Bei einem gewünschten Rundflug in einer Cessna 172 als normaler Fußgänger, setzte sich ein alter Pilot mit verschrumpelten Gesicht neben mich. Er setzte mich auf den Pilotensitz und wußte gar nicht wie mir geschieht. Er fragte mich you like to fly? Ich antwortete "why not" OK you will start now. Ich habe doch keine Flugerfahrung geschweige weiß ich nicht mal wie diese Maschine gefolgen wird?? No Problem you will start now! Sagte mir der Alte! Später fand ich heraus dass er im 2.WW über Deutschland als Bomberpilot flog und in Frankfurt am Main lernte er seine hübsche fast 20 Jahre jüngere Ehefrau kennen. Sie spricht super Deutsch, klaro sie ist ja auch Deutsche und erklärte mir so manches was ihrem Mann anging und vor allem auch über dem kleine Flughafen in Homosassa Springs Florida. Ich musste wirklich sofort die Checkliste in die Hand nehmen und ging mit dem Chefpilot alle Register durch. Check, Check Chek..... cool dachte ich und gleich gehts los. Als dann der Motor brummte, der Propeller auf touren kam und knapp 60 Knoten erreicht wurden, meinte der Chef dass ich so langsam mal das Horn in die Hand nehmen sollte und nach der Drimmung dann endlich am Horn auch ziehen muss. Wow da hob die 172 so langsam ab und dachte sofort an Reinhard May´s Lied.... Über den Wolken...... obwohl die Wolken an dem Tag sehr begrenzt waren.
Wir flogen sogleich über dem AKW Atomkraftwerk von Homosassa Springs und über den Kühlturm hinweg, wobei mir da die Düse ging, hier wollte ich nicht Notlanden, aber dann kamen die Sümpfe und die Manetees, sogenannte Seekühe oder auch Die Rundschwanzseekühe (Trichechidae), abgeleitet von der karibisch-spanischen Bezeichnung Manatí auch Manatis genannt, sind eine Familie aquatisch lebender Säugetiere. Es war wunderschön. Mein Kumpel im Heck hatte zuerst Muffensausen wie ich aber dann flog ich als ob ich schon ewig ein Flugzeug geflogen hätte. Der Chef sagte sofort du bist bestimmt schon geflogen, Nein ich schwöre nur mit der Nase auf den Asphalt antwortete ich und er viel vom Glauben. Sofort gab es volle Ladung und er sagte, so und setzen wir zu Landung an. Starten ist eine Sache aber Landen? Tja eine andere. Bei meiner ersten Landung hatte ich alles richtig gemacht. Bis auf...... das ich 5 m über dem Boden das Höhenruder zu stark und zu schnell an mich zog und RUMS machte das Fahrwerk seine Kräääääääääätsche. Auweia dachte ich jetzt hast du das Fahrwerk kaputt gemacht aber der Chef winkte ab und sagte, Durchstarten! Gemacht getan und promb waren wir wieder in der Luft. Nach drei Friedensrunden sagte der "Alte" so und nun eine saubere Landung Eddy! Let´s go. Landeklappen raus, gedrimmt und aaaaaaaaaaah nun war dei Landung weicher. Chef hat mir dann die Grundlagen erklär und setzte mir während dem Flug eine Dunkelbrille auf wobei ich nur noch die Instrumente sah. Er sagte mir so und nun sehen wir ob Eddy auch Instrumentenflug kann. Kurze Einweisung und ich erledigte meine Aufgaben sofort und fehlerfrei. Der Chef frug mich dann ob ich den Flugschein gerne machen wolle in Florida und ich willigte sofort ein. Das war 1992 im Frühjahr.
Leider kam alles anders als man denkt. Ich bekam ein Pilot-Lokbook worin meine ersten Flugstunden eingetragen wurden und der Chef sagte mir, dass ich es ja ständig bei mir haben soll, denn ab sofort würden alle Flugstunden von mir eingetragen. Ich habe es heute noch.
Am 16.09.1992 hatte ich einen schweren Autounfall im Schwarzwald und wurde durch den Hubschrauber Notarzt von Leonberg wieder reanimiert. Ohne ihn wäre ich heute nicht mehr da und bei dieser Gelegenheit möchte ich betonen wie wichtig doch Piloten sind!!! Der Pilot hat den Hubschrauber punktgenau zwischen den Tannen die links und rechts am Straßenrand standen den Hubschrauber genau auf der Straße gelandet. Es waren nur 1-2 m Platz zwischen den Rotorblättern und den Ästen. So erzählte mir später der Sani-Wagenfahrer vom Krankenhaus Calw, den Hergang am Unfallort, denn ich bin viele Monate im Koma gelegen und die Uni-Klinik Tübingen war mein Erstversorgerkrankenhaus. Nach 14 Operationen und fast 2 Jahre Krankenhaus aufenthalt, konnte ich endlich mit einer Querschnittlähmung und im AOK - Chopper sprich Rollstuhl das Krankenhaus verlassen.
Ich studierte Informatik und schrieb mein erstes Softwarespiel das sich sehr gut verkaufen ließ und ständig ging mir die Flugschule durch den Kopf. Wie soll ich nur meinen Flugschein machen? Diese Frage bewegt mich heute noch und wurde fündig. Unter dieser Homepage http://www.gsv.cc/index.php?option=com_content&task=view&id=71&Itemid=64 , habe ich entdeckt dass ein Rollstuhlfahrer nun seinen Flugschein machen konnte. Ich habe mich riesig für ihn gefreut.
Ich wäre froh wenn auch ich in meiner Gegend bei Mosbach im Neckar Odenwald Unterstützung für körperlich eingeschränkte Menschen finden würde. Besonders in der Verwirklichung und Umsetzung einen Flugschein für querschnittgelähmte Rollstuhlfahrer machen zu können.
Ich würde mich sehr über Ihre Hilfe, Unterstützung bzw. über Ihre Zuschriften freuen, um evtl. meinen Traum vom Fliegen zu realisieren. Ich wünsche Ihnen allen allzeit eine gute Landung!
Mit besten Grüßen
Ihr Eddy aus 69429 Waldbrunn N./Odwld.