Bei den fein-juristischen Betrachtungen wird übersehen, was Luftraumstruktur und Abstände eigentlich bedeuten. Für den Null-Acht-Standard-ULer wird es offenbar als Restriktion wahrgenommen. Fakt ist, dass ab Echo eine ganze Reihe komplizierter Bodentechnik, Personal und Avionik im Spiel ist, die nur dann funktionieren kann, wenn Dinge so passieren, wie man es erwartet. Der IFR Flieger und der ihn führende Lotse "erwarten" einfach, dass die Restriktionen der Lufträume von den ungeführten Verkehsteilnehmern eingehalten werden. Im Übergang IFR zu VFR und am Rande der Wirksamkeit der Primär-Radar Systeme ist ein UL ohne Transponder und eventuell noch in GFK Bauweise ein Geist. In diesem Bereich findet IFR Verkehr statt und selbst in Echo ist der IFR Pilot darauf angewiesen, den nicht gestaffelten und teilweise nicht elektronisch erkennbaren VFR Verkehr zu sehen. Wenn also in 500 Fuss vor unterschreiten der MVA der Learjet mit 250 kts fliegt - völlig legal - ist ein plötzlich aus der Wolke taumelnder UL-IFR-Schnuppperflieger nicht zu erwarten.
Es ist auch völlig egal, mit welchen Tricks man sich den UL-Piloten-IFR-Schnupperkurs ergattern will. Man kriegt vielleicht vieles hin, muss aber nicht zwangsweise über alles öffentlich schreiben. Viel wichtiger wäre es, wenn die betreffenden Piloten einfach lernen, Grenzen zu respektieren, ohne in den Backofen zu fassen. Sollte dennoch "plötzlich" unfliegbares Wetter auftreten, ist die Alternative zum illegalen Pseudo-IFR Flug die legale Sicherheitslandung. Die kostet vielleicht einen Radschuh oder ein Bugrad, schont aber das eigene Leben und vermindert das Lebensrisiko der Verkehrsteilnehmer, die es können und dürfen und derer, die zur Rettung eilen müssen. Das Thema heißt nicht "Wie kriege ich ein Gefühl für Blindflug?". Es sollte heißen: "Wie lerne ich, rechtzeitig umzukehren und Entscheidungen zu treffen." Einfach nur blind weiter fliegen und hoffen, dass es klappt, ist keine Entscheidung.
B.