Kaum Leistung nach Start

Forum - Unfallprävention
  • So, nun auch mal was von mir in dieser Rubrik, ich denke ein interessanter Fall.

    Vor einigen Tagen mal wieder einen Flug geplant mit meiner CTSW. 912 ULS mit constant speed Propeller (wird noch wichtig). Flugvorbereitung wie immer, alles fein. Rollen zum Rollhalt, Magnetcheck etc... Alles bestens.

    Dann den Startlauf begonnen, wie immer kurzer Check auf die Drehzahl (ca. 5500 U/min), alles wie ungezählte Male und mir ist da nichts "komisch" vorgekommen. Unsere Piste in Luzern- Beromünster ist ein sehr unebener "Kartoffelacker", es rumpelt und holpert, so dass man Feinheiten im z.B. Motorlauf nicht ohne weiteres mitbekommt. Aber kurz nach dem Abheben war sofort klar, dass etwas ganz und garnicht stimmt. Drehzahl wie gesagt tip top, aber der Flieger stieg kaum bzw. fast garnicht. Eisern Fahrt gehalten in der Hoffnung, dass doch nochwas geht, sonst halt irgendwo in die Pampa reinlanden... War ein extremes Scheissgefühl! Dann merkte ich, dass die Leistung langsam zunehmen zu schien, jedenfalls ging die Steigrate nun etwas hoch. Sanftes Kurven in Querabflug, immernoch sehr tief, ansteigendes Gelände kommt hier hinzu. Steigrate ging weiter nach oben, im Queranflug war sie dann voll da. Wer den Rotax kennt, wird hier schon was vermuten, für mich war an dieser Stelle ziemlich klar, wo der Fehler nach der Landung zu suchen ist...

    Landung dann unspektakulär, abrollen, Motor aus, Haube abnehmen.... Na und nun einmal Gas reinschieben und siehe da, genau wie vermutet:

    (Ist ein uraltes Bild) Bei einem Vergaser war der drehbar gelagerte Gaszuganschluss schwergängig, so dass eine Seite nicht auf Vollgas ging und das ganze vollkommen unsynchron lief. Im weiteren Flugverlauf haben die Vibrationen dafür gesorgt, dass er dann doch laaaangsam auf Vollgas ging.

    Gaszug abgenommen, Schraube untersucht und nichts grossartig bemerken können ausser ganz leichte Verschmutzung. Alles gereinigt, wieder zusammengebaut und alles war einwandfrei.

    Und nun zum für mich lehrreichen Teil. Im nachhinein logisch, aber für mich eben doch eine neue Erkenntnis ist, dass die Drehzahl bei einem CS-Prop keine zuverlässige Grösse ist. Ich habe diesen Prop noch nicht lange, vorher bin ich entweder Festprop oder in dieser CT den mit manueller hydraulischer Verstellung geflogen. Da gab der Check der Drehzahl im Startlauf zuverlässig Auskunft über die Leistung. Wieder was gelernt...

    Mit Passagier wäre es glaub schief gegangen.


    Chris

  • In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, wie wichtig die Montagerichtung der Unterlegscheibe ist

    (Rundung hebelseitig!)

  • Krass… schön, dass es gut ausgegangen ist Chris!

    VG enno

  • Andreas_G schrieb:
    In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, wie wichtig die Montagerichtung der Unterlegscheibe ist
    Auf jeden Fall. Montiert war alles einwandfrei, es war lediglich durch Verschmutzung etwas schwergängig. Ich bin am überlegen, ob ich diese Stelle mit z.B. WD40 etwas einsprühe (leichter Fettfilm anschliessend) oder gerade das nicht tue, weil sich dann Dreck ansammelt. Was meint ihr?


    Chris

  • WD 40 schmiert nicht dauerhaft. Das ist kein Schmiermittel, sondern ein Wasserverdränger (water detergent recipe 40)

  • Steffen_E schrieb:
    Das ist kein Schmiermittel, sondern ein Wasserverdränger
    Ich bin ich mir dessen bewusst, dass es nur eine leichte Schmierwirkung hat. Da ich gerne vermeiden würde, dass Schmutz an dieser Stelle gebunden wird, scheint es mir am ehesten geeignet. Oder eben trocken lassen, dabei wird es wohl auch bleiben, erscheint mir angebrachter. 

    Mag dasselbe wirklich nicht nochmal erleben…

    Chris

  • .... das mit der Scheibe (Teil 48) hatte ich schon mal vor einigen Jahren geschrieben (finde ich leider nicht mehr).
    Da die eine Stanzrichtung haben müssen sie daher mit der balligen Seite zum Hebel montiert werden.


    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • Chris_EDNC schrieb:
    Ich bin ich mir dessen bewusst, dass es nur eine leichte Schmierwirkung hat
    leicht und leider nur temporär. Die Öle verdunsten nach relativ kurzer Zeit und dann hast Du sogar eine entfettete Gleitpaarung.

    Wer lämger was von der Schmierung haben will, nimmt auf keinen Fall WD 40.

  • Ich kann den Beko TecLine Haftschmierstoff zum fetten empfehlen. Damit fette ich alles und da es recht flüssig ist, kriecht es auch überall hin.

  • Schmieren ist nicht immer die beste Lösung

    In diesem Fall: trocken und sauber halten  -> fertig (zwischen Klemmschraube und Hebel ist ausreichend Spiel und die Traglast gering). Bewegung zwischen Bolzen und Hebel findet nur in geringem Maß statt.

    Wenn Fett o.ä. appliziert wird, sammelt sich dort auch Staub u. (zum Teil auch abrasives) Gedöns


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