@sukram: Durch Bedarfsflug mit einer King Air oder gar TBM ( geht dann nur VFR ) kann man durchaus Millionär werden, man muss dazu aber als Milliardär anfangen.
Das sagte ich ja. Ich glaube auch nicht daran, dass man damit erfolgreich sein kann. Zumindest nicht in DE. Und er möchte das in DE machen.
Das Gegenteil gibt es schon, als Flugschüler und Student nicht zahlen sonder Geld bekommen.
Ich war zwar nicht gefragt, trotzdem möchte ich meine Ausbildungssituation einmal schildern:
Da ich schon immer total flugverrückt war, blieb natürlich wenig Zeit für die Schule. Das Ergebnis war entsprechend und mit einem Abischnitt von 2,8 konnte ich das Studium der Zahnmedizin erst mal in den Wind schreiben. Also habe ich ein Lehre als Zahntechniker begonnen. Die üppige Ausbildungsvergütung von DM 120,- pro Monat steigerte sich von Lehrjahr zu Lehrjahr um DM 20,-. Damit konnte man keine Sprünge machen und fliegen, egal in welcher Form, schon gleich gar nicht. Natürlich habe ich mich weiter um einen Studienplatz beworben, durfte aber weit über 7 Jahre, unterbrochen von 15 Monten Dienst am Vaterland, in diesem Beruf wertvolle Fertigkeiten und Erfahrungen erwerben, zumal ich meinem Lehrbetrieb nach 2,5 Jahren (Lehrzeitverkürzung wg. Abi) den Rücken kehrte und diese Zeit als regelrechte "Wanderjahre" verbrachte. Schließlich wurde ich doch noch zum Studium zugelassen und ging nach Erlangen. Aufgrund meiner "langen" Berufstätigkeit bekam ich Bafög Höchstsatz, zuerst als Vollförderung, sehr bald als Teilförderung und schließlich als Volldarlehen. Das Studium selbst kostete schon einiges, weil man alle Materialien vor allem aber das ganze "Werkzeug" selbst finanzieren musste und das Bafög, gerade so zum Leben reichte. Da ich aber immer in meinem Beruf nebenbei arbeiten konnte, gings mir wirklich gut mit Auto (Golf GTI mein ganzer Stolz) und mehrmals Urlaub im Jahr. Am Ende hatte ich einen Schuldenberg von knapp DM 30.000,- wovon mir wegen eines guten Examens und der Einhatung der Regelstudienzeit gleich ein Drittel erlassen wurde. Da ich den Rest dann auch auf einmal bezahlen wollte, naja eigentlich war´s mein alter Herr, wurden mir noch einmal fast 50% geschenkt, sodass nur noch ca. DM 12.000,- übrig blieben. Also arbeiten musste ich immer und von Beginn der Lehre bis zum Examen (über 13 Jahre), so war in dieser Zeit die Fliegerei nur in meinen Träumen noch ein Thema. Verglichen mit den heutigen Bedingungen in der Berufsfliegerei hatte ich eine komfortable Ausbildungssituation mit quasi garantierter Zukunft. Ich glaube aber bei den Airlines und besonders bei LH war damals auch anders.
Bananenbieger Man sollte bei Kosten schon alle Faktoren einberechnen.
Kann man machen. Dann kostet die Ausbildung zum Bäckereifachangestellten aber auch schnell mal 30.000€.
FlyingDentist Da ich den Rest dann auch auf einmal bezahlen wollte, naja eigentlich war´s mein alter Herr, wurden mir noch einmal fast 50% geschenkt, sodass nur noch ca. DM 12.000,- übrig blieben.
... und dann kam die Einrichtung der Zahnarztpraxis ... Einmal kurz über die Messe und schon haben die Haie zugebissen :-)
Bye Thomas
gelöschter User am 22.08.2014 um 10:14 Uhr
und dann kam die Einrichtung der Zahnarztpraxis
Ja OK! Da die Stellen, wo man in abhängiger Arbeit als Zahnarzt Geld verdienen kann gezählt sind, bleibt nur die Niederlassung. Die Einrichtung einer Praxis mit zwei Behandlungsstühlen und dem notwendigsten Krimskrams bedeuten eine Investition von min. € 300.000,-. Eine Übernahme kostet ähnlich. Natürlich besteht auch die Möglichkeit einer Sozietät mit einem niedergelassener Kollegen. Aber da muss man sich auch "einkaufen" und das sind dann schnell wieder € 100.000,- und mehr. Die meisten jungen niedergelassenen Kollegen sind auch nicht Herr im "eigenen" Hause. Da hat die Bank das Regime! Insofern auch nicht so rosig!
Michael
PS: Vielleicht noch interessant: Als ich Anfang der 80er Examen gemacht habe, waren etwa 30% meiner Kommilitonen weiblich (und wie ich mich in verklärter Rückschauauf diese unbeschwerte Zeit zu erinnern glaube, auch überaus hübsch!). Heute ist das Verhältnis genau umgedreht. Und die wenigsten Frauen streben in die Selbstständigkeit.
Speziell bei FD kommen noch die Kosten für die eigenen (Muster)-Goldzähne, die Rolexen, (Mehrzahl) die dicken Lederjacken, der Geldschrank für das Schwarzgeld und seinen Protzflieger dazu.
Ob der auch noch Rollerskates besitzt weiß ich nicht.
Ganz klar hat der Beruf des Piloten seine Schattenseiten wie jeder andere Beruf auch. - Morgens um 1 Uhr aufstehen um auf die Kanaren zu fliegen, - sich die Nacht um die Ohren schlagen wenn es man Asien fliegt, - Radioaktive + TCP Belastung im Flieger, - Schlafstörungen, - leben nur von Dienstplanausgabe zur Dienstplanausgabe, - Abhänging von der körperlichen Gesundheit - soziale Kontakte leiden unter den unregelmäßigen Plänen - jetlag - zum Teil schlechte Bezahlung - sinkendes Ansehen des Berufstandes - Senoritätsprinzip. - etc
Aber wer einmal morgens bei Sonnenaufgang eine dichte Nebeldecke durchstößt mit 30° bank und erst mal die Sonnenbrille aufziehen muss weil alles so blendet, weiß dass dies einer geilsten Berufe ist, die es gibt. Ich würde nie im Leben tauschen wollen, obwohl es auch Tage gibt, an denen ich keine Lust habe in der Kiste zu sitzen.
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