Flugleiter anwortet nicht am Funk, trotzdem landen?

Forum - Unfallprävention
  • Steffen_E schrieb:
    er hat ja gar nicht geschrieben, dass er auf der Bahn war, sondern auf dem Mäher und diente der Erläuterung warum jemand auf den Ruf nicht hört...
    Ah, OK. Aber dann sehe ich das Problem nicht. Unkontrollierter, geöffneter Flugplatz (angenommen keine weiteren Einschränkungen) = Positionsmeldungen über Funk und landen, egal ob wer zuhört oder nicht. Egal ob der Flugleiter neben der Funke schläft, auf dem Klo sitzt oder auf dem Rasenmäher.
  • MtCenis schrieb:
    OK. Aber dann sehe ich das Problem nicht. Unkontrollierter, geöffneter Flugplatz (angenommen keine weiteren Einschränkungen) = Positionsmeldungen über Funk und landen, egal ob wer zuhört oder nicht.
    Vorweg mal: Das Eingangsbeispiele beinhaltet ja schon mal bannig viel an Annahmen...ich flieg nun seit knapp 30 Jahren und ehrlich gesagt, habe ich das weder selbst so erlebt, noch davon gehört, dass das so eingetreten ist. Bei PPR Plätzen (z.B. der mit dem Aufsitzmäher) schon eher... andererseits hatte vor 30 Jahren nicht jedes UL überhaupt schon Funk

    Das praktische Problem ist wohl eher weniger die Landung, sondern der Wiederstart....weil du u.U nicht wieder völlig legal starten kannst.

    Mal konstruiertes Beispiel...Platz macht eigentlich um 0900 auf, Flugleiter of the day hatte eine Reifenpanne, kein Ersatz da aber in der aktuellen Zulassung Pflicht. 

    Jetzt landest du um 0910 um ein Kaffee zu trinken, tanken und ab auf die Insel...so der Plan -> Zonk

    Muss man halt überlegen was man aus einer Situation macht, wenn Info fehlt (hier: warum kein Kontakt) und welche Entscheidung man trifft. Jetzt kann man sagen, die Entscheidung zur Landung kann ich u.U. beeinflussen, ob um 0915 ungünstig ein Taildragger auf die Bahn klatscht sicher nicht

    Spekulieren kann man da ja viel, vielleicht outet sich "Anonym" ja und kann bei dem Gedankenspiel/Beispiel? konkreter werden

  • francop schrieb:
    Das praktische Problem ist wohl eher weniger die Landung, sondern der Wiederstart....weil du u.U nicht wieder völlig legal starten kannst.
    Wen interessiert das in dieser Situation? Soll man etwa warten bis man schwarz wird? Natürlich startet man auch wieder und fliegt seines Weges, ob der FL nun aus welchen Gründen auch immer nicht da ist oder nicht. 

    Chris
  • Chris_EDNC schrieb:
    Natürlich startet man auch wieder und fliegt seines Weges, ob der FL nun aus welchen Gründen auch immer nicht da ist oder nicht. 
    Klar kann man das machen. Darf sich aber auch nicht beschweren wenn es dafür Ärger gibt der durchaus auch mal kostspielig sein kann (speziell wenn die Einsicht fehlt).

    Es spielt dabei auch genau gar keine Rolle ob es einem gefällt oder nicht. oder in anderen Länder anders ist oder nicht. 

    Und bevor Du gleich wieder Dein Deutschlandbashing ziehst: es geht nicht darum, ob man es macht. Es geht darum klar zu sehen, dass es Ärger geben kann und man ihn dann akzeptiert.

  • Steffen_E schrieb:
    Und bevor Du gleich wieder Dein Deutschlandbashing ziehst
    Just for the records: Ich werde, bis auf absolute Ausnahmen, nicht mehr auf Postings von dir reagieren.


    Chris

  • Chris_EDNC schrieb:
    Just for the records: Ich werde, bis auf absolute Ausnahmen, nicht mehr auf Postings von dir reagieren.
    Ach Chrissie. habe ich so ins Schwarze getroffen?
  • Meine two cents: Flugplatz laut Betriebszeiten geöffnet, keine NOTAMs oder Hinweise, die Gegenteiliges indizieren -> Landung mit braven Blindsendungen zu Position, Absicht, usw.. Ob da jemand im Funk antwortet oder nicht, ist mir erst einmal völlig egal. Ein geöffneter Flugplatz bedeutet nicht, dass der Flugplatz auch einen Flugleiter im Turm bzw. am Funk vorhalten muss.

    Beispiel: Bei uns in Höxter haben wir für betriebsschwache Werktage eine automatische Ansage (FL trotzdem vor Ort, jedoch nicht am Funk), die Wind und QNH und Landerichtungsempfehlung nach einem Träger > 2s ausgibt. Dann hält die Ansage für 3 Minuten die Klappe, um die Frequenz nicht jedes Mal zu überlasten. Wenn z.B. innerhalb dieser drei Minuten ein neuer Flieger funkt, erhält er keine Antwort. Still bleibt es im Funk auch dauerhaft, sobald sich die Software hinter der Ansage auch mal aufhängt. Es ist halt ein Computer. Dann kommt es immer wieder zu folgenden Situationen:

    • Piloten brechen den Anflug gänzlich ab, fliegen heimwärts oder zu den Alternates
    • Piloten funken überhaupt nicht mehr und landen bis zum Triebwerksstillstand gänzlich wortlos
    • Piloten landen mit teils kräftigem Rückenwind oder auf entgegengesetzten Bahnen, wenn sich unterreinander nicht abgestimmt wird
    • Piloten bleiben teils minutenlang abflugbereit an den Rollhalten stehen, da sie keine Windinfo kriegen (?!)
    • Piloten landen am Wochenende bei richtig viel Verkehr wortlos, weil entweder eine falsche Frequenz eingedreht oder das Funkgerät praktisch gemutet war
    • Etc.

    Warum dann überhaupt eine Ansage vorhalten, wenn wir keinen FL im Funk haben müssten? Weil sonst nur noch ein Bruchteil der externen Flieger zu uns käme, denn viele landen ohne Lebzeichen im Funk nicht. Abgesehen davon ist die automatische Ansage (noch) Bestandteil unserer Betriebsgenehmigung und somit seit gut zehn Jahren ein großer Schritt für flugleiterloses Fliegen.

    Solange wir Piloten an unkontrollierten Plätzen einen Türmer im Funk erwarten, keine qualifizierten Positions- oder Blindsendungen absetzen können oder schlichtweg nicht checken, dass wir eben nicht für den Mann im Turm, sondern für andere Piloten funken, wird sich flugleiterloses Fliegen in Deutschland nie gefahrlos etablieren.

    Ich persönlich nehme freundliche Flugleiter gerne und dankbar an. Sie sind eine nette Hilfestellung und ein Service der Flugplätze für allerlei flugbetriebliche Infos oder nach der Landung als Ausgeber für Leihfahrräder oder Ausflugtipps. Wenn ich im Funk am Radio-Platz aber "DMXXX nächste Meldung Queranflug" oder "DMXXX Direkanflug nicht möglich, reihen Sie sich am Beginn des Gegenanflugs ein" höre, greife ich zum Kotzbeutel. Kompetenzüberschreitung im höchsten Maße.

    Aber ich drifte ab, vermutlich ist der Post eher was für den Flugleiter-Thread :-)

    Beste Grüße aus EDVI

    Chris
    (selbst "Türmer" mit Spaß an der Sache, künftig dahingend arbeitslos bei Wegfall der Pflicht würde ich aber auch dankend annehmen)

  • Steffen_E schrieb:
    Klar kann man das machen. Darf sich aber auch nicht beschweren wenn es dafür Ärger gibt der durchaus auch mal kostspielig sein kann (speziell wenn die Einsicht fehlt).
    Ergänzende Frage dazu: Auf welcher rechtlichen Grundlage soll hier ein Bußgeld entstehen? Wenn ich mich außerhalb der veröffentlichten Betriebszeiten bewege oder auf einer Bahn lande, die per NOTAM gesperrt ist, mag das passieren, selbst Schuld. Aber eigenständig starten oder landen zu den Öffnungszeiten ohne Antwort im Funk am unkontrollierten Flugplatz? Die Anzeige oder Ordnungswidrigkeit würde ich gerne mal sehen. Dafür gibt es schlichtweg keine Grundlage.


    Und welche Einsicht soll wofür fehlen? Ist es meine Verantwortung oder Schuld, dass der FL sein Funkgerät leise gedreht hat, auf dem Klo bzw. dem Rasenmäher sitzt oder eingepennt ist? Ich denke nicht.

    Hörige Einstellungen wie deine sind die Ursache dafür, dass wir in Deutschland seit Jahrzehnten auf ein Verfahren warten, was ebenfalls seit Jahrzehnten in anderen Ländern gefahrlos und erfolgreich gelebt wird. Bin ich jetzt auch Deutschlandbasher? :-)

  • flyingchristopher schrieb:
    Piloten landen am Wochenende bei richtig viel Verkehr wortlos, weil entweder eine falsche Frequenz eingedreht oder das Funkgerät praktisch gemutet war
    Schöne Liste aus der Praxis hast du da zusammengestellt ;))

    Und ja, ich bin auch schon "wortlos" gelandet, obwohl ich brav Positionsmeldungen gab und ein FL auch tatsächlich geantwortet hat (Nachbarplatz mit zufällig gleicher Pistenrichtung). FL am Zielplatz sagte später auf dem Turm nur: Was wollen sie denn? Ich: Landegebühr zahlen. Er: Häh, wo kommen sie denn her? Ich habe die falsch eingedrehte Frequenz erst beim Wiederstart bemerkt... Und der FL am angefunkten Platz wartet evtl. noch heute, wo ich denn nun bleibe. ;)

    Andere Episode: Falsches Headset im Flieger aufgehabt, Zielplatz mehrmals angefunkt, aber da kam nix an ausser dass der Funk halt immer wieder aufging. Der FL sah mich über′m Platz kreisen und hat echt genial geschaltet. Er funkte blind, ob der da über′m Platz versucht zu landen, dann bitte 3x Taste drücken. Ich brav gedrückt und er gab Windinfo etc. Das fand ich cool. 


    Chris

  • Steffen_E schrieb:
    Klar kann man das machen. Darf sich aber auch nicht beschweren wenn es dafür Ärger gibt der durchaus auch mal kostspielig sein kann (speziell wenn die Einsicht fehlt).
    Ärger gibt es für viele Dinge im Leben. Meine Nachbarin hat sich schon mal beschwert, dass sie mit ihrem leichten Schlaf um 9 Uhr Vormittags geweckt wird, wenn bei mir das Telefon klingelt. Nach einem Hinweis auf die Rechtslage hat sie einen Monat nicht mehr mit mir geredet, aber für mich was das Thema erledigt. Damit kann man auskommen, oder man kann dem grds. aus dem Weg gehen.

    Daher: Wie ist denn die Rechtslage? Kann der Pilot denn irgendwie belangt werden, wenn der Platz seine Betriebserlaubnis nicht erfüllt? So lange nirgendwo steht, dass man man Funkkontakt mit dem Flugleiter halten muss geht das doch den Piloten nichts an, was der Flugleiter macht, und er ist nicht verpflichtet, vor dem Start zu überprüfen ob sich der Flugleiter irgendwo auf dem Flugplatzgelände befindet oder nicht. Daher verstehe ich das Problem nicht. Die Prozedur für Landung und Start auf dem unkontrollierten Flugplatz ist bekannt, und ein Flugleiter am Funk kommt da nur optional als Informationsquelle vor.

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