Flugzeugverkauf : Betrüger / Scammer / wie geht das ?

Forum - Plauderecke
  • Hallo zusammen,

    ich verkaufe ja grad im Auftrag einen Sirocco nG ...

    Nun habe ich eine (seltsame) mail bekommen ...

    wie der letzte Preis wäre, auf die Antwort wurde direkt auf englisch
    geantwortet (von einem angeblichen UK-Bürger der in Paris ist)  ... der Preis sei "OK",
    er möchte gerne Name, Adresse und Kontonummer überweist dann und lässt es abholen.

    Ja ne .. is klar ... :)

    Eine schnelle google-Suche zeigt Einträge dass die mailadresse (  Michael M. White >>  michaelmwhite79 ätt gmail.com )
    auch wohl schon bei Boots-Verkäufen als "Scammer" identifiziert wurde.

    Also klar ... wohl Fake .. wer kauft ein UL Flugzeug ohne es vorher anzuschauen ?
    Was mich interessiert, wie würde der Betrug wohl weiterlaufen ?

    Die überweisen ( von einem Konto das zurückgerufen werden kann) und es kommt
    ne Woche später eine Spedition abholen ... ?

    Dann ist Gerät weg und Geld wird zurückgebucht ? Und man steht ohne alles da ?

    Nun durchsuchen die "Scammer" also schon deutsche Verkaufsseiten mit UL-Flugzeugen ?  :(

    Und wie kann man die wohl auch mal am besten gleich "zurücklinken" ?

  • Moin Higgy,

    das Ganze funktioniert wie folgt:

    Derjenige, der Dir das Geld überweisen möchte, verfügt über eine gestohlene (Kredit-) Karte oder gestohlene/kompromittierte Bankdaten. Er wird Dir das Geld zunächst also tatsächlich überweisen. Sobald Du das Geld hast, gibst Du das UL raus. Der Typ wird das Ding von jemandem mit gefälschtem Perso abholen lassen und davonfahren/-fliegen.

    Wochen später wirst Du feststellen, dass das Geld von Deinem Konto zurückgebucht wurde. Denn es handelte sich dabei um einen illegalen und damit nicht rechtmäßigen Übertrag. Die Bank schützt damit also den tatsächlichen Inhaber der Karte.

    Am Ende hast du ein UL weniger, der Dieb ein UL mehr und derjenige, dem die Karte/Daten gestohlen wurden ein Gefühl à la: "Ist ja gerade nochmal gut gegangen".

    Es gibt noch eine häufiger vorkommende, abgewandelte Methode mit Zahlungen zu hoher Beträge. Sagen wir, Ihr einigt Euch auf 10.000 Euro. Der Typ überweist Dir "versehentlich" allerdings 12.000 Euro. Er wird Dich dann kontaktieren und Dir erklären, dass es irgendein technisches Problem mit seinem Konto bei seiner Bank A gab und es nun echt nett wäre, wenn Du ihm die überschüssigen 2.000 Euro wieder zurücküberweist. Da es mit der Bank A aber offensichtlich Probleme gibt, bevorzugt er die Rücküberweisung dann doch lieber auf sein alternatives Konto bei der Bank B, das er glücklicherweise noch hat.

    Er wird Dich dann die ganze Zeit vertrösten, das UL abzuholen, da er gerade im Urlaub oder beruflich unterwegs ist. Wenige Wochen später geschieht dasselbe wie oben beschrieben. Die Karte wird als gestohlen gemeldet, die 12.000 Euro werden zurückgebucht, weil illegale Handlung. Die von Dir freundlicherweise überwiesenen 2.000 Euro auf das Konto der Bank B werden von der Bank allerdings als rechtlich unbedenkliche und vollkommen normale Überweisung erachtet. Die bekommst Du also nicht wieder. Immerhin: Das UL wird nie abgeholt.

    VG Markus

  • Eieiei .... Danke ...lag ich ja nicht ganz verkehrt ...

    Also immer Augen und Ohren offen, und nur verkaufen wenn derjenige vor Ort probegesessen hat,
    und mit Bar-Anzahlung kein Problem hat :). Es zeigt sich immer wieder  ... " Nur Bares ist Wahres "

  • Dann bin ich mal am überlegen, die können ja sicher pro "geklauter" Karte nicht soviele deals machen ...vielleicht nur einen ? ..also denen einfach irgendwelche fremden / falschen iban-daten schicken, dann wäre diese eine Karte vielleicht für die "verbrannt"  ?

    Ist aber auch sicher nur ein Tropfen auf den heissen Stein, die haben sicher ohne Ende ...

  • Higgy schrieb:
    ... " Nur Bares ist Wahres "
    nur kann dann Dir Deine Bank beim Einzahlen viele Fragen stellen, was sie nach Geldwäschegesetz auch muss.

    -Klaus

  • Muss ja nicht zwingend eingezahlt werden ... und wenn doch ...
    war ja ein normaler Privatverkauf ... und man könnte ja auch in 5K- Happen einzahlen :)
    ist ja eh auch nicht illegales ...


  • Moin!
    Versuche wie oben beschrieben, hatte ich auch schon mehrere.
    Aber ich hatte auch folgendes:


    Vor einigen Jahren hab ich meine 150er Cessna verkauft. Auf die Anzeigen in den entsprechenden Foren hatte ich, außer einigen Verrückten mehrere Leute, die nur einen kostenlosen Probe-(Rund-)flug machen wollten, auch eine Anfrage aus Paraguay.
    Da ich die auch nicht ernst genommen hatte, habe ich dem Käufer erstmal geantwortet, dass wir den Deal gerne machen könnten, er aber vorher den Vertrag mit der US-Airforce wegen der Luftbetankung über dem Atlantik nachweisen müsste. Der Interessent blieb hartnäckig.


    Dann meldete sich telefonisch ein Mensch mit spanischem Akzent um eine Besichtigung zu vereinbaren. Ich dachte damals, ok, den Spaß schauen wir uns an. Drei Tage später stand er dann vor mir. Er stellte sich als südamerikanischer Landmaschinenhändler, der alte Maschinen für den Export aufkauft, vor. Als ich ihm einen Probeflug anbot, lehnte er entsetzt ab. Er würde niemals in soetwas einsteigen. Er solle das Flugzeug für einen Freund kaufen und würde sich mit Motoren auskennen. Ein Probelauf würde reichen.


    Wir wurden uns schnell einig. Allerdings hab ich das immer noch für einen Fake gehalten. Als ich dann sagte, der Flieger ginge aber nur gegen Bargeld vom Hof, lehnte er ab. Er wollte eine Kontonummer und im Voraus überweisen. Der Flieger musste ja auch noch zerlegt werden und seefest in einen Container verschraubt werden. Ist etwas mehr Aufwand als gedacht, denn das Fahrwerk ist breiter als ein Container. Auch ein CoA for Export musste noch gemacht werden. All das war kein Problem und sollte vorab überwiesen werden.


    Drei Tage später war das Geld auf dem Konto. Ich bin sofort zur Bank und habe gefragt ob das Geld sicher auf dem Konto wäre. Alles ok.  Zwei Tage später stand ein großer Container vor dem Hangar und die Monteure konnten ihre Arbeit machen. Allerdings hatte ich Zweifel, ob jemand das alles wieder zusammen kriegt. Die Steuerketten durch die Holme sind bei den Cessnas sehr filigran.

    Dann gab es regelmäßig Statusmeldungen per mail. Nach zwei Tagen: Ankunft in HH Freihafen. Drei Tage später: Schiff ist unterwegs. Drei Wochen später: Schiff ist angekommen. EINEN TAG SPÄTER: Flugzeug fliegt prima. Da hast Du in Deutschland noch nicht mal ein Formular für den Import oder die Anmeldung!
    Fazit: Manchmal sind es eben doch die aberwitzigen Dinge die funktionieren. Das war übrigens der einzige ernstzunehmende Kaufinteressent.


    Ich dachte ich erzähl das mal zur allgemeinen Unterhaltung.....
    Tom

  • Geile Story. 

    So ähnlich lief es bei mir mit dem Verkauf meiner P96, die ging per Container nach Australien. Habe dann später Videos auf youtube gefunden, wie die damit über Sydney rumkurven 😂

    Meine CT kommt nun auch in einen Container, hab nun ja schon Erfahrung mit sowas… 😎 Ist diesmal aber nicht verkauft.

    Chris

  • Habe mal ein 100.000 Euro Sammlerauto verkauft.

    "Natürlich" gab es die üblichen Betrüger.

    Eine Anfrage war aus dem Norden der EU:
    Ist das Auto noch da? Dann komme ich morgen vorbei geflogen (Linienflug) und schaue es mir an.

    Nach 1 Stunde Besichtigung sagte der Interessent: Ich fühle mich wohl, alles passt. Ich kaufe es.

    2 Tage später war es bezahlt, 3 Tage danach ist er wieder hier in geflogen und mit dem Auto weggefahren.

    Will sagen: Nicht immer alle ausländischen Anfragen von Anfang an verteufeln.

    Viel Schlimmer finde ich dabei den Kauf von kleinen teuren Sachen, z. B. meinem Bose-Headset:
    6 Verkäufer auf Ebay-Kleinanzeigen angeschrieben - 5 davon Betrüger.

    Also auch bei relativ preiswerten Sachen (im Vergleich zum Flugzeug) wachsam sein!


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