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cumulus


519 Beiträge
vom 27.04.2010 um 23:33 Uhr
@truxxonDas mit der Kausalität ist völlig richtig. Wenn man aber auch nur wegen des Mangels an Sprit eine Aussenlandung machst, oder aus einem anderen Grund etwas passiert und durch einen dummen Zufall unwahre Angaben bei Deinem Medical zu Tage kommen, dann setzt folgende Kausalität ein: Falsche Angabe = ungültiges medical = fliegen ohne gültige Lizenz.Auch das Flieger-Leben schreibt Geschichten, die man für sich vorher nicht für vorstellbar hielt... 
gesperrter User

1104 Beiträge
vom 28.04.2010 um 00:23 Uhr
cumulus schrieb:
@truxxonFalsche Angabe = ungültiges medical = fliegen ohne gültige Lizenz.
Genau diese Geschichte nach einem Absturz wegen Spritmangel kann es nicht geben und wenn sie auch immer wieder in der oder anderer Form (Thema Übergewicht) gerne konstruiert wird.

Truxxon
FlyingDentist


1280 Beiträge
vom 28.04.2010 um 05:51 Uhr
Kausalität hin oder her. Wenn sich im Rahmen einer Unfalluntersuchung Zweifel am Medical ergeben sollten, wird in dieser Richtung auch mit Nachdruck ermittelt. Fliegen ohne Medical bedeutet schließlich fliegen ohne Lizenz. Fliegen ohne Lizenz ist kein Kavaliersdelikt sondern ein Straftatbestand. Und ein Unfall ohne Lizenz lässt die rechtlichen Konsequenzen einer möglichen Unfallursache, z.B. das fehlerhafte Spritmanagement, eher in den Hintergrund treten.

Auf welch tönernen Füßen so ein Medical stehen kann, erfahren wir gerade in unserem Verein. Da muss sich ein Kamerad mit aktuell gültigem Medical gegen eine anonyme Anzeige beim RP wehren, er hätte einen erlittenen Herzinfarkt dem Fliegerarzt bei der Wiederholungsuntersuchung verschwiegen. Nicht etwa, dass man ihm das nachweisen müsste, nein, die Beweislast liegt ganz und gar auf der Seite des Beschuldigten, denn der RP verlangt nun weitere Gutachten bzw. Atteste, die diesen, wohlbemerkt anonym erhobenen Vorwurf entkräften, andernfalls würde ihm das Medical entzogen!

Michael

PS: Dieser Vorgang an sich ist eine Ungeheuerlichkeit und eine Ohrfeige für unsere Rechtsstaatlichkeit! Aber wir Flieger sind´s ja schon gewohnt...
mhuck


195 Beiträge
vom 28.04.2010 um 08:57 Uhr
Hallo,

also eigentlich bin ich der Schwarzseher, aber vielleicht mal was Konstruktives:

Zum einen, die Kausalität bei evt. Unfällen muß schon gegeben sein, um jemandem über das (vielleicht ′wackelige′) Medical einen Strick zu drehen, denn keiner wird dich nach einem Unfall fragen, ob du nicht vielleicht mal früher eine Darmerkrankung hattest, aber das nur am Rande ....
Sollte man erwarten müssen, daß die Erkrankung zu einem Unfall führen kann, dann hätte das fliegerärztliche ′nein′ natürlich seine Berechtigung und du solltest vom Fliegen absehen.

Ansonsten:
1. Einen Fliegerarzt unverbindlich fragen, ob er in dieser Vorerkrankung einen Hinderungsgrund sieht oder nicht.
2. Erst DANN zur eigentlichen Untersuchung anmelden, entweder bei dem gleichen Fliegerarzt, oder bei einem anderen, konkreter muß ich nicht werden.
3. Solltest du dich dann dazu entschlossen haben, die Vorerkrankung zu ′vergessen′, mußt du dir vorher darüber klar sein, ob du entweder davon ausgehen mußt, daß dich die Erkrankung in der Zukunft nochmal ereilen wird (chronisch, dann ist Falschangabe wahrscheinlich keine gute Idee), oder ob du davon ausgehen kannst, daß du die Krankheit überwunden hast.

Matthias

P.S.: Übrigens muß ich Truxxon zustimmen, manche Sachen klärt man im Detail besser im kleineren Kreis, und zwar im eigenen Interesse (Stichwort Unvergesslichkeit des Internets !)
ColaBear


292 Beiträge
vom 28.04.2010 um 10:14 Uhr
Moin rainman,

hab eine befreundete Ärztin gefragt. Ob eine Remission vorliegt, wird ausschließlich klinisch definiert, hier findest du die Kriterien (Punkt 1. Definition). Nach deiner Schilderung erfüllst du diese vollständig. Insofern: Mach dir keinen Kopp, du kriegst dein Medical!

Gruß
ColaBear
Stephan2


346 Beiträge
vom 04.05.2010 um 20:50 Uhr
Die Frage wäre für mich persönlich nur diese: Wie tief ist in mir der Wunsch zum Fliegen verankert? Gehe ich dann weiter von mir aus ist die Antwort ebenso klar: Es gibt wenig im Leben was ich für mich als wichtiger erachte (wenn es auch eine der nutzlosesten Freizeitbeschäftigungen ist die es geben mag...). Da ich aber auch meine über einen einigermassen gesunden Menschenverstand zu verfügen bin ich der Meinung über meine Flugtauglichkeit absolut allein entscheiden zu können. Nebenbei bemerkt tue ich dies ja auch jeden Tag, da wir kein Medical haben.Von daher gesehen würde ich in Eurer Situation völlig selbstverständlich selbst fehlende Gliedmassen oder Organe verschweigen. Was ist so ein Medical eigentlich? Nicht mehr als die Photographie eines Gesundheitszustandes zu einem gegebenen Zeitpunkt, hier eben die Untersuchung. Du bestehst sie, rennst mit Deinem schönen neuen Papier in die nächste Kneipe um das gebührend zu feiern und 30 Minuten später bist Du eben nicht mehr flugtauglich! Ganz einfach. Oder am nächsten Tag bist Du erkältet gehst aber trotzdem fliegen, da Du ja das Papier hast, und im Sinkflug platzt Dir der Schädel weg weil die Nase verstopft ist. Aber Du hast das Papier. Dieser ganze Unsinn mit dem Medical gehört einfach nur abgeschafft in der Freizeitfliegerei. Alle Statistiken sind eindeutig: es gibt so gut wie keine Unfälle aus medizinischen Gründen und noch viel weniger die durch dieses "Medical" hätten verhindert werden können.Jetzt werden freilich einige wieder sagen wir brauchen es in D eben und Ehrlichkeit führt immer noch am weitesten und wenn was passiert zahlt die Versicherung nicht usw usf. Dies führt gleich wieder zur ersten Frage: Wie wichtig ist Dir die Fliegerei? Ist es nur eine Beschäftigung die Du irgendwann wieder aufgeben wirst wie das Briefmarkensammeln oder das Golfspielen oder ist es eine Passion die es Dir nicht erlaubt mehr als zwei Tage vom Flugplatz weg zu bleiben? Für mich ist es letzteres und daher ist es für mich eben völlig klar dass es nur zwei Dinge gibt die mich jemals vom Himmel holen werden: Das Schicksal oder meine Eigenverantwortung. Aber mit Sicherheit niemals ein Amtsschimmel oder ein Fliegerarzt oder sonst irgendein "Bevollmächtigter"!Ansonsten sind die Methoden von Matthias und ColaBear auch nicht schlecht: erst unverbindlich nachfragen und dann eben je nach Antwort handeln.Auch möchte ich noch erwähnen dass ich es von grösstem Nutzen finde immer wieder Druck auf die Verbände auszuüben damit sie sich endlich dafür einsetzen diesem Unfug ein Ende zu bereiten.
Gruss Stephan
annakin


56 Beiträge
vom 03.06.2010 um 11:00 Uhr
Gibt es für das Bestehen des Medicals eigentlich eine "Höchstgrenze" beim Blutdruck?
Nurmi_A


407 Beiträge
vom 03.06.2010 um 11:25 Uhr
annakin schrieb:
Gibt es für das Bestehen des Medicals eigentlich eine "Höchstgrenze" beim Blutdruck?

 http://www.gesundheits-lexikon.com/Sport/Tauglichkeitsuntersuchungen/Flugtauglichkeit-Eignungsuntersuchung.html

Blutdruck: Der systolische Wert muss unter 160 mmHg und der diastolische Blutdruckwert unter 95 mmHg liegen. Blutdruckmedikamente sind, wenn sie verträglich und in der Flugmedizin zugelassen sind, kein Grund für eine Untauglichkeit.
annakin


56 Beiträge
vom 03.06.2010 um 18:17 Uhr
Danke für den Link.
RedBaron


15 Beiträge
vom 23.11.2010 um 12:08 Uhr
Sagt mal, liest das LBA eigentlich nicht mit in diesem Forum? Also mir wäre das etwas zu heikel, sowas hier zu besprechen.

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