Diskussion zur Umfrage: Ist das Medical für UL-Piloten wirklich sinnvoll?

Forum - Umfragen

Ja
50.5 % - 204 Stimmen
Nein
49.5 % - 200 Stimmen

404 Stimmen - Umfrage geschlossen
  • Übrigens: gut, dass Deine Augen exzellent sind. Sonst könntest Du möglicherweise nicht mehr davon berichten.
    "2
    von denen habe ich nicht gesehen vorher. Nummer 3 schon, weil die Sonne
    sehr guenstig stand und ich wusste, wo er ungefaehr war. Er sah mich
    uebrigens nicht.

    Grundsaetzlich ist zu sagen, dass man Flugzeuge auf Kollisionskurs praktisch nicht sehen KANN. Egal wie gut die Augen sind."

    Auf direkt engegenliegendem Kurs: Zustimmung. Ein Kollisionskurs kann es aber auch sein, wenn das andere Flugzeug von der Seite kommt. Da helfen gute Augen schon.


    "Ja, aber wenn amtlich vorgeschrieben ist, dass die sich sehen können
    müssen, dann geht′s einem doch gleich viel besser, nicht? Bloß nicht
    durch Fakten verwirren lassen...
    "

    Mensch, Thomas, geht′s auch etwas weniger polemisch? Ich will ja nicht ausschließen, dass ich in diesem Thread etwas übersehen habe, dass eine fehlende Sinnhaftigkeit des Medicals belegt. Allerdings überwiegen in diesem Thread Ressentiments und persönliche Angriffe. Ich kann mich allerdings auch nicht erinnern, im "Deinem" Fliegermagazin auf einen Artikel zum Thema gestoßen zu sein. Also, wenn Du der Meinung bist, dass mir wesentliche Fakten fehlen bitte ich um einen Link. Dein Posting mit Bezug auf andere Länder habe ich gelesen, aber leider finden sich da keine Quellen.

    "Ob tatsächlich die fehlende Lobby das Problem ist, wage ich zu
    bezweifeln - wenn nicht einmal hier das von allen verhasste Medical von
    mehr als der Hälfte abgelehnt wird."

    Offensichtlich ist es nicht allen verhasst? Zumindest ca. der Hälfte der Umfrageteilnehmer nicht.

    Um nochmal auf das vielzitierte Autofahrerbeispiel zu kommen: Ist es nicht inkonsequent zu sagen "Bei den Autofahrern ist das viel sinnvoller" und weil die es nicht haben, schaffen wir dann das Medical bei uns ab?

    Und noch etwas: ich finde nicht alles gut, was "amtlich" verordnet ist (man kommt hier ja schnell in den Verdacht). Ich sag′ nur ZÜP, aber von der sind die ULer ja glücklicherweise nicht betroffen. Andererseits ist das ja auch wieder konsequent: Wenn schon UL-Flugerfahrung in keinster Weise auf "richtige" Flugzeuge (nach amtlicher Definition) angerechnet wird, ist natürlich auch kein ULer in der Lage eine Super-Dimona zu entführen und höchst bedrohlich mit bis zu 80 Litern Mogas zwischen Hochhäusern herumzukurven...

    OK, DAS war jetzt auch polemisch... und gehört nicht wirklich zum Thema.

    EDIT (Nachtrag zu zwichenzeitlich eingegangenen Postings): Ich habe hier niemand als "senilen Tattergreis" bezeichnet. Und ich maße mir auch keine "Fachaufsicht" an. Das sollen lieber Leute entscheiden, die dafür qualifiziert sind. Ärzte bieten sich da an...

    Trotzdem noch einen schönen Abend zusammen!

    Fox
  • Auf direkt engegenliegendem Kurs: Zustimmung. Ein Kollisionskurs kann es aber auch sein, wenn das andere Flugzeug von der Seite kommt. Da helfen gute Augen schon.
    Aehm nein...
    Ob auf Gegenkurs oder seitlich oder woher auch immer: Ein Flugzeug auf Kollisionskurs bewegt sich nicht vor dem Hintergrund und ist daher praktisch kaum/nicht rechtzeitig zu erkennen.

    Was dagegen hilft? In erster Linie die Wahrscheinlichkeit, die ist fest auf unserer Seite. Dann ein Powerflarm. Auf FIS anmelden ist auch keine schlechte Idee.

    Was nicht hilft? Das Geschrei nach einem Zettelchen und diese permanente Abneigung gegen unsere aelteren Fliegerkameraden.

    Ob tatsächlich die fehlende Lobby das Problem ist, wage ich zu bezweifeln - wenn nicht einmal hier das von allen verhasste Medical von mehr als der Hälfte abgelehnt wird.
    Richtig, danke dass Du mich wieder geerdet hast. Diesen Umstand habe ich ob des Wahnsinns irgendwie immernoch nicht verinnerlicht.


    Chris
  • Hallo Chris,

    Deine Aussagen zum Kollisionskurs kann ich nicht teilen. Wenn ich Dich richtig verstehe könnte ich ja glatt auf Luftraumbeobachtung verzichten weil ich ohnehinnicht sehe, was mich potentiell bedroht?

    Das Powerflarm und FIS als flankierende Maßnahmen sinnvoll sind sehe ich genauso.

    Bzgl. "permanenter Abneigeung gegen ältere Piloten": Das hat wird hier wohl etwas anders verstanden als ich es gemeint habe, die Gemüter sind wirklich schon recht erhitzt.

    Was habe ich denn gesagt? Dass es Piloten gibt, die sich der Leidenschaft für die Fliegerei nicht entziehen können und nicht freiwillig aufhören.

    Warum habe ich den Eindruck, dass es bei dem ein oder anderen sinnvoll ist?
    Nun, es gab halt in meinem Umfeld Piloten, denen Du auch schon bei der Landung angesehen hast, dass sie eigentlich nicht mehr gut sehen, wo dann regelmäßig kurz vor knapp abgefangen wurde - unser Falke verzeiht ja einiges, aber eine Latte musste halt auch schon dran glauben.

    Bei dem betreffenden Piloten wurde schon gewitzelt: "Gut sieht er nicht mehr, aber schlecht hören tut er gut".

    Es gab in den angesprochenen 25+ Jahren auch andere, denen man schon am Boden angesehen hat, dass es mit der schnellen Reaktion nicht mehr so weit her ist.

    Ich denke, dass ich auch nicht gern aufhören würde. Gerade deswegen finde ich es gut, wenn man regelmäßig gecheckt wird und akzeptiere das dann auch für mich, dass irgendwann einfach das Aus kommt.

    Das sind einfach persönliche Beobachtungen, aus denen ich meine Schlüsse gezogen habe, keine Wissenschaft, das ist klar. Wie gesagt bin ich für gegenteilige Fakten durchaus offen. Schade ist nur, dass der Thread ziemlich schnell in persönliche Angriffe abgeglitten ist anstelle eines Austauschs von Positionen.

    Viele Grüße

    Fox
  • Moin,

    "[...], das eine fehlende Sinnhaftigkeit des Medicals belegt".

    Andersherum wird ein Schuh daraus: jede einschränkende Maßnahme muss begründet werden, nicht deren Abschaffung. Relevant ist also vielmehr die Frage, wieviele Unfälle durch ein Medical verhindert worden sind und ob die Maßnahme angesichts dieser Zahl verhältnismäßig ist. Diese Frage ist aber statistisch nicht zu lösen (mein Bärenamulett hat bis jetzt zuverlässig verhindert, dass ich von Bären angegriffen worden bin!!!).

    Also schauen wir uns die andere Seite an:

    "Bei dem betreffenden Piloten wurde schon gewitzelt: "Gut sieht er nicht mehr, aber schlecht hören tut er gut"

    Dieser Pilot hat ja offensichtlich ein Medical. No comment.

    Viele Grüße

  • Wer das Medical sinnvoll findet soll es doch machen. Meinetwegen monatlich.

    Warum wird nur immer nach noch mehr Vorschriften gerufen, ist denn das Rückrat schon gänzlich raus?
    Wer hat denn schon mal einen von den vielen alten, untauglichen Fliegern angesprochen!?
    Es werden alle  (fast) alt, und dann?,immer noch so forsch nach dem Medical schreien?
    Freiheit sollte man verteidigen, es gibt kein abgegebenes Stück zurück.

    Rüdige
  • Ich denke, dass ich auch nicht gern aufhören würde. Gerade deswegen finde ich es gut, wenn man regelmäßig gecheckt wird und akzeptiere das dann auch für mich, dass irgendwann einfach das Aus kommt.
    Aber warum benötigst Du dafür eine Dritte Instanz? Und wenn ja, warum als Pflicht?

    Und natürlich gibt es die Ignoranten: "Ich habe zwar schon zwei Fernsehtürme umgenagelt, aber die haben sich auch bewegt!" oder psychisch Erkrankte (Im Übrigen auch als Gast!). Das hast Du aber in jedem Umfeld: Auto, Bahn, Radfahrer, Nachbarschaft usw. Letztendlich ist es eine Frage des Lebensriskos (oder Glück, Pechs oder wie immer Du es nennst), ob Du auf so eine Person (und nicht auf eine, die gerade nur unaufmerksam ist - soll es ja auch geben :-)) triffst und es tödlich für Dich endet.

    Und hier bin ich nun der Meinung, dass das Risiko durch so einen "Spezialisten" auch in Platznähe vom Himmel geholt zu werden äußerst überschaubar ist. Da habe ich deutlich mehr Angst vor den Unaufmerksamen ...

    BTW: Wie siehst Du denn die Medical-freie 120kg-Klasse?

    Bye Thomas
  • BTW: Wie siehst Du denn die Medical-freie 120kg-Klasse?
    Das ist genau der Punkt. Die fliegen durch den gleichen Luftraum. Medical? Nope! Warum auch!?
    Ich denke, dass ich auch nicht gern aufhören würde. Gerade deswegen finde ich es gut, wenn man regelmäßig gecheckt wird und akzeptiere das dann auch für mich, dass irgendwann einfach das Aus kommt.
    Ich würde, vorausgesetzt ich fühle mich fit*, auf die 120 kg Klasse wechseln.

    *Fit in dem Sinne, dass ich fluguntauglich beurteilt wurde, ich jedoch z.B. einen stabilen, wenn auch medikamentös eingestellten Blutdruck habe oder an Diabetes leide, welche ebenfalls medikamentös eingestellt wurde. Also nehmt Euch schon jetzt vor mir in Acht. Wenn ich mal fluguntauglich bin, werde ich trotzdem irgendwo da oben in der Luft herumschwirren :)

    PS.: Und dann hole ich mir absichtlich was ganz schnelles und schweres. F*ck the (useless) system :)
  • Genauso ist es. In einem anderen Forum unterschreibe ich immer schön damit dass mich niemals der Amtsschimmel vom Himmel holt. Ich würde persönlich auch ohne Schein fliegen. Aber andersrum würde ich nicht fliegen wenn ich mich nicht gut fühle oder eben einfach nicht gut drauf bin. Selbst wenn ich ein "Medical" hätte. Was selbstverständlich nie der Fall sein wird... . Ich kann nämlich, wie übrigens die allermeisten normalen Menschen auch, perfekt selber über meine Flugtauglichkeit entscheiden. Mach ich vor jedem Flug... Unglaublich, oder? 
    Und lieber Fox, wie Flyaway je völlig richtig bemerkte und es andere immer wieder tun, alle Eure selbstbeobachteten "Fälle" haben schliesslich, à priori, Dein geliebtes "Medical". Wie geht das?? Seid Ihr also mit Euren Beurteilungen kompetenter als diese sog. "Fliegerärzte"?

    Gruss Stephan


    PS: ich hab mir mal die unendliche Mühe gemacht den vom französischen Transportministerium bestellten Rapport von 2007 hervorzukramen welcher auch heute noch oft als Referenz herangezogen wird. Wer der Sprache Molière′s mächtig ist kann hier mal den bisher bestmöglichen Vergleich zwischen zertifizierter GA und UL in Frankreich sehen. Das Ergebnis spricht für sich selbst...

    http://www.ladocumentationfrancaise....rts-publics/074000415.pdf
  • Deine Aussagen zum Kollisionskurs kann ich nicht teilen. Wenn ich Dich richtig verstehe könnte ich ja glatt auf Luftraumbeobachtung verzichten weil ich ohnehinnicht sehe, was mich potentiell bedroht?
    Ich schrieb kaum/nicht.
    Sagen wir mal so: Es ist nicht voellig ausgeschlossen, dass man so einen Kollisionsgegner doch noch rechtzeitig sieht ;)
    Wer meint, durch "normale" Luftraumbeobachtung dieses Risiko deutlich zu senken oder gar auszuschliessen, also der macht sich was vor.

    Bezueglich der aelteren Pilotenkollegen: Es gibt keine andere Personengruppe, von der die Gruenschnaebel so viel profitieren koennen. Lasst sie fliegen, solange sie eigenverantwortlich fuer sich entscheiden, dass sie fit genug dafuer sind!


    Chris
  • Während Ihr Euch hier so schön streitet .. kommt es mir nur so vor oder ist es wirklich so, daß die "Ja"-Stimmen in der Forumsumfrage zum Medical sonderbar beständig zunehmen, wobei die "Nein"-Stimmen ziemlich stagnieren?


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