Meine Vorgeschichte hierzu ist die das ich ausgebildeter Büroinformtionselektroniker bin und ich quasi mit den ersten PC′s aufgewachsen bin. Mein eigener erster Rechner war ein Original IBM-XT. Dabei habe ich dann so ziemlich alle Betriebssystemwechsel von DOS 1.0 bis 6.2 mitgemacht und auch Windows ab 1.0 genutzt. Die erste Grafikkarte war eine Hercules Monochromkarte dann kam CGA, EGA, VGA, XGA usw. was ich da an Treiberinkompatibilitäten, Systemupdates, Instabilität usw. erlebt habe und die Zeit die ich damit verschwendet habe ein System stabil zum laufen zu bekommen, reicht aus um eine komplette Ausbildung zu absolvieren.
Irgendwann kam dann meine Frau mit einem iBook um die Ecke und ich war extrem reserviert ihr gegenüber (weil ich neben Windows keinen Bock hatte mich jetzt auch noch mit OS zu befassen) und hab sie da mal werkeln lassen. Sie packt das Ding also aus und fängt an den Rechner einzurichten, Persönliche Infos eingeben etc. und fragt mich unvermittelt nach unserem WLAN Password. Ich ihr das gegeben und dann nach weiteren zwei Minuten sagte sie "Super, ich hab alle meine emails" !???
Da wurde ich neugierig und fragte natürlich mal nach wie sie das denn so gemacht hat und sie erklärte mir die wenigen Schritte. Weiter gings dann wie oben beschrieben, ich habe mir dann mein erstes Macbook Pro gekauft, dann irgendwann nen iMac, iPad, iPhone usw.
Ausfälle bis heute? Ausser wegen dem weissen iPhone 3 wo die Hülle Risse bekam (was Apple anstandslos 5 mal ausgetauscht hat innerhalb von 24 Stunden!) hatte ich bisher nie Probleme.
Systemwartung??
Ausser den regelmässig angebotenen Updates =0 !
Vermisse ich irgendeine Software aus der Windowswelt?
Da gibt es eine etwas relativierende Antwort.
Im Businessbereich ist es leider so das Office der defacto Standard ist und Excel leider nicht zu 100% kompatibel ist. Hier bin ich gezwungen Windows in der virtuellen Umgebung zu nutzen (VMware Fusion)
Ansonsten gibt es leider kein vernünftiges CAD unter OSX und durch meinen Modellbau bedingt benötige ich diverse Software die es nur für Windows gibt um meine cnc Fräse anzusteuern (Vectric Aspire, MACH3, SolidEdge) Dies habe ich so gelöst das ich die CAD Daten wieder in der VMware erstelle und dann mittels USB Stick in meine Werkstatt an den Fräsenrechner gehe und diese einspiele. Auf diesem läuft Win7.
Ansonsten ist das mitgelieferte Softwarepaket "iWork" für die meisten Anwender mehr als ausreichend. Wenn man etwas Geld in die Hand nimmt und sich Aperture holt dann ist auch das verwalten grösserer Bildmengen (ich habe gut 30.000 Fotos auf meinem Rechner) gut lösbar (Anachronismus am Rande, dort lege ich nach guter Windowsmanier Unterordner und Verzeichnisse an ;-) ).
Sicher liefert Apple ein diskussionswürdiges Bild als Hersteller ab, dies aber aus meiner Sicht auch durch die "Applejünger" teilweise kuriose Formen annimmt, da diese häufig fast schon radikal auftreten und ALLES neben Apple ablehnen. Ansonsten interessiert mich das Marketinggeschwafel aller Hersteller nicht.
Zudem ist Apple brutal teuer! Mein aktuelles Macbook Pro Retina mit 512GB SSD kostet schlappe 2.600,-, mein iPad Air mit 128 GB 900,--.
Dafür gibt es mit Sicherheit vergleichbare Hardware zum halben Preis in der Windows Welt mit wesentlich besserer Erweiterbarkeit.
Dafür gibt es dort nicht die Qualität der Unibody Gehäuse und das einzigartige unverwechselbare Design.
Apple ist halt nichts für "Schrauber" man entscheidet sich für eine Hardware und nutzt diese einfach. Da wird nichts aufgerüstet. Und ja, man kann keine Batterien auswechseln und auch keine Festplatten nachrüsten (MBP Retina) aber das weis man wenn man es kauft vorher, da braucht man hinterher nicht drüber heulen.....
Ob dies jemandem dieser Aufpreis wert ist, muß jeder für sich selbst entscheiden.
Ich für meinen Teil kann derzeit kategorisch einen Wechsel zurück zu Windows (Hardware) ausschliessen weil ich keinen Bock habe mich mit aufrüstarien, schlechten Treibern und mangelnden Systemübergreifenden Workflow auseinanderzusetzen.
Das datenbankorientierte Dateimangementsystem von Apple ist an Einfachheit nicht zu toppen und alle Geräte funktionieren untereinander mit gleicher bzw. ähnlicher GUI. Durch die iCloud Integration sind meine Daten soweit ich dies zulasse, auf allen Geräten synchronisiert.
Ob man das will muß jeder für sich selbst unterscheiden, das Apple hier aber noch ein Waisenknabe gegenüber Google ist kann jeder ja mal für sich rausfinden indem er im Google Dashboard oder Google Webprotokoll mal nachsieht......
Zum Thema der Haltbarkeit von Hardware im Allgemeinen, es ist ein offenes Geheimnis das Hersteller inzwischen Bauteile mit begrenzter Lebensdauer einbauen. Man will aus Herstellersicht keine Hardware mehr die länger als 5 Jahre lebt. Hierzu gab es mal einen interessanten Artikel, ich meine auf heise.de bei Druckern.
Das "legendäre" Nokia 6110 ist aus Herstellersicht ein Designfehler, aus Anwendersicht ein ultra robustes Handy.
Wobei ich dazu sagen muß das mir mehr Nokias kaputtgegangen sind wie iPhones......Aber das liegt auch daran das ich nach 2 Jahren ein neues subventioniertes nehme und das alte in der Regel noch zu einem hübschen Preis verkaufe.
Bisher habe ich jegliche Apple Hardware zu einem wesentlich höheren Zeitwert verkauft. Hier ist halt die Nachfrage auch entsprechend.
Mein altes MacBook Pro (erste Unibody Serie, ich meine aus early 2009) habe ich nach 5 Jahren noch für 900,-- verkauft. mein letztes, 3 Jahre alt (Totalschaden durch Wassereintritt (Milchkaffee in die Tastatur gelaufen) noch für 480,--!
Last but not least, ich freu mich jedesmal das ich mein Notebook nicht ausschalten muß und es nach 2 Sekunden Betriebsbereit ist und ich fasse es einfach gerne an. Es hat ein extrem wertiges Gefühl, wie jede Apple Hardware. Aber ich muß auch zugeben das das neuen HTC Telefon wesentlich besser aussieht als das aktuelle iPhone.
Das sind meine ganz persönlichen Erfahrungen und ich habe versucht so neutral wie möglich zu bleiben um nicht als "Applefreak" zu gelten.
Wenn jemand für sich in seiner Erfahrung mit Windows genau so zufrieden ist, dann freue ich mich für denjenigen genauso.