Fliegen in Frankreich

Forum - Fliegen & Reisen
  • Atomkraftwerke überfliegen kostet EUR 15000.-
    Gibt es dafür auch eine (offizielle) Referenz? Oder sprichst du vielleicht aus eigener träurige Erfahrung?

    Danke für den Link zu "Navigation" - nur schade das es das nur für Windoze gibt... (oder man sollte mit Wine ′rumschaukeln, was ich vermeide)
  • Referenz: DGAC/ACNUSA, Hauptsitz Paris, avenue Montparnasse. Die Mahngebühren werden von der ACNUSA als "Nuisances" also "Belästigung" verechnet. Unter dies fallen auch die nuisances sonores, oder Lärmbelästigungen. Das ist wahrscheinlich einfacher zu verwalten.
    Die Gebühren waren EUR 4000.- bis za. 2005, danach stiegen sie auf 8000.- , so um 2009 um fast ein Jahr später auf 12000.- erhöht zu werden und seit 2011 ungefähr hat sich das Ganze auf 15000-20000.- eingependelt.
    Ich vertrete (ab und zu) einige Fluggesellschaften bei der ACNUSA, da in parisern Gerichtsverfahren ausschliesslich gallisch gesprochen wird.
    Interessant ist zu wissen, dass diese Verfahren sehr verspätet eingeleited werden. 3 bis 6 Monate sind normal. Deshalb muss man beachten, dass wenn man auch nur glaubt einen Verstoss gemacht zu haben, sofort nachhakt. Sollte ein Verstoss da sein, so kann man dies in den allermeisten Fällen vor Ort regeln. Am einfachsten über Mittagsessen. Ist der automatische Bericht schon im System ist es zu spät und man wird nach Paris gebeten ( und man sucht nach meiner Telefonnummer ;-) )  Wichtig: sofort mit ATC oder anderen Institutionen reden, dann kann man normalerweise mit einem blauen Auge wegkommen.
    Anders bei den Kraftwerken: zwei Erfahrungen wo ich in Paris war, die erste war eine Turbo-Prop, die hat in +/-8000ft eine Zentrale überflogen, blieb aber verschont weil sie auf einem Heading vom vorherigen Lotsen war und noch nicht formell mit dem nächsten ATC in Kontakt war. Die Zweite, recht lustig, vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft im Motorschirmfliegen bei Thionville/Frankreich musste ein Pilot vom brasilianischem Team in Schornsteinhöhe über die Zentrale von Cattenom fliegen um zu prüfen was eigentlich in den Kühltürmen sein (!). Resultat: in den Türmen ist nichts aber die Kosten waren EUR15000.-, zuzüglich Sprit.
    Dies ist allerdings in Deutschland fast gleich, ich vertrete nämlich auch französische und englische Fluggesellschaften bei der LBA...oder in Danemark, Sweden etc. Auf eine eigene traurige Erfahrung kann ich nicht zurückgreifen.

    Die Navi Soft FOU FOU läuft auf Windows und Android, habs noch nicht auf was anderem probiert. Allerdings, wie gesagt ist dies Soft sehr komplett. nach za zwei Saisons finde ich immer noch neue Funktionen. Dieses Programm verlinkt zum Teil auf andere Seiten die auch schon mal weiterlinken. Aber es ist das kompletteste was mir bisher unterlaufen ist. Beruflich benutze ich auch Programme aus der Linienfliegerei die eine Unmenge kosten und nicht unbedingt besser sind. IFR kann man FOU FOU weltweit benutzen, bei VFR habe ich es bei Frankreich belassen da ich irgendwie nicht in der Lage bin (kapier′s einfach nicht) VFR Karten herunterzuladen.

    Aaaber, das Wichtigste ist: es ist einfach die Wonne in Frankreich VFR, vor Allem UL zu fliegen, würde es mit den States vergleichen.
    Bin in LF5422 Micheville zu Hause. 
    Gruss,
    Pat
  • Moin Pat,

    sehr gute Infos! Super Forenbeiträge! Danke!

    Bye Thomas
  • Bin in LF5422 Micheville zu Hause.
    Dieser Flugplatz Micheville sah interessant aus, aber um hier bei der Sache zu bleiben eröffne ich ein neues Thema.
  • Am wochenende ist alles viel einfacher da die Militärzonen nicht aktif sind.
    Grusse aus Frankreich 
  • Achtung: Zwischen diesen beiden Beiträgen liegen mehr als 5 Monate.
  • Bonjour!

    Ich wollte, nachdem ich im Forum vorab zahlreiche nützliche Infos über
    das Fliegen in Frankreich gelesen hatte, meine bescheidenen Eindrücke
    von meinem ersten UL-Flug am letzten Wochenende nach Frankreich
    (Paris und Colmar) wiedergeben.

    Eins vorweg: Alles hat wunderbar geklappt, sowohl die Verständigung mit
    den französischen Lotsen als auch die Flugplanaufgabe (mit Skydemon
    sehr schnell). Meine ganzen Bedenken bzgl. des (auf der Karte) doch
    im Vergleich zu D sehr unübersichtlichen Luftraums hatten sich
    relativ schnell "in Luft" aufgelöst. Die von mir
    angeflogenen Plätze Lognes und Colmar verlangen für ULs PPR, also
    vorab rechtzeitig per Mail beantragen. An
    Literatur hatte ich mir wohl so ziemlich alles besorgt was es gibt:
    VFR Guide France, „Bossy“ Weekdays+Weekend, DFS Cross border,
    alte Jeppesen Karten von 2012 – das alles hatte aber eigentlich
    fast immer nur Alibi-Funktion. SD in Verbindung mit meinem Ipad mini
    hätte zu 99% allein gereicht.

    Bei meinem Flug von München Jesenwang nach Paris Lognes (LFPL) ging es
    erstmal zum Zwischenstopp nach Bremgarten. Gleich nach dem Tanken
    habe ich per Skydemon den FPL mit EOBT+30 Min. übermittelt,
    lediglich die EET muß man unter "Remarks" manuell
    verändern und dort den tatsächlichen Ort des Grenzübertritts
    eingeben. Wie so oft war ich mal wieder mit meinem Zeitplan hinterher
    und das barg ein gewisses Risiko: Meine Flugroute führte durch
    mehrere militär. Tieffluggebiete (auch hier wieder Skydemon
    unschlagbar: Aktivierungszeiten sind in den NOTAMs integriert) und
    diese waren pünktlich zu Mittag 12-13:30 loc nicht aktiv. Ich stand
    aber erst um 13:30 abflugbereit am Rollhalt und ein Überfliegen der
    Zonen schien mir nach aktueller Wolkenlage eher nicht machbar - naja,
    dachte ich mir, probiers mal aus, zurückfliegen kann man ja
    jederzeit wenn es gar nicht geht.

    Nach
    dem Abheben erster Funkkontakt mit Bale-Info. Relativ schnell hört
    man die etwas unterschiedlichen Abläufe beim Funk gegenüber D
    heraus und passt sich an. Beim Frequenzwechsel muß man alle Infos
    nochmal übermitteln (bei uns erledigen dies ja oft die Lotsen),
    ansonsten alles wie gewohnt. Bzgl. der Tieffluggebiete erhielt ich
    vom Lotsen ungefragt die Freigabe, ein aktives LFR in der Nähe von
    Nancy konnte ich überfliegen. Der restliche Flug war unspektakulär,
    die Landschaft bis nach Paris ist relativ platt und eintönig. Vor
    Lognes Absinken unter 1.500ft und über Echo entlang der Autobahn auf
    die 08.

    Der Rückflug nach 2 Tagen über Colmar war etwas spannender: In Paris
    war bestes Wetter, aber über den Vogesen wurden tiefe Wolken
    vorhergesagt. Vorsorglich studierte ich mit Google earth und Skydemon
    die Topographie etwas genauer und wählte eine möglichst flache
    Route, am Morgen schaute ich mir
    diverse Webcams aus der Gegend an. Als
    Alternate plante ich St. Dié, falls die Vogesen sich doch als
    unpassierbar erweisen sollten. Da
    meine Freundin gut Französisch spricht haben wir schließlich noch
    bei der franz. Flugwetterberatung angerufen, zur
    Sicherheit habe ich dann beim DWD und vor dem Start in Colmar angerufen. Flug verlief wie
    erwartet – bis zu den Vogesen gutes Wetter, die höchsten Gipfel
    waren in dunklen Wolken gehüllt,
    aber dazwischen waren genügend Freiräume zum Durchfliegen.

    Fazit: Eine tolle Erfahrung und mit ordentlichem Funkenglisch kein Problem.
    Sicher nichts für den absoluten Anfänger, das Fliegen und Funken
    sollte man zu Hause im gewohnten Luftraum schon
    sicher beherrschen. Das nächste
    Mal soll es bei mir etwas weiter südlich gehen an die Cote d′Azur...

  • schöner Bericht.  DAnke!

    Hatte ich im Juni ähnlich erlebt. Durfte mich an einen Profi rannhängen, der die Funkerei, Flugplan usw. erledigte.
    Wir sind von EDQT nach "Nogaro" und zurück geflogen.
    Tolle Landschaften dazwischen!
  • Noch ein Tipp von mir: 

    - Beim Kontakt mit FIS oder Controller in Kontrollzonen ruhig schon das gewünschte FL angeben, meist sortieren die Dich dann auch so ein und Du kannst geradeaus durchfliegen.

    - Richtungs oder Höhenänderungen in Kontrollzonen auf jeden Fall vorher anfragen z.B. "request new heading/FL xyz"

    - Bei der DFS habe zwar bei meinem letztjährigen Trip einen Flugplan nach F rein, jedoch beim Rückweg nach D war kein Flugplan notwendig.

    - Ich empfehle in F keine spontanen VFR Überlandflüge. Bleibe immer entweder kontrolliert oder auf FIS Frequenz. Es sind schon so manche ungewollt (und teuer) zur Landung eskortiert worden, weil diese doch irgendwo unerlaubt eingeflogen sind. 

    - wie ein Vorposten schon geschrieben hat, fliege mit einem D-M eher hoch... nur die Franzosen mit F- fliegen in Bodennähe ohne Transponder ;-)
  • Bei der DFS habe zwar bei meinem letztjährigen Trip einen Flugplan nach F rein, jedoch beim Rückweg nach D war kein Flugplan notwendig.
    das ist nicht korrekt; auch wenn Deutschland keinen Flugplan bei Einflug in den Deutschen Luftraum (aus F) fordert, so fordert jedoch Frankreich bei Ein- und Ausflügen einen Flugplan!
  • ...da bei der Flugvorbereitung sowohl der DFS am Telefon als auch der französische Controller am Funk keinen Flugplan brauchten, muss ich dann wohl eine Ausnahme gewesen sein. 

    Interessant in dem Zusammenhang auch war, dass ich von Straßburg bis nach Baden-Baden weit in den deutschen Luftraum immer noch kontrolliert fliegen gelassen wurde und die mich auch nicht von der Frequenz lassen wollten als ich vorsichtig nachgefragt habe... 
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