Warum sind Forenuser immer so unfreundlich zueinander?

Forum - Plauderecke
  • Hallo liebe Forengemeinde,

    ich bin seit einiger Zeit schon stiller Mitleser, und konnte durch die zahlreichen Diskussionen und Themen schon viele interessante Dinge lernen.

    Mir fällt aber in nahezu jeder Diskussion auf, dass Forenuser ab einem bestimmten Punkt untereinander sehr unfreundlich, teils auch beleidigend sein können. Ein Forum lebt von seiner Nutzervielfalt und diese Vielfalt bedeutet auch eine ebenso große Vielzahl an Meinungen.

    Aber nur weil sich jemand irrt, macht er das ja nicht unbedingt absichtlich. Man kann Leute ja auch freundlich drauf hinweisen, dass Sie daneben liegen. 

    Davon abgesehen könnte man manchmal die Meinung des Anderen einfach akzeptieren. Nur weil man glaubt bei Meinungsfragen im Recht zu sein, muss man die Meinung des Anderen nicht zwangsweise "widerlegen". Es ist ja nicht verboten eine Meinung zu vertreten.

    Ich schreibe das ohne direkten Bezug zu einer vorherigen Diskussion, sondern dies ist einfach nur meine Beobachtung der letzten Tage.

    Ich frage mich allerdings teilweise ob manche User im Job oder im Verein, immer dann wenn es im Team zu arbeiten gilt, ebenfalls so mit Anderen umgehen. Ich kann es mir sehr schlecht vorstellen und würde mir wünschen, dass man auch im Internet so miteinander redet, wie man es von Angesicht zu Angesicht auch täte. Und dabei meine ich sowohl den Ton, als auch die Art des Austauschs.

    Ich glaube wenn man bestimmte Standpunkte ein wenig sympathischer verpacken würde, dann hätte eine Vielzahl der User mehr Spaß am Forum.

  • Im grossen und ganzen funktioniert es hier die letzten Monate ziemlich gut, das war vor noch nicht allzu langer Zeit bedeutend unangenehmer.

    Es wird immer 2-3 Streithaehne geben oder auch User, deren Ansichten schlicht nicht kompatibel zueinander sind. Da braucht es oft nur einen minimalen Anlass, damit es eskaliert, dazu eventuell noch  schlechtes Flugwetter hinzu und schon gehts los ;)

    Einfach auf die fuer einen relevanten Dinge konzentrieren und den Rest ausblenden, denn aendern kann man das sowieso nicht. @sukram koennte, sofern er zuviel Zeit hat und sich zum Kindergaertner berufen fuehlt, hier konsequent zensieren. Ich kenne (groessere) Foren, da wird das mit einen ganzen Mitarbeiterstab auch gemacht. Hier bleibt einem nur das, was ich oben skizziert habe.


    Chris

  • Hallo Chris,

    so wird es wohl sein.

     Zensur ist immer ein zweischneidiges Schwert, daher halte ich nicht so viel davon.

    Habe es auch schon erlebt, dass der Zensurmeister plötzlich zum Richter über Recht und Unrecht geworden ist, anstatt einfach nur Postings zu löschen die schlichtweg daneben sind.

  • Chris schrieb:

    Einfach auf die fuer einen relevanten Dinge konzentrieren und den Rest ausblenden, denn aendern kann man das sowieso nicht.

    This ist it. 

    Thomas

  • Wenn mehr als zwei zusammen kommen ist das wahrscheinlich nicht zu vermeiden. Im Job heißt das Mobbing und in den Vereinen findet man das auch. Vermutlich sind das physiologische Mechanismen der sozialen Erfolgskonditionierung :) 

    Bin mir sogar sicher, dass so ein Disput sogar höhere Klicks hat. 

    Alle  echauffieren sich,  lesen aber doch :) 

    QDM 

  • Hallo Leute...

    Da Kommunikation ja bekanntlich auf mehreren Wegen stattfindet, fehlen in einem Internetforum bekanntlich Gestik, Mimik und der Tonfall der Gespräche.

    Ich glaube vieles würde mit allen Sinnen aufgenommen quasi gar nicht so aus dem Ruder laufen. Ein bissiger Kommentar wäre schnell als eine Art Komik erkennbar, falls nicht, würde man sich in freier Wildbahn eher aus dem Weg gehen. 

    Dieses verdammte Internet ist wohl doch Neuland... 🤔🤣🤣😎

    Sanfte Grüße 

  • Hallo CB,

    erstmal vielen Dank für Deine Ausführungen. Ich sehe das genauso wie Du.

    Ich habe mittlerweile und insbesondere in den letzten Jahren sehr viel über das Thema gelesen. Das Problem im Internet ist mehr oder weniger eine Art Profilierungsdrang. Laut einigen Studien sieht es so aus, dass vor allem sozial schwach veranlagte Menschen im Internet „endlich“ Anerkennung finden können oder diese zwangsläufig zu erhaschen versuchen. Während es sich im realen Leben (also offline) um Leute handelt, die in Gesprächsrunden kaum zum Zuge kommen, weil sie zum Beispiel nicht hoch angesehen werden, schüchtern sind oder Angst vorm Versagen haben, können eben diese im Internet und im Schutze ihres zumeist anonymen Usernamen das Gegenteil ausleben und dieses, wie oben bereits gesagt, „endlich“ erleben. User/Menschen dieser Art sehen sich meistens als Opfer des Systems und sind darüber hinaus der Meinung, dass alle anderen Menschen – besonders die aus dem Real-Life – schlecht oder böse sind. Insbesondere zu ihnen. Sie verfallen daher in eine Art Opferrolle und können im Netz, insbesondere durch die Hilfe der Informationsvielfalt, den Drang nach Geltung befriedigen.

    Die Studien dieser Art führen bis hin zu leichten bis schweren Persönlichkeitsstörungen. Viele im Internet sind sich der Konsequenzen oft nicht bewusst und sehen das Internet als eine Art rechtsfreien Raum. Das liegt insbesondere daran, dass viele das Medium gar nicht vollends verstehen, weil es für die meisten vermutlich jahrelang eher „Teufelszeug“ war, während man heutzutage eigentlich nicht mehr um das Internet herumkommt. Es sind unglaublich viele Leute im Internet unterwegs, die daher erstmal richtig „auf den Putz hauen“ und sich damit auch gut fühlen. Wenn keine Bestätigung durch andere Nutzer erlangt wird, hat man immerhin trotzdem die (für diese User positive) Erfahrung gemacht, den anderen Niederzumachen und sich auf diese Weise hierarchisch über ihn stellen zu können (vermeintlich). Während sie diese Erfahrung im „realen Leben“ nicht (oft) machen, können sie dieses Machtgefühl im Internet tagtäglich provozieren. Das Problem dieser Menschen wird irgendwann jedoch sein, dass das im Internet geschaffene Bild eins zu eins auf die Person und damit auf dessen Sozialverhalten übertragen wird. Headhunter arbeiten auf diese Weise. Ein Bewerbungsgespräch ist daher oft ein gutes Beispiel, bei dem der sogenannte „Troll“ oder auch der unfreundliche User von seinen Taten im Netz eingeholt wird. Nur ist es dann oft schon zu spät. Also für ihn.

    Als Admin dieses Forums ist das Ganze Verhalten dann besonders „lustig“, obwohl es eigentlich schon zum Heulen noch öfter sogar zum Fremdschämen ist. Man bekommt E-Mails oder private Nachrichten, die sich wirklich gewaschen haben. Es gibt User, die einen ausschließlich persönlich angreifen, weil ihnen die Argumente fehlen und/oder der Horizont einfach zu klein ist. (Einige private Nachrichten haben es beispielsweise so in sich, dass man die Person anzeigen oder abmahnen könnte und das Verfahren auch ohne Probleme gewinnen würde.) Wenn das dann auch alles noch nicht reicht, macht man mit seinem Ärger gern auch mal verschiedene Facebook-Gruppen unsicher und beschwert sich dort weiter. In erster Linie sucht man dort Anerkennung, indem man sich über den Dienst beschwert, von dem man gerade so verärgert ist. Dass diese Verärgerung jedoch nicht auf den Dienst als solchen, sondern einzig und allein auf die Persönlichkeitsmerkmale desjenigen selbst zurückzuführen sind, macht die Sache recht paradox. Denn das vermeintliche Opfer erwartet ja nun ganz großen Beistand, der aber leider ausbleibt. Es gibt im Internet auf der anderen Seite natürlich auch sehr viele Leute, die das Thema Selbstreflexion beherrschen und dieses auch auf sich und/oder andere anwenden können. Für andere ist das wiederum zu hoch bzw. zu viel, da man sich dann selbst einen Fehler eingestehen müsste, obwohl man mit seinen Aussagen doch (vermeintlich) immer richtig liegt. Man hat sich ja schließlich selbst zum Chef bzw. Entscheider gemacht und stellt sich damit stets über alle anderen User. Witzig ist halt (oder eher traurig), dass man sich hier als Neuling schon fast fürchten muss eine (falsche) Frage zu stellen. Denn dann ist man sofort gefundenes Fressen für Leute der oben beschriebenen Art. Und diese haben absolut kein Interesse daran, Deine Frage zu beantworten (so, wie man das im realen Leben vermutlich einfach machen würde), sondern beginnen in erster Linie damit, „ihr Revier“ zu markieren, das es faktisch gesehen jedoch gar nicht gibt. Und das sind immer dieselben. Es gibt einige, die sich dem Ganzen dann anschließen und entweder mitmachen oder aber dagegenhalten. Allerdings ist beides falsch. Denn hierbei handelt es sich um das „Feed the troll“- Prinzip, das man unbedingt vermeiden sollte. Denn dann wird häufig die Keule ausgepackt und die Empathie für das Gegenüber schwindet in Gänze. Denn User dieser Art haben dann nur noch ein Ziel: Recht haben und die Oberhand behalten. Und wenn es dafür persönlich werden muss, geht das in Ordnung. Also aus Sicht dieser User. Dass dieses Verhalten außerhalb jeglicher sozialer Kompetenz und Intelligenz liegt, muss ich nicht weiter erklären. Das lustige: An dieser Stelle nickt auch der Troll beim lesen. Denn er sieht sich selbst natürlich - trotz seiner Eskapaden - als sozial angesehenen Gesprächspartner. Der er natürlich nicht ist. Denn 98% der Nutzer sehen das Gegenteil in ihm.

    Man kann über so was einfach nur noch lachen und mit dem Kopf schütteln. Ich will hier jetzt keine einzelnen Dinge aufzählen oder User nennen. Die wissen alle schon selber, wer gemeint ist. Viele leider nicht, da sie diese Auffassungsgabe von richtig oder falsch (im Internet) nicht mehr haben und das Sozialverhalten in der Regel vor der Tür gelassen wird.

    In diesem Sinne kann ich nur hoffen, dass Du Beiträge dieser Art überliest und dadurch schnell herausfindest, welchen Usern Du Beachtung oder eben Nichtbeachtung schenken solltest. Es wird sich sehr schnell zeigen. Wir versuchen das Ganze mittlerweile durch Bewertungen der Antworten in den Griff zu bekommen und auszuwerten. Das wird aber noch eine Weile dauern. Denn schließlich gibt es auch hier Leute, die einfach nur auf „Daumen runter“ drücken, weil der Beitrag von einem bestimmten User geschrieben wurde (unabhängig von seinem Inhalt). Ein solches Verhalten sicher auszuwerten, ist nicht einfach, da wir uns hierbei auf unterstem Niveau bewegen. Aber auch hierfür werden wir demnächst Maßnahmen treffen. Das dauert allerdings noch etwas. Bis dahin müssen wir uns alle weiterhin von den genannten Usern bashen lassen, damit diese auch mal ein tolles Gefühl im Leben haben. Wir tun also jeden Tag etwas Gutes. Nicht für uns, aber für den 0815-Troll. Immerhin :)

    VG Markus

  • Hallo Sukram,

    dein Posting macht eindrucksvoll darauf aufmerksam wie tiefgreifend die gesamte Problematik ist.

    Ich möchte auch betonen, dass ich diese Wahrnehmung auch aus einer Vielzahl von anderen Foren bestätigen kann.

    Problematisch sind aus meiner Sicht zwei Dinge:

    • A: durch die teilweise grenzwertigen Reaktionen auf Fragen von neuen Usern, schreckt man diese natürlich davon ab weiterhin aktiv im Forum zu bleiben. Das ist sehr schade, da ein Forum ja von seinen Vielzahl an Mitgliedern profitieren sollte. Ich glaube wenn die alt eingesessenen User, die gerne mal die Postings der anderen mit dem "Rotstift" sezieren, einfach mal mit der Einstellung rangehen würde, den neuen Usern möglichst viel ihres mitunter breiten Wissens zu vermitteln, dann hätte man sogar echte Anerkennung geschaffen. Respekt habe ich persönlich für die Leute die nach dem Motto gehen: es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten.
    • B: die Feed-the-Troll Logik leuchtet ein, aber alles kommentarlos über sich ergehen zu lassen würde man im wahren Leben ja auch nicht. Wenn man natürlich zum emotionsgeladenen Gegenschlag ausholt, dann begibt man sich auf das selbe Niveau, aber wenn man einfach stur freundlich bleibt, dann macht sich der Troll nur noch lächerlich. Ich habe das schon in Diskussionen mitgelesen und manchmal hat das auf der Troll Seite sogar zu einem Aha-Erlebnis geführt.

    Unabhängig von diesen Gedankengängen finde ich es gut, dass dieses Thema einfach mal besprochen wird, und man sich austauscht. Vielleicht wäre ja für die ganz unbelehbaren die Einführung einer Netiquette (vllt. gibt es das auch schon hier?) hilfreich. Wenn man sich dann nicht daran halten mag, dann gäbe es den Rausschmiss. Internet empfinden, wie du selbst gesagt hast, viele als einen rechtsfreien Raum...

  • amigarules schrieb:
    Da Kommunikation ja bekanntlich auf mehreren Wegen stattfindet, fehlen in einem Internetforum bekanntlich Gestik, Mimik und der Tonfall der Gespräche.
    Da stimme ich dir zu, aber dennoch halte ich das für die kleinere Problemaik innerhalb des Umgangs.

    Natürlich versteht man mal etwas falsch, und der andere User hat das eigentlich ganz anders gemeint, aber sehr oft sind Antworten auf Fragen einfach in einem Tonfall formuliert, das es da keinen Interpretationsspielraum mehr gibt. Dann geht es nur darum den anderen möglichst schlagkräftig wissen zu lassen, dass er aus Sicht des Antwortenden keine Ahnung hat. Wenn man das letztere in den Griff bekäme, dann wäre man einen riesen Schritt weiter.

  • sukram schrieb:
    Ich habe mittlerweile und insbesondere in den letzten Jahren sehr viel über das Thema gelesen. Das Problem im Internet ist mehr oder weniger eine Art Profilierungsdrang.
    Moin,

    wobei ich festgestellt habe, daß dieser Profilierungsdrang in der Fliegerei irgendwie besonders ausgeprägt sein muß. Konkret kenne ich kein anderes Forum, in dem es so abgeht wie hier, wenn sich die entsprechenden Streithähne mal wieder getroffen haben.

    Jetzt könnte man meinen, daß es ein Problem des Internets ist, wie Du schon so richtig festgestellt hast. Allerdings habe ich festgestellt, daß die Gespräche am Flugplatz, also im realen Leben, auch mitunter reichlich schräg sind. Ich kenne jedenfalls kein Hobby und auch generell keine andere Situation, wo so häufig die Worte "Anwalt", "Gericht", "Schadenersatz", ... fallen. Das kann alles natürlich auch mit dem Profilierungsdrang zusammenhängen, da manche die Fliegerei eben als Projektionsfläche für ihr Ego nutzen. Entsprechend sind solche Persönlichkeiten überdurchschnittlich häufig am Flugplatz zu finden, so meine Hypothese.

    Selbst wenn es nicht soweit geht, daß sie sich alle gegenseitig vor den Kadi zerren, finde ich es da mitunter schon abenteuerlich wegen welcher Nichtigkeiten sich die Leute da am Platz immer wieder anpampen. Das Internet potenziert dann nur den Profilierungsdrang noch einmal, weswegen es dann am Ende hier total aus dem Ruder läuft.

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