Bei soviel Widersprüchlichem müssen wir leider etwas Physik bemühen:
Gut, das Flugzeug fliegt unbedrängt im Normalflug mit offensichtlich defektem Bugradfahrwerk so vor sich hin; es drängt nur die zu erwartende Landung, wenn der Sprit alle ist oder die Entscheidung dafür getroffen wurde. Limitiert ist dann "nur" die Fluggeschwindigkeit - hier im Falle des ULs - als eine definierte Mindestgeschwindigkeit, die - pod est - einzuhalten aber nur die wenigsten dt.-zugelassenen ULs in der Lage sind, denn sie fallen mit gesetzten auftriebserhöhenden Klappen i.d.R. runter, wenn die Motorleistung ausbleibt und weshalb sie - die Mindestgeschwindigkeit - aber in D trotzdem so gut wie nie eingehalten wurde. Ohne Motor gibt es deshalb auch genau nur einen Versuch. Dann ist die Lageenergie verbraucht ...und Isaak Newton läßt schön grüßen. Deshalb erklärte man den 912-er ROTAX als de facto Standard-UL-Triebwerk kurzerhand für "heilig" und weshalb dieser genau deshalb auch niemals nicht ausfallen sollte. Heilige tun das auch normalerweise nicht.
Wegen dieses Mankos kann die zu erwartende Landung mit dem defekten Bugradbein dann aber immer noch unkritisch hingehungert werden, z.B. auf Conkret, weil es zu hart zum Einhaken ist. Subjektiv lag aber offensichtlich ein Notfall vor. Die RGs kamen aber auf, weil der DAeC rechnerisch nicht so gut drauf war, den bruchfreien Betrieb mit seinen gegen teure Kohle zugelassenen ULs garantieren zu können, andererseits aber nicht häßliche rufschädigende Tote verantworten wollte. Es etablierte sich die teure raketengetriebene Zwangsrettung als eine der Zulassungsvoraussetzungen. Also wurde bei anzunehmenden Havarien und ungeklärten Fluglagen per Multiple Choise-Dressur in Prüfungsfragen jede Frage als richtig gewertet, die mit "Schirm ziehen" beantwortet wurde, auch über dem Kölner Dom z.B.
Die Frage ist nun, wo der zweifelsohne sehr wirksame Schirm befestigt werden sollte. Natürlich im oder zumindest in unmittelbarar Nähe des Schwerpunktes auf der x-Achse. Ohne V-Form-Fesselung rechts und links ist das aber schwierig. Ein Schwerpunkt liegt üblicherweise *vor* dem Flugzeugneutralpunkt, weshalb auch ein Höhenleitwerk im Normalflug (-zeug) Abtrieb erzeugen muß. Die Differenz zwischen Schwerpunkt und Neutralpunkt ist die Stabilitätsreserve. Was die wenigsten aber erinnern ist, daß der Schwerpunkt auch eine Höhe auf der z-Achse hat. Das Seil tritt raketenbeschleunigt und aus naheliegenden Gründen meist oben aus dem Rumpf aus, ist aber an massiv-stabilen Teilen tief im Rumpf bzw. am Rumpfboden befestigt. Die per Schirm eingeleitete Luftkraft zieht aber an dem Hebel hoch oben im Pumpf, so daß sich dies wie ein brutaler Höhenruderimpuls auswirkt. Folge: Fahrt weg *und* gleichzeitig hohes Alpha - sofortiger Strömungsabriß. Das kann kein Steuerknüppelimpuls mehr korrigieren.
Aus diesem Grund haben wir auch nur wenige Rettungs-*SYSTEME* (CIRRUSz.B.), weil deren Einbau genau das alles berücksichtigen und in D natürlich verteuern müßte. Was wir haben, sind RGs, welche die Hersteller nach eigenem Ermessen einbauen.
hob