat.
Da ein Segelflugverein am Platz stationiert ist, nehme ich an, dass dem UL-Piloten Landeverfahren im Zusammenspiel mit Segelfliegern gut bekannt waren und diese sicherlich mit Rücksichtnahme auf landende Flieger ohne Antrieb umsichtig befolgt hat.
Ob der Segelflieger vom Platz ist, erschließt sich mir nicht. Allerdings, sollte er nicht vom Platz sein, hat er sicherlich mehr Flugerfahrung als viele "Platzpiloten", da nur wenig unerfahrene Segelflieger das Risiko eingehen, an fremden Flugplätzen zu landen - vor allem an Tagen mit deutlich erhöhtem Verkehrsaufkommen (Fliegerfest). Sei die Spekulation, wie sie ist, allerdings sollten beide Piloten mit dem Landeverfahren am Platz ausreichend vertraut sein, um sich nicht in die Quere zu kommen.... und doch hat es leider gekracht.
Dass die Ursache in der "vorsätzlichen" Unterlassung von Standortmeldung eines der Flieger zu suchen ist, glaube ich nicht. So etwas tut sicherlich kein Pilot bei einem solchen Trubel am Platz....
War die Funke bei einem der Flieger kaputt und konnte dieser sich nicht zu seinen Landeabsichten äußern? Wenig glaubhaft, denn das motorisierte UL würde sich sicherlich im Falle einer toten Funke sehr sehr behutsam einem Flugplatz mit erhöhtem Verkehr nähern. Der Segelflieger würde mit toter Funke solange auf der Position kreisen, bis der letzte am Platz (oder in der Platzrunde) auf ihn aufmerksam geworden wäre. Denn als Motorflieger schaut man sich ja doch dreimal um, bevor man landet, wenn Segelflieger am Platz unterwegs sind. Ich weiß wovon ich spreche, ich fliege beides an so einem Platz wie Großrückerswalde.
War es also der vorherrschende Trubel des Fliegerfests mit zahlreichen An- und Abflügen, was den Äther so strapazierte, dass ausreichende Positionsmeldungen der landenden Flieger unmöglich machte, so dass beide Piloten nicht genug voneinander wussten?
Wäre in diesem Falle eine Separierung des Flugverkehrs durch Lande- und Startfenster sicherer gewesen?
Und/Oder war der Flugleiter von umher tümmelndem Lärm und Geschäften einschließlich deren Verursacher so abgelenkt, dass er nicht mehr mitbekam, was am Platz und in der Luft geschah, so dass auch er den Überblick verlor und so dem drohenden Unheil nicht entgegenwirken konnte?
Ich wüsst es gern.
NB: Warum die Vereine am Platz sich zum Unfallhergang in keiner Weise öffentlich äußern wollen und damit womöglich wichtige Informationen zur möglichen Vermeidung zukünftiger Unfälle gleicher Art derzeit zurückhalten, erschließt sich mir nicht.