Tankstop im Dreieck Mailand - Genua - La Spezia

Forum - Fliegen & Reisen
  • Moin,
    ich wurde nach meinen Erfahrungen des Fluges nach Sardinien gefragt und gebe gern ein kurzen Bericht darüber:

    Wir (zwei Maschinen) sind frühmorgens in Hodenhagen gestartet, Tankstop in Hohenems eingelegt, dann mit Flugplan durch die Schweiz, Italien mit einem weiteren Tankstopp im Apennin, dann übers Mittelmeer über Frankreich (Korsika) nach Sardinien wo wir am frühen Nachmittag in San Teodoro landeten. Der Flug war wunderschön und aufregend, schließlich war es mein erster Flug alleine in der Sting über die Alpen und passieren so vieler Grenzen und Lufträume. Das Wetter traumhaft und nur über dem Mittelmeer etwas diesig so dass der Horizont verschwamm. Die Flugvorbereitung mit SkyDemon war nahezu perfekt, und so sind wir entsprechend dem Flugplan die Route sozusagen einfach abgeflogen.

    Und etwas ausführlicher:

    Nach dem wunderschönen Flug im Licht der aufgehenden Sonne war ein besonderes Highlight der Tankstopp in Hohenems. Ein sehr frequentierte Flugplatz, außerordentlich freundlich mit sagenhaft niedrigem Benzin-Preis und einem Tower mit Fahrstuhl !! Der Anblick der direkt vor uns liegenden Schweizer Alpen mit schneebedeckten Gipfeln ließ beim tanken das Herz höher schlagen. Was dann folgte war ein unglaubliches Erlebnis nach dem andern. Der Flug durch die Schweizer Alpen, Locarno, Lugano, die Seen waren so voller wunderschöner Eindrücke dass ich es kaum noch fassen konnte.

    Als Tankstopps hatten wir uns einen kleinen Flugplatz im Apennin ausgesucht (Mauro Guerra). Der Platz war mit Hilfe von SkyDemon schnell gefunden. Aber er erwies sich als schlecht gewählt. Ein tückischer Anflug mit einer echten Schikane in Form einer miserabel sichtbaren Stromleitung direkt vor der Piste und einer ungepflegtem Graspiste hatten wir so nicht erwartet. Also schnell den Kanister in den Tank und wieder weiter. Nach dem Start war ich froh in einem leistungsfähigem UL zu sitzen, weil wir direkt nach dem Start auf 6000 Fuß steigen mussten um die letzte Barriere vor dem Mittelmeer nicht zu zerkratzen. Dann folgte die italienische Ebene mit nicht mehr so spektakulären Bildern aber dafür Lufträumen die alle Aufmerksamkeit erforderten. Der Kontakt mit der italienischen FIS war bis auf das ungewohnte Englisch unproblematisch.

    Und dann zwischen La Spezia und Genua  .... das Mittelmeer. Blaues Wasser bis zum Horizont. Etwas diesig, so dass wir uns schnell in einer unwirklichen Umgebung ohne sichtbare Fixpunkte widerfanden. Aber das GPS wies uns den Weg und so erreichten wir Korsika dessen Küstenlinie wir östlich folgten. Nett war es, bei dem Durchflug durch die Kontrollzone Bastia den französischen Akzent zu hören. Dazu muss ich erklären, dass ich französisch unheimlich liebe, auch wenn ich es kaum noch sprechen kann. Aber wenn man bedenkt dass wir am Morgen noch in Norddeutschland gewesen sind, war spätestens jetzt klar welch weite Strecke wir bereits hinter uns gelegt hatten.

    Kaum ein Korsika vorbei, erreichten wir auch schon die ersten vorgelagerten Inseln von Sardinien. Es wurde wieder spannend, wie wird wohl der unbekannte Platz San Teodoro sein? Wie der Anflug direkt hinter der Kontrollzone von Olbia? Die Controller empfingen uns freundlich und fragten ob wir mit den lokalen Gegebenheiten vertraut wären. Nachdem wir das verneint haben, wurden wir über die Pflichtmeldepunkte durch die Kontrollzone geführt. Im Nachhinein haben wir dann erfahren, dass einheimische Piloten einfach im Tiefflug nach eigenem Gusto die Kontrollzone östlich durchqueren. Aber das ist nichts für uns. Der Platz San Teodoro, eine kleine Graspiste direkt an einer Lagune am Meer war schnell gefunden und wir stellten unsere Flugzeuge im Schatten eines Baumes ab und atmeten erstmal aus. Das war geschafft. Ohne jedes Problem dank der guten Vorbereitung, SkyDemons, des guten Wetters und unserer tollen Maschinen.

    Durch Kontakte auf der AERO war alles vorbereitet. Am Platz war niemand, aber ein Auto stand hinter dem Hangar für uns bereit und ein Ferienhaus in der Nähe mit Blick über das Mittelmeer wartete auf uns. Wir lebten uns erst einmal auf die Schnelle ein, saßen auf der Terrasse und ließen die aufregenden Stunden, die hinter uns lagen, noch einmal Revue passieren.
    Am Abend haben wir uns Olbia angeschaut und waren nur mäßig begeistert. Wir sind an unendlich vielen Gästehäusern vorbeigekommen, die offensichtlich noch nicht bewohnt waren. Aber sie hinterließen einen Eindruck, was wohl zur Hochsaison hier los sein würde. Ich mochte gar nicht daran denken, hier kilometerlange Staus erleben zu müssen. Die Restaurants schienen rein touristisch ausgerichtet und nicht von besonderer Qualität zu sein. Also holten wir uns in einer Pizzeria unser Abendessen und beschlossen, diese auf der Terrasse im eigenen Haus zu verspeisen.

    Am nächsten Tag haben wir einen anderthalbstündigen Rundflug durch Nord-Sardinien unternommen, vorbei an einer wilden Küstenlandschaft mit steil abfallenden Felsen direkt ins Meer, unterbrochen von winzigen Buchten und größeren Ebenen. Den Rückweg wählten wir durch das Land und bekamen auf diese Weise eine Ahnung wie groß Sardinien ist. Eine grüne Rieseninsel mit karger Landwirtschaft und wenig Besiedlung. Nach der Landung schnappten wir uns das Auto und fuhren an einen der vielen Strände, wo wir auf einen junges Schweizer Ehepaar trafen, mit denen wir uns anfreundenten und gemeinsam in einem sehr teuren Lokal zu Abend aßen. „Catch of the day“ auf der Speisekarte ohne Preisangabe ist seitdem für meinen Mitflieger das Zeichen, das Restaurant fluchtartig zu verlassen ….

    Der nächste Tag, unser letzter auf Sardinien, weckte uns mit dem erwarteten schlechten Wetter. Also kletterten wir wieder in unser Auto und machten eine Tagestour auf die Westseite Sardiniens nach Alghero. Diese Stadt sollte den schlechten Eindruck von Olbia etwas korrigieren. Und das tat es auch. Eine alte italienische Stadt, lebendig, mit einer mittelalterlichen Hafenanlage und viel Tourismus. Und vielen interessanten Restaurants, von denen wir uns allerdings das falsche ausgesucht haben. Die Pizza so gerade genießbar, das Getränk lauwarm, zudem regnete es, was aber unserer guten Laune keinen Abbruch tat. Für die Rückfahrt wählten wir eine andere Route quer durch die Berge, was zwar sehr lange dauerte aber uns hochinteressante Eindrücke vom inneren Sardiniens bescherte.

    Irgendwie muss mir uns zwischendurch wohl verfahren haben, denn in einem der Bergdörfer wurden die Straßen so eng, dass unser Mercedes so gerade eben zwischen den Häuserwänden durchpasste. Fußgänger dazwischen waren nicht mehr vorgesehen. In diesen Bergdörfern sahen wir weder ein Kaffee noch ein Restaurant geschweige denn ein Hotel. Das Ganze machte einen sehr hinterwäldnerischen und ärmlichen Eindruck.

    Da wir auf dem Weg durch die Berge viel Zeit verbraucht hatten, mussten wir uns am Ende des Tages beeilen an einer nahen Tankstelle die Kanister zu füllen und unsere Flieger zu betanken. Der kommende Tag unseres Rückfluges zeigte eine herannahende neue Front, vor deren Eintreffen wir in der Luft sein mussten. Also haben wir am Abend alles gepackt, die Flieger vorbereitet und gecheckt, die Rechnungen bezahlt (übrigens alles preiswert) den Flugplan vorbereitet, aufgegeben, im Detail durchgesprochen und sind früh zu Bett gegangen in Erwartung eines erneuten großartigen Erlebnisses auf dem Rückflug nach Norddeutschland. Allerdings etwas in Sorge um das herannahende schlechte Wetter.

    Um kurz nach vier klingelte der Wecker. Schnell in die Dusche und noch ein letzten Kaffee und dann noch in voller Dunkelheit zum Flugplatz gefahren. Die Front war angekommen, tief hängende Wolken und erste Tropfen fielen. Gut das wir alles vorbereitet hatten, so verließen wir auf dem Platz alles ordentlich, stellten das Auto wieder auf dem Parkplatz und kletterten in unsere Maschinen. Bei dem absolut ersten Licht des Tages starteten wir unsere Motoren, klärten mit Olbia Control den Durchflug durch die Kontrollzone, öffneten den Flugplan und starteten.

    Dieser Flug war wiederum ein überwältigendes Erlebnis. Alles grau in grau, tief hängende Wolken und vor uns die schier unendliche Weite des Mittelmeeres. Im Norden die Anzeichen besseren Wetters und der Morgenröte. Vorbei an Korsika, dessen Küstenlinie sich im Morgengrauen immer scharfer abhob über das Mittelmeer Richtung Norden. Die Wolkenuntergrenze hob sich zusehends, die Sicht wurde klarer und im leichten Morgendunst taucht am Horizont die Insel Monte Christo auf der rechten Seite und vor uns die wunderschöne Insel Elba auf. Wir überflogen die Insel direkt über den Flugplatz Marina di Campo und sahen die großen Fahrgastschiffe an der erwachenden Pier von Portoferraio liegen. Ein Blick wie in einen Riesen-Spielzeugladen. Weiter Richtung Livorno an der Westküste Italiens kam uns im Morgenlicht ein Kreuzfahrtschiff entgegen, dass eine silberglänzende Linie in das Wasser zog. Es war einfach wunderschön. Es war einer der Momente an dem einfach alles Sinn macht und in dem Moment und Ewigkeit verschmelzen.

    Die Controller von Pisa empfingen uns wie gewohnt freundlich. Durch den aufgegebenen Flugplan war der Durchflug durch die Kontrollzone problemlos. Lediglich der Umstand, dass wir zwei UL′s waren überraschte den italienischen Kollegen ziemlich. Er fragte gleich dreimal nach. Vielleicht lag es ja auch an meinem ADS-B-Transponder den er bei einem UL nicht erwartet hatte. Danach hiess es wieder steigen, der nördliche Teil des Apennin lag vor uns.

    Am Beginn der Berge überflogen wir einen riesigen Marmorbruch. Die abenteuerlich anmutenden steilen Serpentinen auf denen die Lastwagen den Marmor ins Tal transportierten sahen auch aus der Luft richtig gefährlich aus. Ich musste an den Film „Lohn der Angst“ denken angesichts der steilen Strassen ohne Sicherung. Wenn man davor dachte, dass aufgrund des vielen Verbrauchs der Marmor irgendwann zu Ende gehen müsste, dann konnte man mit einem Blick auf den Riesensteinbruch und die noch größeren Berge beruhigt sein. Da war noch Marmor für viele, viele Jahrhunderte.

    Bei der FIS meldeten wir dann unseren bevorstehenden Tankstopp in Speziana an und vereinbarten die Beibehaltung des Flugplans wenn wir innerhalb von 30 min wieder in der Luft wären. Das war locker zu schaffen und nachdem wir den Platz gefunden hatten landeten wir, ich füllte den Kanisterinhalt in den Tank als sich ein Auto näherte. Vorher hatte niemand am Platz auf unsere Anrufe reagiert, so dass wir mit einer Blindmeldung guten Gewissens gelandet waren. Es stellte sich aber heraus, dass wir zwar mit der FIS die Landung vereinbart hatten, aber Mailand Radar hatte uns von den Schirmen verschwinden sehen und Alarm geschlagen. Offenbar hatten sie zwar unsern Flugplan vorliegen aber keinen Kontakt mit der FIS. Es dauerte eine Weile, bis in einem Kauderwelsch aus englischen und italienischen Wortfetzen sich die Situation langsam klärte. Mittlerweile standen fünf aufgeregt gestikulierende Italiener um uns herum, bis ich den Platzbesitzer um sein Handy bat, der gerade Mailand Radar an der Strippe hatte. In wenigen Sätzen war die Situation geklärt und Mailand Radar gab uns wieder Starterlaubnis unter der Voraussetzung, einen neuen Flugplan aufzugeben. Erst ein kurzer Schreck, als wir an die vielen Wegpunkte dachten, die wir auf unserem Weg durch die Alpen gelegt hatten. Das kann länger dauern dachten wir, und vor uns zogen die Alpen langsam zu.

    Aber Gott sei Dank hatten wir SkyDemon. Auf der geplanten Route einfach den Flugplatz Speziana anklicken, "hier landen" anklicken, die Route wird automatisch geteilt, auf die kommende Route klicken und die damit aktivieren, Flugplan aufrufen, die Abflugzeit eingeben und ab geht der Plan über das Handy per Internet. 30 s später klingelt das Telefon, Mailand Radar bestätigt den Erhalt und öffnet den Flugplan und wir können wieder starten. Puuuh, das war ja gerade noch einmal gut gegangen. Alle waren glücklich, auch der Platzbesitzer lächelte wieder und wir stiegen eilig in unsere wartenden Flieger und starteten Richtung Norden.

    Bis zur Schweizer Grenze hat uns dann die Flugsicherung nicht aus den Augen gelassen und immer wieder nachgefragt, ob wir wüssten wo wir sind. In die Alpen eingeflogen versuchten wir dann Zürich Informationen zu erreichen, aber wie schon auf dem Hinflug kam keine Verbindung zu Stande. Ich war etwas in Sorge, dass wir nicht schon wieder als verloren gegangen gekennzeichnet werden, aber diese Sorge war unbegründet wie sich nach unserer Landung in Hohenems herausstellte. Die Schweizer waren gegen den italienischen Radarlotsen regelrecht tiefenentspannt.

    Der Rückflug durch die Schweizer Alpen war noch spektakulärer als der Hinflug. Dieses Mal haben wir eine andere Route gewählt, die uns bei Samedan vor St. Moritz über den Julier-Pass führte. In der Höhe war alles noch tief verschneit und ich fragte mich, warum bei dem tollen Schnee die Berganlagen nicht in Betrieb waren. Völlig unberührter Tiefschnee, so weit das Auge in der Höhe reichte. Dann der Julier-Pass, und danach konnten wir wieder langsam sinken. Bei Chur trafen wir dann auf unsere alte Hinflug-Route und ab da war der Weg bekannt bis Hohenems wo wir uns in einen Pulk von Flugzeugen zu Landung einreihten. Wir freuten uns auf den freundlichen Türmer und die freundliche Bedienung im Restaurant. Wie erwartet, empfing uns Hohenems auch, schon fast ein Gefühl nachhause zu kommen an diesen so schönen Flugplatz.

    Aufgrund der nahen Mittagspause mussten wir uns mit unserem Imbiss beeilen und starteten bei windigem, aber schönen Wetter zurück zu unserem Heimatsplatz. Wieder dort gelandet bin ich dann erstmal 5 min in der stillen Maschine sitzen geblieben und habe dieses tolle Wochenende in Ruhe für mich beendet. Müde, aber aufgekratzt, wohl wissend, dass dieses Erlebnis mich bis an mein Lebensende begleiten wird.

    Wenn ich bedenke, dass ich erst vor zwei Jahren mein Flugschein gemacht habe und ein wohlmeinendes Familienmitglied aufgrund meines Alters mir prophezeit hat, dass ich das nicht schaffen würde (was natürlich völliger Quatsch ist). Und dass ich im letzten Jahr drei Monate nach mein Flugschein und frischem BZF zur Alpeneinweisung in die Alpen geflogen bin und mit Fluglehrer durch die Alpen, durch Norditalien bis Rom und als besonderes Highlight auf Elba gelandet bin, fast alles für mich neu und unbekannt war, und ich nur ein Jahr später das alles allein vernünftig und kontrolliert bewältigt habe, dann kann ich nur selbst ungläubig den Kopf schütteln über so viel Glück und Freude.

    Jede Minute hat sich gelohnt. Es ist ein neues Leben.

    Gerd

  • Gerd... danke für diesen tollen Bericht !!

    Ganz große Klasse,

    Enno

  • Super Bericht,

    war schön zu lesen, weiter so.

  • Sehr sehr schoen zu lesen! Und Respekt vor dieser Leistung.


    Chris

  • 2 Jahre nach Scheinerhalt diese Leistung zu erbringen nötigt mir tiefsten Respekt ab. Das werden die meisten im ganzen Leben nicht schaffen.

    Hut ab!

  • Hallo Gerd,

    vielen Dank für den tollen Bericht!

    Grüße

    Maik

  • Vielen Dank an Euch für die Blumen,

    aber ich muss das etwas relativieren, ich sehe das nicht als eine besondere Leistung an. Stundenlang geradeaus zu fliegen und dabei auf Lufträume zu achten die einem deutlich angezeigt werden ist wirklich nichts besonderes. Eher vielleicht die Grenzen immer weiter zu stecken und solche Reisen auf sich zu nehmen. Das Handwerkszeug dazu wird uns in der Flugschule beigebracht, wir brauchen es nur anzuwenden und weiterzuentwickeln.

    Ich fliege halt sehr gerne und hab die wirtschaftlichen Möglichkeiten dies auch ohne Einschränkung tun zu können. Das mag den Unterschied ausmachen Ich denke mal, dass ganz viele Piloten dies auch sehr gerne tun würden, aber sie sind wirtschaftlichen Einschränkungen unterworfen (Familie, Beruf usw.). Ich habe meine erste Flugstunde am 18. Januar 2014 begonnen, aber zuvor schon als jugendlicher Segelflug ausgeübt, dann vor ein paar Jahren Gleitschirmfliegen begonnen, und 2013 mit der Lizenz für Tragschrauber meine Pilotenkarriere angefangen. Ich denke, wenn man einmal ein Flugzeug beherrscht dann bleibt das Bewegungsmuster festgebrannt solange man lebt. Und man darf nicht vergessen, ich bin in den letzten zwei Jahren ca. 300 h in der Luft gewesen und habe ca. 500 Landungen heil hinter mich gebracht. Das schult natürlich. Mittlerweile komme ich überall heil runter, aber nicht jede Landung ist sehenswert. Das wäre bei jedem anderen auch so. Ich denke also, es ist nichts besonderes, weite Flüge zu machen. Der Unterschied liegt nur im Aufwand und insbesondere in der richtigen Vorbereitung.

    Ich liebe es, neue Herausforderungen anzunehmen und lerne gerne dazu. Während ich meine Grenzen immer weiter ausdehne, werde ich aus Erfahrung gleichzeitig auf der anderen Seite immer umsichtiger und vorsichtiger. Ich habe so manchen Fehler gemacht und habe immer sehr viel Glück gehabt, aber für mich ist die Herausforderung beim Fliegen, den gestellten Anforderungen in jeder Weise gerecht zu werden was bedeutet diese Fehler nicht noch einmal zu machen. Auch auf dieser Reise habe ich ein kapitalen Fehler gemacht, den ich aus verschiedenen Gründen nicht beschrieben habe, aber ich habe ihn bis ins kleinste nachverfolgt und meine Schlüsse daraus gezogen. Dieser Fehler wird mir nie wieder passieren.

    Aber es warten noch eine ganze Menge Fettnäpfchen auf mich wie auf jeden von uns. Deswegen bin ich für eine ständige Weiterentwicklung und Sicherheitstrainings. Das Fliegen genießen setzt voraus das man es beherrscht. Und da wundert mich in meiner Umgebung so einiges, aber das ist ein anderes Thema.

    Gerd
  • Hallo Gerd, mich würde mal interssiereb ob du vor der Alpenüberquerung mal eine Alpeneinweisung gemacht hast?

  • edhs schrieb:
    Und dass ich im letzten Jahr drei Monate nach mein Flugschein und frischem BZF zur Alpeneinweisung in die Alpen geflogen bin und mit Fluglehrer durch die Alpen, durch Norditalien bis Rom und als besonderes Highlight auf Elba gelandet bin, fast alles für mich neu und unbekannt war, und ich nur ein Jahr später das alles allein vernünftig und kontrolliert bewältigt habe, dann kann ich nur selbst ungläubig den Kopf schütteln über so viel Glück und Freude.
  • Natürlich, siehe letzte Bemerkung von onkelmütze.

    Aber ich würde gerne noch eine ausführliche machen, die mich auch mit Wetter und Details vertraut macht. Bei gutem Wetter durch die Alpen ist keine Kunst, mit GPS-Führung schon gar nicht und mit SkyDemon im Cockpit schon überhaupt nicht. Man folgt den eingezeichneten Gafor-Routen und ist weitestgehend safe. Trotzdem möchte ich wenigstens einen Teil des Wissens der Gebirgspiloten übernehmen, denn es könnte das Wetter auch mal umschlagen und dann will ich gerne wissen, welche Bedingungen für Umkehrkurven gelten, wieviel Mindestplatz meine Maschine benötigt und vieles mehr. Das Wetter ist in jedem Tal anders, der Wind ändert von Tal zu Tal ständig seine Richtung. Da gibt es Leewirbel zu beachten oder aufsteigende Luft auszunutzen usw, usw.

    Komischerweise gibt es wenig Literatur, die die einzelnen Routen genau beschreiben. Ich habe mir manches aus dem Internet zusammen gesucht. Aber ein gutes bebildertes Nachschlagewerk hierzu wäre eine gute Hilfe für eine gute Vorbereitung.

    Gerd



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