t-h-w schrieb:weil Du liest, was Du sehen möchtest.
Warum fällt bei euch immer der Motor nur im Endanflug aus?
Unbeabsichtigt habe ich wohl mit "Shock Cooling" geschockt.
Shock Cooling ist nicht Shock Frosting und hat auch nichts mit Spritzwasser am heißen Zylinder zu tun. Der Begriff heißt nun mal so, auf deutsch wäre besser "plötzliches ungleiches Abkühlen einzelner Motorteile". Das ist eben was anderes als wenn man dem Motor langsam die Drehzahl nimmt und dann ausstellt, Materialspannungen treten so weniger auf. Im Schubzustand (Windmilling) kühlen Motorteile und Schmier/Kühlsystem rasch und nicht gleichmäßig ab was zu Spannungen führt.
Ein Beispiel ist der Turbolader - bitte keine Turbolader-Diskussion ob der zum Thema gehört oder nicht aber er soll zeigen dass langsames Abkühlen für einen Verbrennungsmotor grundsätzlich besser als Schnelles ist - mit oder ohne Turbolader.
Noch ein Beispiel: Die Auslass-Ventilschäfte werden jetzt mit Natrium gefüllt, Maßnahmen um thermischen Stress zu reduzieren. Auch hier wieder keine Diskussion darüber bei welchen ROTAXen das notwendig/sinnvoll ist, es soll nur zeigen, dass Wärmehaushalt, Wärmeabfuhr usw. in einem Verbrennungsmotor wichtig sind.
Langfristig Schaden nehmen heißt nicht, dass gleich der Motor schrottet sondern, dass wenn man es sehr oft macht der Motor erhöhten Verschleiß hat und dadurch kürzer lebt. Dabei gibt es neben Getriebe eine Reihe von Teilen, u.A. auch die Kolben/Kolbenringe... die überlegt werden sollten. Keine Panik, der ROTAX kann schon was ab aber gut tut es ihm nicht.
Das ROTAX Drehzahl/CO Diagramm wurde mit einer Last ermittelt, die einen Propeller simulieren soll. Sonst hätte so ein Diagramm auch praktisch keinen Sinn, im Windmilling liegen die Verhältnisse noch mal ungünstiger - gibt es dafür Diagramme?
Der Punkt zwischen Windmilling und Schleppgas kann den Motorausfall mit stehendem Prop simulieren, er ist aber für den Motor wegen den Lastwechseln mindestens so schädlich wie das Windmilling, wenn nicht noch mehr. Ein klein wenig Schub sollte es schon sein, das hört man bei mir am Auspuffgeräusch.
Vorgenanntes ist meine rein persönliche Meinung/Erfahrung - ich lerne noch dazu. Greetings
Flying Hood schrieb:.... für die Theorie wirst Du keinerlei Nachweise finden und daher bleibt es eine Theorie.
Keine Panik, der ROTAX kann schon was ab aber gut tut es ihm nicht.
Das ist genauso, wie wenn ich vermute, dass, wenn ich eine Zigarette rauche, ich 25 Tage eher sterbe.
Viele Grüße
vom Bodenpersonal im Unruhestand
Ralf
t-h-w schrieb:Ich weiß es ist "anekdotische Evidenz" und damit hoch unwissenschaftlich. Aber bei uns im Verein (4 Rotaxe) hatten wir in den letzten ~ 5 Jahren 4 mal Probleme mit Motorausfällen/Schäden mit signifikantem Leistungsabfall. Alle waren im Anfangssteigflug bei Vollgas und endeten glücklicherwiese in einer verkürzten Platzrunde. Motorausfall im Endanflug hatten wir im Verein noch keinen einzigen.
Warum fällt bei euch immer der Motor nur im Endanflug aus?
Just my 2 cents.
Michael_B schrieb:Same here… Im Gegenteil, bei wenig Gas kam er wieder zu Bewusstsein.Chris
Alle waren im Anfangssteigflug bei Vollgas
Flying Hood schrieb:ja, bei Motoren mit luftgekühlten ZylinderKÖPFEN.
Der Begriff heißt nun mal so
Er gilt aber nicht für wassergekühlte Köpfe.
Flying Hood schrieb:das ist allerdings sicher :-)
meine rein persönliche Meinung
Michael_B schrieb:.... und hatten mit Sicherheit Probleme mit ausreichender Kraftstoffversorgung....
Alle waren im Anfangssteigflug bei Vollgas
Viele Grüße
vom Bodenpersonal im Unruhestand
Ralf
Niemand wird bezweifeln, dass ein Motor bei Schleppgas im Endteil (wie in jeder anderen Flugphase auch) ausfallen kann, natürlich kann er das. Es ist halt nur sehr sehr unwahrscheinlich.
Man sollte sich nur bewusst sein, dass man auch bei Anflug im Leerlauf die Schwelle dann nicht erreicht und nicht anfangen, "rumzuwürgen", weil das muss doch gehen, das ist doch wie vorher hunderte Male im Leerlauf durchgespielt, usw. Die Fahrt NICHT wegziehen im Bestreben, die Schwelle doch noch irgendwie zu erreichen, die Klappen nicht einfahren um den Gleitpfad zu strecken oder sonstwelche Kunstgriffe versuchen, sondern lieber vorher kontrolliert zu Boden gehen. Fly the airplane.
Chris
Michael_B schrieb:Völlig andere Baustelle, siehe die Untersuchungen von LSVRP/BwVL & Co, die dann im 2x revidierten SB-912-079 mündeten.
Alle waren im Anfangssteigflug bei Vollgas
Chris schrieb:
die Klappen nicht einfahren um den Gleitpfad zu strecken
Warum eigentlich nicht, in der Theorie? Bringt nur 10 Meter oder ich falle runter weil sowieso schon zu langsam?
In der Praxis hätte ich überhaupt keine Kapazität dafür. Ich brauche ja 2 Sekunden bis ich merke daß was faul ist... dann >3 Sekunden um zu erkennen dass der Motor aus ist und Nase runter. Da ist aber schon der Acker ′zum Greifen nah′. Vergiß es.
Deine Idee oben mit ′Gleitwinkel erfliegen bei Leerlauf/Motor aus/windmilling/stehende Latte′ ist super. Mach ich mal mit FL, weil ich so ein Hasenfuß bin und aber auch alt werden will.
Wobei ich mich schon unwohl dabei fühle einen funktionierenden Motor vorsätzlich abzuschalten. Und erfolgreich auch wieder anzulassen.
Vorsätzlich Tank leerfliegen... Motor hustet.... Nase runter, Spritpumpe an, umschalten auf anderen Tank, finde ich dagegen harmlos.
Maraio schrieb:Vor allem letzteres.
Bringt nur 10 Meter oder ich falle runter weil sowieso schon zu langsam?
Maraio schrieb:Das macht man schön hoch und wenn man auf Nummer sicher gehen will, mit einer laaaangen Bahn unter sich... :)
Wobei ich mich schon unwohl dabei fühle einen funktionierenden Motor vorsätzlich abzuschalten.
Chris
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