Moin,
weil ich es gerade beim Durchstöbern meiner Fotos gefunden habe:
Hier mal eine Übersicht, was man in den späten 1920ern können mußte, um die praktische Flugprüfung "Grund-Kursus für Landflieger" zu bestehen.
1. Ausbildungsabschnitt: Theorie
2. Ausbildungsabschnitt: Praxis
- 1 Steckenflug von ca. 500km Länge mit zwei Zwischenlandungen (Dreiecksflug) ohne Begleiter. Der Flug ist ohne Kompaß lediglich nach der Karte durchzuführen.
- 1 Streckenflug von ca. 300km Länge mit einer Zwischenlandung, mit Begleiter. Der Flug ist nach dem Kompaß ohne Benutzung der Karte durchzuführen. Nur bei völliger Verorientierung darf der Begleiter, der eine Karte mitführt, den Führer einwinken.
- 1 Streckenflug von 200-300km Länge in höchstens 200m Höhe über Grund mit einer Zwischenlandung, ohne Begleiter. Geschlossene Ortschaften sind zu umfliegen. (§78, Luft-V.O.)
- 1 Streckenflug von 600km Länge mit zwei Zwischenlandungen, ohne Rückflug auf der gleichen Strecke (Dreiecksflug) und ohne Begleiter. Der Flug muß in 9 Stunden beendet sein.
- 2 Nachtlandungen in einem Zielfeld von 100x400m ohne Beschränkung bezüglich der Drehzahl des Motors.
- 1 Nachtflug von 30 Minuten Dauer in mindestens 500m Höhe.
- 3 Ziellandungen mit auf Leerlauf gedrosseltem Motor aus 600 bis 800m Höhe. Das Flugzeug muß in einem Zielfeld von 50x250m Größe aufsetzen und stehen.
- 3 Ziellandungen mit auf Leerlauf gedrosseltem Motor aus etwa 1500m Höhe in Sprialen links und rechts in das Zielfeld. Die Spiralen müssen in 500m Höhe beendet sein.
- 3 Landungen mit auf Leerlauf gedrosseltem Motor bei Seitenwind.
- 1 Höhenflug von 1 Stunde in mindestens 4500m Höhe (über dem Meeresspiegel).
- 3 Ziellandungen, die kurz hintereinander aus verschiedenen Höhen zwischen 600 und 800m auszuführen sind. Der Motor ist bei jedem Ansetzen zur Landung in dem Augenblick auf Leerlauf zu drosseln, in dem sich das Flugzeug senkrecht über dem Zielfeld befindet; bis zum Stillstand des Flugzeugs darf nicht wieder Gas gegeben werden. Bei jeder der 3 Ziellandungen ist das Zielfeld beim Ansetzen zur Landung in anderer Richtung zu überfliegen und zwar einmal quer zum Wind, einmal mit dem Wind und einmal gegen den Wind.
- 2 Außenlandungen auf verschiedenen Plätzen mit ausgelegtem Landezeichen aus beliebiger Höhe.
- 2 Außenlandungen auf verschiedenen Plätzen ohne Landezeichen aus beliebiger Höhe. Die Plätze sollten nach Möglichkeit unbekannt sein.
- 1 Streckenflug von 800km Länge in 8 Stunden ohne Rückflug auf der gleichen Strecke (Dreiecksflug) und ohne Begleiter.
Habe es abgetippt, da man Fotos aus Museen etc. ja nicht im Netz veröffentlichen darf.
Und das dann auf einer Klemm L25. Danach kann man es dann wohl wirklich? Allein schon die Maschine auf über 4500m und damit wirklich an die Dienstgipfelhöhe (4800m) zu treiben, würde heute wohl niemand mehr verlangen. Ohne Sauerstoff oder gar Druckkabine versteht sich.
Das hört sich alles jedenfalls ganz anders an, als "follow the purple line" auf dem Navi. ;-)