Letzteres rekrutiert sich oft aus einem Vehikel, das sein Leben als Personentransportmittel beendet hat, jedoch noch nicht so zerfleddert ist, dass es nicht auf dem Segelfluggelände wertvolle Dienste leisten könnte.
Bei uns war das ein alter schwarzer Mercedes-Benz, der damals out, sich aber in durchaus noch brauchbarem Zustand befand und das Herz eines heutigen Oldtimer-Sammlers deutlich höher schlagen lassen würde. Unsere jüngsten Clubmitglieder brannten geradezu darauf, auch ohne Führerschein, der auf dem Fluggelände ohnehin nicht erforderlich war, die PS- Zahl dieses Gefährts auszureizen.
Eines Tages nach dem Flugbetrieb bekam einer der jungen Segelflugaspiranten den Auftrag, den Mercedes in einem etwas entfernt liegenden Hangar einzustellen. Die Begeisterung sprang ihm förmlich aus dem Gesicht, als er hinter dem Steuer Platz nahm, den Gang einlegte und wie der Teufel davon preschte.
Wir diskutierten gerade über den zur Neige gehenden Tag und unsere Flugerlebnisse, als hinter einer Flugplatzbaracke ein ungeheurer Knall ertönte und eine beachtliche Staubwolke aufstieg. Entsetzte Blicke machten die Runde und dann spurteten wir los. Kaum um die Ecke der Baracke, sahen wir das Desaster. Unser Seilrückholwagen lag wie eine Schildkröte auf dem Rücken, die Staubwolke war inzwischen verflogen – nur ein Rad drehte sich noch langsam.
Ein Unheil ahnender Blick ins Innere machte uns ratlos. Das havarierte Auto war leer – rundum Totenstille. Wo war der Fahrer abgeblieben? Wir dehnten unseren Suchkreis immer weiter aus – nichts – absolut nichts. Hatte sich der Kollege in Luft aufgelöst? Das konnte ja nicht sein. Also – weiter suchen.
Plötzlich entdeckten wir ihn. Vor einem der Hangars sass ein zerknirschtes Bündelchen Mensch am Boden, die Hände um die Kniee verschränkt, den Kopf gesenkt. Wir traten an ihn heran, dem Himmel sei Dank, er war völlig unverletzt.
Bald war seine lädierte Psyche so weit regeneriert, dass er uns die Story des Crashs zu Gemüte führen konnte. Nach einem spritzigen Start hatte der Kollege weiter aufs Gaspedal gedrückt und vor der Kurve vergessen, seinen Fuss rechtzeitig wieder herunterzunehmen. Dann kam, was kommen musste – die Geschichte kennt Ihr ja inzwischen.
Wir waren alle froh, dass die Sache so glimpflich ausgegangen war. Auch der Mercedes hatte kaum Schaden genommen, wurde von uns wieder auf die Räder gewuchtet und – man höre und staune – sprang, als sei nichts gewesen, problemlos wieder an.
Ob unser Kamerad dem berühmten Michael Schumacher nacheifern wollte, konnte nicht mit letzter Sicherheit ermittelt werden.