In der Silvesternacht habe ich unvorsichtigerweise gewettet, dass ich die Strecke Antdorf-Mantua mit einer Savage in weniger als 2 Stunden schaffe. Ich hatte dabei die Grosswetterlage im Kopf und wusste, dass wir einen schönen Fönsturm südlich der Alpen erwarten konnten. Ich werde nun in wenigen Minuten starten. Mal schaun: Abflug Antdorf. Einflug in die Alpen über Murnau. Alles durch die Täler. Schätze 500 ft AGL wird zunächst Maximum werden. Zugspitze rechts liegen lassen (wird eh nicht zu sehen sein, dunkel, Wolken). Dann kommt gleich schon der erste Pflichtmeldepunkt zum Einflug in die Kontrollzone LOWI. Da bei dem Wetter sowieso niemand fliegt, denke ich, werden wir quer durchbrettern können. Im Lee des Karwendel schnallen wir uns dann an. Mit zunehmendem Rückenwind den Brenner hoch. Spätestens hier erwarte ich GS über 250 km/h. Wegen der Turbulenzen mache ich mir keine Sorgen. Fliege die „Rocky Mountains Special“, die hält plus/minus 10g locker aus. Ab dem Brenner dann in die Düse, Höhe AMSL möglichst halten, eher höher, kommt auf die Wolken an. Transponder aus. Auf Höhe Brixen werden die Wolken aufhören. Also mehr Höhe. Wo Sturm ist. Dürfte bis weit über 150 km/h Rückenwind geben. Rechne bei Bozen mit Minimum 300 km/h GS – m i n d e s t e n s! (Kann man die Rocket Pocket theoretisch mit einer Savage überholen?) Trento dann links liegen lassen und runter zum Gardasee. Über dem See von ca. 6000 AMSL langsam runter auf 2000 bis 3000 ft aber eher höher bleiben. Auf immer noch umherfliegend Windsurfer achten. GS halten, Höhe! Hier gehts richtig ab. Vom südl. Ende des Sees dann noch mal ca 70-80 km. GS nimmt ab, aber immer noch weit über 200. Auffanglinie Lago Superiore. Hier wird die Zeit genommen (groundcrew). Landung bei San Lorenzo auf der Driving Range des Mantova Golf Club. Ca. 120m LDA (über Eisen 9 ist bei denen nicht erlaubt ;-) Piste beleuchten meine Buddies mit ein paar übrig gebliebenen Knallfröschen. Dann ab in die Stadt und erstmal ein paar Grappa.
